Neue EU-Positivliste für Aromastoffe dank Bewertungen der EFSA

Webnachricht
1 Oktober 2012

Die heute veröffentlichte Positivliste der Europäischen Union für Aromastoffe, die in der EU zur Verwendung in Lebensmitteln zugelassen sind, stellt einen wichtigen Meilenstein für den Verbraucherschutz dar und sorgt auch in der Industrie für mehr Klarheit. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ist seit dem Jahr 2003 wesentlich an der Erarbeitung der Liste beteiligt und hat in diesem Zusammenhang Sicherheitsbewertungen von Tausenden von Aromastoffen vorgenommen, was bisher zu 170 veröffentlichten wissenschaftlichen Gutachten geführt hat. Bislang wurden mehr als 2.500 Aromastoffe in die Positivliste der EU aufgenommen, die am 22. Oktober 2012 in Kraft tritt. Dieses bedeutende wissenschaftliche Arbeitsprogramm, das nach wie vor im Gange ist, hat wesentlich dazu beigetragen, dass in Lebensmitteln verwendete Aromastoffe keine Sicherheitsbedenken für Verbraucher darstellen, und wird dies auch in Zukunft tun.

Rund 2.800 der bisher von der EFSA im Rahmen des Programms zur Bewertung von Aromastoffgruppen bewerteten Stoffe befanden sich bereits auf dem Markt, während es sich bei ungefähr 200 um neue Stoffe handelte. Diese große Zahl von Stoffen musste entsprechend den europäischen Rechtsvorschriften bewertet werden, um ihre Sicherheit bei der Verwendung als Aromastoffe in Lebensmitteln zu gewährleisten.

Dem Wissenschaftlichen Gremium der EFSA für Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, Enzyme, Aromastoffe und Verarbeitungshilfsstoffe (CEF) zufolge gibt die Mehrheit der Aromastoffe keinen Anlass zu Sicherheitsbedenken. Sieben Aromastoffe, zu denen die EFSA, der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss (SCF) sowie der Gemeinsame FAO/WHO-Sachverständigenausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe (JECFA) toxikologische Bedenken geäußert hatten, wurden jedoch in der EU vom Markt genommen. Das CEF-Gremium hat weitere Daten angefordert, um die Bewertung von mehr als 400 Stoffen im Rahmen des vorstehend genannten Programms abzuschließen. Die neue EU-Positivliste, die ab dem 22. April 2013 Anwendung finden wird und jährlich aktualisiert werden soll, enthält Fristen, bis zu denen die Industrie diese zusätzlichen Daten einzureichen hat.

Iona Pratt, die Vorsitzende des CEF-Gremiums, erklärte hierzu: „Das Gremium ist äußerst zufrieden, dass dieses langfristige Arbeitsprogramm nun sichtbare Früchte trägt. Die Arbeiten sind jedoch noch nicht abgeschlossen. Abgesehen von den übrigen Stoffen, für die noch Daten benötigt werden, rechnet die EFSA mit einer Reihe von Anträgen im Zusammenhang mit neuen Aromastoffen. Bei einem Großteil dieser Stoffe wird es sich voraussichtlich um komplexe Gemische handeln, die möglicherweise einen überarbeiteten Risikobewertungsansatz verlangen. Im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung veranstaltet die Behörde am 14. November eine technische Sitzung mit Interessenvertretern, die Gelegenheit zum Meinungsaustausch über die künftigen administrativen und wissenschaftlichen Herausforderungen in Bezug auf die Vorbereitung, Einreichung und Risikobewertung von Anträgen zu Aromastoffen bieten wird.


Hinweise für die Redaktion:

Aromastoffe werden Lebensmitteln zugesetzt, um ihnen einen besonderen Geschmack und/oder Geruch zu verleihen. Sie werden in einer Vielzahl von Lebensmitteln verwendet, von Süßwaren und Limonaden über Frühstücksflocken und Kuchen bis hin zu Joghurt. Aromastoffe kommen in vergleichsweise niedrigen Mengen zum Einsatz, so dass der Verbraucher ihnen nur in relativ geringem Maße ausgesetzt ist. Weitere Informationen zu bereits abgeschlossenen und laufenden Arbeiten der EFSA in diesem Bereich finden Sie auf der Themenseite über Aromastoffe .

Das Programm zur Bewertung von Aromastoffgruppen wurde mit der Verordnung (EG) Nr. 1565/2000 vom 18. Juli 2000 ins Leben gerufen. Mit der Verordnung wurden die zu evaluierenden Stoffe, die Art der vorzulegenden Daten und das für die Bewertung zu befolgende Verfahren festgelegt. Weitere Informationen sind auf der Website der Europäischen Kommission zu finden

Seit 2009 wurden Daten zu 179 Aromastoffen eingereicht, die jedoch in einigen Fällen als unzureichend beurteilt wurden, weshalb das Gremium weitere Informationen anforderte. Darüber hinaus werden für 137 Stoffe andere Toxizitätsdaten als solche zur Genotoxizität benötigt. Sollten die angeforderten Daten nicht rechtzeitig an die EFSA übermittelt werden oder sollte die Verwendungssicherheit eines bestimmten Stoffs durch die nachgereichten Daten, etwa zur Genotoxizität (d.h. die Fähigkeit, die DNA, also das genetische Material einer Zelle, zu schädigen), nicht festgestellt werden können, werden die Entscheidungsträger in der EU den betreffenden Stoff von der EU-Positivliste streichen. Die Hersteller müssen diese Stoffe dann vom Markt nehmen.

Für Medienanfragen wenden Sie sich bitte an:
Medienstelle der EFSA
Tel. +39 0521 036 149
E-Mail: Press@efsa.europa.eu