EFSA aktualisiert Bewertung der Umweltverträglichkeit von genetisch verändertem Mais 1507

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat ihre wissenschaftliche Bewertung der Umweltverträglichkeit von genetisch verändertem (GV) Mais 1507 aktualisiert. Das Gremium für genetisch veränderte Organismen (GVO) kommt zu dem Schluss, dass Mais 1507 keine Bedenken hinsichtlich der Umweltverträglichkeit aufwerfen dürfte, sofern bei dessen Anbau entsprechende Risikomanagement-Maßnahmen eingehalten werden. Das GMO-Gremium empfiehlt Maßnahmen im Hinblick auf eine mögliche Resistenzentwicklung bei Zielschädlingen gegen das insektizide Protein in Mais 1507 sowie zur Verringerung des Expositionsrisikos bestimmter äußerst sensitiver und nicht zur Zielgruppe gehörender Schmetterlings- und Mottenarten gegenüber den Pflanzenpollen.

Das GMO-Gremium der EFSA hat erstmals 2005 eine Risikobewertung für Mais 1507 durchgeführt und seitdem mehrere wissenschaftliche Gutachten zu dessen Sicherheit veröffentlicht. Angesichts jüngster methodischer Fortschritte und neuer wissenschaftlicher Literatur sah sich das Gremium zu einer Aktualisierung seiner früheren Gutachten veranlasst und leitete eine Neubewertung der Umweltverträglichkeit ein.

Der genetisch modifizierte Mais 1507 wurde entwickelt, um ein für Insekten giftiges Protein zu exprimieren, das die Pflanze ‚gezielt‘ vor bestimmten schädlichen Schmetterlingen (Lepidoptera) wie dem Maiszünsler (Ostrinia nubilalis) schützt. Das GMO-Gremium der EFSA gibt zu bedenken, dass sich eine Entwicklung von Resistenzen in den Zielschädlingen gegenüber dem in Mais 1507 enthaltenen insektiziden Protein nachteilig auf die Umwelt auswirken könnte. Negative Auswirkungen ergäben sich dann v.a. aus den Pflanzenschutzmaßnahmen, die zur Bekämpfung der gegen Mais 1507 resistenten Insekten notwendig wären. Daher gibt das Gremium in Einklang mit der Risikobewertung von 2005 eine Reihe von Empfehlungen, um das Risikomanagement und die Überwachung von Mais 1507 unter bestimmten Anbaubedingungen zu verbessern.

Das GMO-Gremium bewertete außerdem die Exposition von ‚Nichtziel‘-Schmetterlingen gegenüber dem in den Pollen von Mais 1507 enthaltenen insektiziden Protein. Im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung einer ähnlichen insektenresistenten GV-Maissorte (Mais MON810) hatte das GMO-Gremium ein neues mathematisches Modell entwickelt, das eine Simulation und Bewertung möglicher nachteiliger Auswirkungen in Bezug auf die Exposition von Nichtziel-Schmetterlingen gegenüber GV-Maispollen ermöglicht. Basierend auf der Erkenntnis, dass dieses mathematische Modell übertragen werden und so eine genauere Bewertung der potenziellen negativen Auswirkungen von Mais 1507 ermöglichen kann, veranlasste das Gremium eine Neubewertung der Umweltverträglichkeit der GV-Pflanze. Unter Anwendung dieses adaptierten mathematischen Modells stellte das Gremium fest, dass bei bestimmten Anbaubedingungen für einige besonders sensitive, nicht zu den Ziel-Organismen gehörende Schmetterlings- und Motten-Arten im Falle einer Exposition gegenüber den Pollen von Mais 1507 eine Gefährdung bestehen könnte. Das Gremium empfiehlt daher Risikomanagement-Maßnahmen zur Expositionsbegrenzung sowie die Durchführung von Überwachungsmaßnahmen, die zu einem besseren Verständnis darüber beitragen sollen, wie sich diese Pollen auf Nichtziel-Schmetterlinge auswirken.

Hinweise für die Redaktion
  • Als ‚Ziel‘- (bzw. ‚Nichtziel‘-) Schädlinge werden die Insekten bezeichnet, die absichtlich (bzw. unabsichtlich) von den Auswirkungen des insektiziden Proteins in Mais 1507 betroffen sind.
  • Mais 1507 und daraus hergestellte Erzeugnisse dürfen in die EU eingeführt und dort verarbeitet, aber nicht angebaut werden.
  • Die EFSA führte erstmals 2005 eine Risikobewertung von Mais 1507 durch und erstellte 2006 und 2008 weitere Gutachten.
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