EFSA veröffentlicht zweite Reihe von Gutachten zu gesundheitsbezogenen Angaben über „allgemeine Funktionen“

Webnachricht
25 Februar 2010

Die EFSA hat eine zweite Reihe von Gutachten zur Liste gesundheitsbezogener Angaben über „allgemeine Funktionen“ veröffentlicht, die zuvor von den EU-Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission zusammengestellt worden war[1]. Wissenschaftliche Sachverständige des EFSA-Gremiums für diätetische Produkte, Ernährung und Allergien haben alle eingereichten wissenschaftlichen Daten ausgewertet, mit denen die 416 Angaben untermauert werden sollten. Diese Gutachten sind an die Europäische Kommission und an die Mitgliedstaaten übermittelt worden, die letzten Endes darüber entscheiden, ob diese Angaben genehmigt werden oder nicht.

Die Bewertungen des Gremiums fielen positiv aus, wenn ausreichende wissenschaftliche Nachweise für gesundheitsbezogene Angaben vorlagen, wie etwa bei solchen, die sich auf Vitamine oder Mineralstoffe bezogen. Bei den meisten Angaben der zweiten Reihe gelangten die Sachverständigen aber zu ablehnenden Gutachten. Ursache hierfür war die mangelhafte Qualität der an die EFSA übermittelten Daten, bei denen etwa

  • Informationen zur Identifizierung des Stoffes fehlten, auf den die Angabe gestützt wurde (z. B. „Probiotika“),
  • Nachweise fehlten, dass die beanspruchte Wirkung für die Erhaltung oder Verbesserung der Körperfunktionen tatsächlich förderlich ist (z. B. Lebensmittel mit „antioxidativen Eigenschaften“), oder
  • keine Humanstudien vorlagen, in denen die beanspruchten gesundheitlichen Vorteile zuverlässig gemessen worden waren[2].

Dies ist die zweite Reihe von Gutachten zu gesundheitsbezogenen Angaben über „allgemeine Funktionen“, und das Gremium setzt seine Arbeit mit den restlichen Angaben auf der Liste fort. Dieser gestufte Ansatz wurde gewählt, weil die Zahl der zur Bewertung eingereichten Angaben sehr groß war und die EFSA sich verpflichtet, Gutachten zeitnah nach ihrer Annahme zu veröffentlichen, um Transparenz sicherzustellen. Bei ihrer Arbeit bündelt die EFSA ähnliche Angaben (z. B. nach Stoffen und/oder Nutzen), um zusammenhängende Gutachten zu erstellen.

Die EFSA unterhält regelmäßige Kontakte zu ihren Interessengruppen und ist sich bewusst, dass sie das Verfahren erläutern muss, dem das Gremium für diätetische Produkte, Ernährung und Allergien bei seiner Bewertung der Angaben folgt. Ein Informationspapier beschreibt die einheitlichen Verfahren, die von der EFSA zur Bewertung von gesundheitsbezogenen Angaben nach Artikel 13 Absatz 1 eingesetzt werden, darunter auch die einheitlichen wissenschaftlichen Kriterien für die Absicherung von Angaben und die Charakterisierung von Lebensmitteln. Dieses Papier wurde am 17. November 2009 auf den neuesten Stand gebracht und ist auf der Website der EFSA verfügbar.

Je nach der endgültigen Zahl der eingegangenen Angaben wird die EFSA ihre Arbeit voraussichtlich bis 2011 zum Abschluss bringen können. Die EFSA stimmt sich bei der Festlegung eines genaueren Zeitplans für die Fertigstellung der Arbeiten mit der Europäischen Kommission ab, wobei auch Angaben Berücksichtigung finden, die später neu hinzukommen und dann noch zu bewerten wären.

Für Medienanfragen wenden Sie sich bitte an:
Medienstelle der EFSA
Tel. +39 0521 036 149
E-Mail: Press@efsa.europa.eu


[1] Gegenstand gesundheitsbezogener Angaben zu „allgemeinen Funktionen“ gemäß Artikel 13 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel sind die Bedeutung eines Nährstoffes oder einer sonstigen Substanz für Wachstum, Entwicklung und Körperfunktionen, psychische Funktionen oder Verhaltensfunktionen oder schlankmachende oder gewichtskontrollierende Eigenschaften des Lebensmittels oder Verringerung des Hungergefühls oder Verstärkung des Sättigungsgefühls oder eine verringerte Energieaufnahme durch den Verzehr des Lebensmittels. Angaben zur Entwicklung und Gesundheit von Kindern sowie Angaben zur Verringerung eines Krankheitsrisikos gehören nicht dazu.
[2] Das Gremium für diätetische Produkte, Ernährung und Allergien verwendet für die Zahl oder die Art der Studien, die für die Absicherung einer Angabe erforderlich sind, keine vorab festgelegte Formel, sondern berücksichtigt alle einschlägigen wissenschaftlichen Daten. Im Einklang mit den Standards des Codex Alimentarius und der US Food and Drug Administration sind Humanstudien für die Absicherung unabdingbar, wobei für die Nachweise eine Rangfolge gilt: Studien, die auf der Basis einer nach dem Zufallsprinzip getroffenen Auswahl kontrolliert wurden, rangieren vor Beobachtungsstudien; Tierstudien und In-vitro-Forschung können ebenfalls berücksichtigt werden.