Acrylamidgehalte in Lebensmitteln dem jüngsten Bericht der EFSA zufolge weitgehend unverändert

Webnachricht
23 Oktober 2012

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat ihren jährlichen, aktualisierten Bericht zum Acrylamidgehalt in Lebensmitteln in 25 europäischen Ländern veröffentlicht. Acrylamid ist ein chemischer Schadstoff, der bei der Verarbeitung von Lebensmitteln entsteht. Der Bericht erstreckt sich auf den Überwachungszeitraum 2007-2010 und ergibt für die Mehrzahl der untersuchten Lebensmittelkategorien keine wesentlichen Änderungen gegenüber dem letzten Bericht. Die Zahl der Ergebnisse, die der EFSA übermittelt werden, ist seit 2008 rückläufig, was die Aussagekraft der Trendanalyse einschränkt.

Acrylamid ist eine chemische Verbindung, die typischerweise bei der Verarbeitung bzw. Zubereitung stärkehaltiger Lebensmittelerzeugnisse wie Kartoffelchips, Pommes frites, Brot, Kekse und Kaffee unter hohen Temperaturen, etwa beim Braten, Backen und Rösten, entsteht. Einer Stellungnahme der EFSA aus dem Jahr 2005 zufolge bestehen möglichweise aufgrund der nachgewiesenen Kanzerogenität und Genotoxizität der Substanz (d.h. sie könnte Krebs erzeugen und die DNS, das Erbgut der Zellen, schädigen) potenzielle Gesundheitsbedenken in Bezug auf Acrylamid. Die Mitgliedstaaten sind aufgefordert, den Acrylamidgehalt jährlich zu überwachen; die Überwachungsdaten werden dann von der EFSA bewertet und in einem Jahresbericht zusammengestellt.

Der vorliegende Bericht ist der vierte Jahresbericht der EFSA zur Acrylamidüberwachung in Lebensmitteln seit 2009. Er wurde vom Referat Diätetische und chemische Überwachung der EFSA anhand von rund 13.000 Datenpunkten zum Acrylamidgehalt in Lebensmitteln erstellt. Seit 2008 ist die Zahl der Analyseergebnisse, die der EFSA übermittelt werden, rückläufig; im Überwachungszeitraum 2010 wurden im Durchschnitt lediglich zwei Drittel der von der Europäischen Kommission pro Lebensmittelkategorie festgelegten Mindestanzahl von Proben übermittelt. Die Ergebnisse weisen auf Abwärtstrends des Acrylamidgehalts in der Kategorie „Getreidebeikost für Säuglinge und Kleinkinder“ und den Unterkategorien „herzhafte Snacks, auf Kartoffelbasis“ und „Kekse und Zwieback für Säuglinge und Kleinkinder“ hin. Demgegenüber ist in der Kategorie „Kaffee und Kaffee-Ersatz“ sowie in den Unterkategorien „Knäckebrot“, „Instant-Kaffee“ und „Pommes frites aus frischen Kartoffeln“ ein Anstieg festzustellen, wobei dieser für die letztgenannte Kategorie keine einheitliche europaweite Tendenz darstellte.

Die EFSA wird weiterhin Acrylamid-Überwachungsdaten zusammentragen und 2013 ihre Expositionsabschätzung für Europa (die letztmals 2011 durchgeführt wurde) anhand aktuellerer Daten zum Acrylamidgehalt in Lebensmitteln sowie neuer Lebensmittelverzehrsdaten auf den neuesten Stand bringen. Auf Wunsch der Lebensmittelsicherheitsstellen in Dänemark, Deutschland, Frankreich und Schweden hat die EFSA außerdem Gespräche mit diesen nationalen Behörden sowie weiteren Mitgliedern des Beirats der EFSA zu den aktuellen wissenschaftlichen Entwicklungen im Bereich Acrylamid und dessen möglichen Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit aufgenommen.


Hinweise für die Redaktion:

Vierundzwanzig EU-Mitgliedstaaten und Norwegen haben insgesamt 13.162 Ergebnisse zum Acrylamidgehalt in dem vier Jahre umfassenden Überwachungszeitraum 2007-2010 übermittelt. Für diesen Überwachungszeitraum wurden Daten zu den zehn wichtigsten Lebensmittelgruppen, die in sechsundzwanzig Untergruppen unterteilt sind, vorgelegt.

Am 10. Januar 2011 hat die Europäische Kommission eine Empfehlung zu Untersuchungen des Acrylamidgehalts von Lebensmitteln angenommen. In Fällen, in denen der Acrylamidgehalt eines Lebensmittels, das im Rahmen der Überwachung getestet wurde, bestimmte Richtwerte für Acrylamid überschreitet, wird den Mitgliedstaaten empfohlen, der Kommission die Ergebnisse zu melden, die die Lage bis Dezember 2012 bewerten wird. Siehe Website der Europäischen Kommission.

Der EFSA-Beirat verbindet die EFSA mit den nationalen Behörden für Lebensmittelsicherheit aller 27 EU-Mitgliedstaaten, Islands und Norwegens. Vertreter der nationalen Behörden für Lebensmittelsicherheit der Schweiz sowie der EU-Kandidatenländer haben Beobachterstatus. Finden Sie hier weitere Informationen zum Beirat der EFSA .

Für Medienanfragen wenden Sie sich bitte an:
Medienstelle der EFSA
Tel. +39 0521 036 149
E-Mail: Press@efsa.europa.eu