Bericht zeigt Rückgang der ernährungsbedingten Dioxin- und PCB-Exposition in den letzten 10 Jahren

Webnachricht
18 Juli 2012

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat einen neuen Bericht über die Konzentrationen von Dioxinen und polychlorierten Biphenylen (PBC) in Lebens- und Futtermitteln veröffentlicht. Dioxine und PCB sind Umweltschadstoffe, die sich aufgrund ihrer Langlebigkeit in der Nahrungskette anreichern; längerfristig können sie der menschlichen Gesundheit schaden und Krebs verursachen. Aus dem Bericht geht hervor, dass die ernährungsbedingte Exposition gegenüber Dioxinen und dioxinähnlichen PCB generell abgenommen hat: der Vergleich der Zeiträume 2008 2010 und 2002–2004 weist einen Rückgang um mindestens 16 % bzw. 79 % für die Allgemeinbevölkerung sowie vergleichbare Werte für Klein- und ältere Kinder aus. Auch die Exposition gegenüber nicht dioxinähnlichen PCB, einer Untergruppe der PCB mit anderen toxikologischen Eigenschaften, hat abgenommen.

p>Die EFSA stellt Daten zur Dioxin- und PCB-Kontamination verschiedener Lebens- und Futtermittelkategorien zusammen und analysiert sie in Bezug auf die Höchstgehalte, die in der EU zum Schutz der Verbraucher festgelegt wurden. Der vorliegende, vom Referat Diätetische und chemische Überwachung erstellte Bericht basiert auf etwa 33 000 Proben, die zwischen 1995 und 2010 in 26 europäischen Ländern genommen wurden. Werte oberhalb der zugelassenen Höchstgehalte wurden für Dioxin in 10 % und für dioxinähnliche PCB in 3 % der Lebensmittelproben gefunden. In knapp über 2 % der Futtermittel wurden die Höchstwerte für Dioxine und dioxinähnliche PCB bzw. für nicht dioxinähnliche PCB überschritten.

Lebens- und Futtermittel tierischen Ursprungs wiesen den höchsten Kontaminationsgrad auf. In den Kategorien „Aalfleisch“ und „Leber(erzeugnisse) von Fischen“ waren die Durchschnittskonzentrationen sowohl der Dioxine als auch der PCB am höchsten. Das Fleisch von Schafen enthielt im Schnitt weniger Dioxine und PCB als das Fleisch von Rindern. Die Eier von Hennen aus Legebatterien enthielten signifikant weniger Dioxin und PCB als Eier aus Boden- Bio- oder Freilandhaltung. Lachse und Forellen aus Fischfarmen enthielten im Durchschnitt weniger Dioxin und PCB als gefangene Wildlachse bzw. -forellen. Heringe, Lachse und Forellen aus dem Baltikum wiesen eine stärkere Dioxin- und PCB-Belastung auf als Fische aus anderen Regionen.

Insgesamt waren Fisch, Fleisch und Milchprodukte die wichtigsten Nahrungsmittelquellen; ihr relativer Anteil an der ernährungsbedingten Exposition hing jedoch vom Alter und Wohnort (Land) des Verbrauchers ab. Für nahezu alle Gruppen der Säuglinge und Kleinkinder trugen Milch und Milchprodukte den größten Teil zur Exposition bei; für die meisten anderen Bevölkerungsgruppen waren es Fisch und Meeresfrüchte.

Einschränkend wird in dem Bericht erwähnt, dass die Ergebniszahlen die tatsächliche Lebensmittelkontamination und Exposition der Bevölkerung aufgrund der verwendeten gezielten Probennahmeverfahren möglicherweise überschätzen, für bestimmte Bevölkerungsgruppen aber auch unterschätzen können, weil nicht alle Lebensmittel berücksichtigt wurden. Zudem wurden regionale Schwankungen nicht berücksichtigt, da alle Nachweisdaten zu europäischen Durchschnittswerten zusammengefasst wurden.

Der Bericht empfiehlt, für die künftige Überwachung gezielt diejenigen Lebensmittel auszuwählen, für die eine wesentliche Bedeutung für die Gesamtexposition der Bevölkerung festgestellt wurde, aber noch kein robuster Schätzwert für den Kontaminationsgrad ermittelt werden konnte. Eine umfassende Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften für Analysen und Meldungen würde die europaweite Risikobewertung erleichtern.


Hinweise für die Redaktion:

- Dioxine entstehen bei Verbrennungsprozessen (z. B. Müllverbrennung oder Waldbränden) sowie bei bestimmten industriellen Verfahren als unerwünschte Verunreinigungen. PCB wurden in der Industrie für zahlreiche Zwecke verwendet und in großem Umfang produziert, bis sie in den 1980er Jahren in den meisten Ländern verboten wurden. Infolge der konzertierten Anstrengungen von Industrie und öffentlicher Hand nimmt ihr Vorkommen in der Umwelt in Europa seit den 1970er Jahren ab.

- Die EFSA wurde 2010 von der Europäischen Kommission ersucht, alle verfügbaren Daten zu Dioxinen und PCB in Lebens- und Futtermitteln kontinuierlich zusammenzutragen und auszuwerten. Im Rahmen dieses Mandats wird alle zwei Jahre ein Bericht zur Datenauswertung vorgelegt. 2011 änderte die Europäische Kommission die zugelassenen Höchstwerte für Dioxin und PCB in Lebens- und Futtermitteln unter Berücksichtigung der bisherigen EFSA-Berichte über die Dioxin- und PCB-Überwachung sowie des Wissenschaftlichen Gutachtens, das das EFSA-Gremium Kontaminanten in der Lebensmittelkette 2005 zum Vorkommen von nicht dioxinähnlichen PCB in Lebens- und Futtermitteln erstellt hatte.

Für Medienanfragen wenden Sie sich bitte an:
Medienstelle der EFSA
Tel. +39 0521 036 149
E-Mail: Press@efsa.europa.eu