EFSA bestätigt ihre Risikobewertung des gentechnisch veränderten MON 863-Mais

Auf Ersuchen der Europäischen Kommission hat die EFSA ein von Séralini et al. vorgelegtes Dokument über die statistische Auswertung einer 90-tägigen Tierfütterungsstudie mit gentechnisch verändertem MON 863-Mais geprüft, um mögliche Auswirkungen auf die Risikobewertung der EFSA hinsichtlich der Sicherheit von MON 863 einzuschätzen. Das Dokument legt eine alternative statistische Analyse der 90-tägigen Studie mit Ratten vor, die der ursprünglichen Risikobewertung zugrunde gelegt wurde. Nach einer detaillierten statistischen Prüfung und Analyse durch eine Taskforce der EFSA kam das GMO-Gremium der EFSA zu dem Schluss, dass diese erneute Analyse der Daten keinen Anlass zu neuen Sicherheitsbedenken gibt.

Die EFSA unternahm eine Reihe von Schritten, um der Europäischen Kommission auf diese Frage eine fundierte Antwort geben zu können:

  • Mitgliedstaaten wurden aufgefordert, Analysen und Kommentare vorzulegen, die zur Klärung des Sachverhalts beitragen können.
  • Die EFSA bildete eine Taskforce aus internen und externen Statistikfachleuten, um die statistische Methode bewerten zu können, die von den Autoren der Publikation bei ihrer Neuanalyse der ursprünglichen Daten aus der 90-tägigen Fütterungsstudie mit Ratten angewendet wurden, und um die von den MS eingegangenen Beiträge beurteilen zu können. Bestandteil der Arbeit war auch ein Treffen mit den Autoren des Dokuments.
  • Das GMO-Gremium der EFSA bewertete sämtliche verfügbaren Daten.

Im Anschluss an diese Arbeitsschritte beantwortete die EFSA die Anfrage der Kommission, veröffentlichte einen statistischen Bericht und gab eine wissenschaftliche Erklärung ihres GMO-Gremiums ab. Die wichtigsten Schlussfolgerungen sind:

  • Die statistische Analyse der Autoren des Dokuments berücksichtigte einige wichtige statistische Gesichtspunkte nicht.
  • Die Annahmen, die der statistischen Methode der Autoren zu Grunde lagen, führten zu irreführenden Ergebnissen.
  • Die EFSA ist der Ansicht, dass das Dokument keine fundierte wissenschaftliche Begründung liefert, die die Sicherheit von MON 863-Mais in Frage stellen könnte. Die von Monsanto, Séralini et al. sowie der EFSA beobachteten statistisch signifikanten Differenzen wurden als nicht biologisch relevant bewertet. Da Hinweise darauf fehlen, dass die beobachteten Differenzen auf unerwünschte Wirkungen schließen lassen, gibt dieses Dokument nach Ansicht des GMO-Gremiums keinen neuen Anlass zu Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von MON 863-Mais. Das GMO-Gremium sieht daher keinen Grund, seine früheren Gutachten zu revidieren, die feststellen, dass MON 863-Mais bei vorgesehener Anwendung keine negative Wirkung aufweist.

Im Vorfeld dieser jüngsten Arbeit war MON 863-Mais bereits Gegenstand einer umfassenden Risikobewertung durch die EFSA und andere Behörden, bei der keine unerwünschten Wirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier sowie die Umwelt festgestellt wurden. Die in diesem Dokument analysierte 90-tägige Studie an Ratten bildet ein Element der umfassenden Risikobewertung von MON 863-Mais. Nach dem ursprünglichen Gutachten im April 2004 und vor dieser jüngsten Arbeit wurde diese Studie bereits zwei weitere Male geprüft.

Das Schreiben an die Kommission, die Stellungnahme des GMO-Gremiums, die statistische Analyse der Daten von Monsanto durch die EFSA und eine Zusammenfassung der von den Mitgliedstaaten vorgelegten Beiträge sind auf der Website der EFSA verfügbar:

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