Wissenschaftliche Gremien der EFSA testen Toolbox zur Unsicherheitsanalyse

Die Sachverständigen der EFSA beginnen in Kürze mit der Erprobung eines Leitlinienentwurfs, worin eine Methoden-Toolbox für die Analyse, Erläuterung und Berücksichtigung von Unsicherheiten bei der wissenschaftlichen Bewertung vorgeschlagen wird.

„Unsere Arbeit ist noch nicht beendet. Die Testphase und ein damit verbundenes Forschungsprojekt zur Kommunikation von Unsicherheiten sollen dazu beitragen, dem Leitliniendokument, dessen Fertigstellung bis Ende 2017 geplant ist, seine endgültige Gestalt zu geben,“ erklärte Prof. Anthony Hardy, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Ausschusses der EFSA und der Arbeitsgruppe, die den Entwurf entwickelt hat.

Die EFSA steht mit nationalen und europäischen Behörden in Kontakt, um besagte Arbeiten in den Entscheidungsprozess einzubinden, und schult derzeit ihre Wissenschaftler in der Bewertung von Unsicherheit, damit diese bestens für die Testphase gerüstet sind. Daneben sollen im Rahmen eines laufenden Forschungsprojekts der EFSA Botschaften getestet und bewährte Praktiken für die Kommunikation von wissenschaftlichen Unsicherheiten an die Empfänger der wissenschaftlichen Beratung der EFSA (z.B. Entscheidungsträger, Medien und Öffentlichkeit) ermittelt werden.

Die Rückmeldungen aus einer öffentlichen Konsultation halfen den Sachverständigen bei der Überarbeitung und Klärung wichtiger Aspekte des EFSA-Leitlinienentwurfs zur Bewertung von Unsicherheiten, welcher der Öffentlichkeit erstmals im Juli 2015 vorgestellt wurde. Die überarbeitete Fassung ist ab sofort auf der Website der EFSA über eine eigenen Seite zum Thema Unsicherheitsanalyse abrufbar. Einem Bericht über die öffentliche Konsultation ist im Einzelnen zu entnehmen, wie die erhaltenen Rückmeldungen systematisch ausgewertet und berücksichtigt wurden, um den überarbeiteten Entwurf zu stärken.

Unsicherheiten verstehen

Ein neues EFSA-Video (siehe oben) veranschaulicht, wie die Bereitstellung von Informationen über Unsicherheiten den Menschen hilft, die Wahrscheinlichkeit verschiedener Folgen besser zu verstehen, und eine fundierte Entscheidungsfindung unterstützen kann – sowohl in Fragen der Lebensmittelsicherheit als auch im Alltag.

Hintergrund

Der Wissenschaftliche Ausschuss der EFSA entwickelt dieses Leitliniendokument, um eine Toolbox mit – quantitativen wie qualitativen – Methoden zur Verfügung zu stellen, mittels derer wissenschaftliche Unsicherheiten in sämtlichen wissenschaftlichen Bewertungen der Behörde analysiert werden können.

Der Ansatz soll so flexibel sein, dass er an die jeweiligen Umstände jeder einzelnen Bewertung angepasst werden kann: von dringenden Fällen, in denen Beratung innerhalb weniger Stunden benötigt werden könnte, bis zu längerfristigen, umfassenden Auswertungen aller verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse zu einer bestimmten Frage; und von gut erforschten Themen bis hin zu neuesten wissenschaftlichen Fragestellungen, zu denen es mitunter noch an Evidenz mangelt.

Mit der Anwendung der vorgeschlagenen Instrumente will die EFSA Entscheidungsträgern ein klareres Bild hinsichtlich der jede einzelne Bewertung betreffenden wissenschaftlichen Unsicherheiten vermitteln.

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