Xylella: EFSA wertet neue Forschungsergebnisse aus

Die EFSA bewertet derzeit die Ergebnisse von Versuchen, die in Apulien zur Anfälligkeit der Weinrebe (Vitis) gegenüber Xylella fastidiosa CoDiRO durchgeführt werden, dem Stamm Subtyp eines Mikroorganismus, der durch seine genetische Zusammensetzung definiert ist; im Falle von Escherichia coli O157 beispielsweise bezieht sich der Teil „O157“ des Namens auf den Stamm von X. fastidiosa, der sich seit 2013 in Süditalien ausbreitet.

Vitis ist bekanntermaßen äußerst anfällig gegenüber der Unterart fastidiosa des Bakteriums X. fastidiosa, die bei Trauben in Kalifornien die tödliche Pierce-Krankheit verursacht. Aufgrund von Unklarheit bezüglich des vollständigen Wirtsspektrums von X. fastidiosa CoDiRO fällt Vitis derzeit unter gesetzliche Regelungen und unterliegt den EU-Notfallmaßnahmen gegen X. fastidiosa.

Die italienischen Behörden argumentieren, dass die Ergebnisse der in Apulien durchgeführten Untersuchungen alle Unsicherheiten in Bezug auf die Anfälligkeit von Vitis gegenüber CoDiRO beseitigt haben, und eruchen die Kommission dringend, Vitis von der Liste zu nehmen. Die EFSA wurde von den Risikomanagern in Brüssel gebeten, die Ergebnisse auszuwerten, um dabei zu helfen, das Ersuchen zu beantworten. Das diesbezügliche Wissenschaftliche Gutachten der Behörde soll bis Ende November veröffentlicht werden.

Heißwasserbehandlung

Der aktuellen Bewertung ging ein im September veröffentlichtes Wissenschaftliches Gutachten der EFSA voraus, das zu dem Schluss gelangte, dass die Behandlung von Rebpflanzmaterial mit heißem Wasser wirksamen Schutz gegen alle Stämme von X. fastidiosa bietet.

Welche neuen Informationen gibt es zu Weinreben und CoDiRO?

Die der Kommission von den italienischen Behörden vorgelegten Unterlagen basieren auf der Arbeit von Wissenschaftlern des Consiglio Nazionale delle Ricerche („Nationaler Forschungsrat“) und der Universität Bari, die sich auf drei wesentliche Forschungsaktivitäten konzentrierten:

  • Eine Reihe von Inokulationsversuchen, die zwischen 2014 und 2015 an Topfpflanzen durchgeführt wurden, zeigten, dass X. fastidiosa CoDiRO sich rasch in Olivenpflanzen verbreitete, während es sich in Cabernet Sauvignon Reben nicht verbreitete.
  • In einer zweiten Gruppe von Versuchen wurden Proben von Weinrebe, Olive, Oleander, Citrus und Kontrollpflanzen (Immergrün) der Wiesenschaumzikade (Philaenus spumarius) ausgesetzt, die als Überträger (Vektor) von X. fastidiosa bekannt und im Ausbruchsgebiet von Apulien weit verbreitet ist. Die Kontrollpflanzen waren schnell infiziert, während die Reben während der dreimonatigen Testphase keine Anzeichen einer Infektion zeigten. Die Ergebnisse für Olive, Oleander und Citrus liegen noch nicht vor.
  • Untersuchungen von Weinanbauflächen im Zentrum des betroffenen Gebiets in Apulien, wo nahezu 100% der Olivenbäume von X. fastidiosa CoDiRO infiziert sind. In den Jahren 2013, 2014, und 2015 wurden Proben zahlreicher Rebsorten und Unterlagsreben genommen. Keine der Proben zeigte irgendwelche Anzeichen einer Infektion durch X. fastidiosa CoDiRO.

Weitere Informationen über die Arbeit der EFSA zu X. fastidiosa finden Sie in unseren häufig gestellten Fragen.

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