EFSA trifft mit Sachverständigen der Mitgliedstaaten für Umweltverträglichkeitsprüfung genetisch veränderter Pflanzen zusammen - Webcast verfügbar

Berlin
17. Juni 2010

Webcast of the meeting

Wissenschaftler der EFSA haben mit Sachverständigen aus den Mitgliedstaaten einen Diskussionstag über die neuesten wissenschaftlichen Entwicklungen und Ansätze zur Bewertung möglicher Umweltrisiken durch genetisch veränderte (GV) Pflanzen veranstaltet. Fachleute auf dem Gebiet der Umweltverträglichkeitsprüfung für GV-Pflanzen von Behörden der Mitgliedstaaten und Mitglieder der Arbeitsgruppen des GMO-Gremiums überprüften ein Leitliniendokument, in dem dargelegt wird, wie die EFSA ihre Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) von GV-Pflanzen durchführt und welchen Datenanforderungen Antragsteller genügen müssen.

Die Teilnehmer der in Berlin abgehaltenen technischen Sitzung erörterten die Stellungnahmen, die im Rahmen einer öffentlichen Konsultation zu dem Entwurf des Leitliniendokumentes der EFSA und zu dem Entwurf eines wissenschaftlichen Gutachtens über das spezielle Problem der Nichtzielorganismen (NZO)[1] von Mitgliedstaaten abgegeben wurden. Die Sitzung wurde als Webcast live auf der Webseite der EFSA übertragen.

Das GMO-Gremium der EFSA ist ständig bestrebt sicherzustellen, dass sein Risikobewertungsansatz in der Leitlinie für Antragsteller den neuesten wissenschaftlichen Stand widerspiegelt. Das Gremium überprüft regelmäßig seine Leitliniendokumente zu GV-Pflanzen (Aktualisierungen in den Jahren 2005, 2006 und 2008). Seit 2007 hat das GMO-Gremium an der ständigen Weiterentwicklung und Ausgestaltung seiner Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP; Englisch: Environmental Risk Assessment — ERA), die nun Gegenstand des in Berlin erörterten gesonderten Leitliniendokumentes ist, gearbeitet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf potenziellen Langzeitwirkungen für die Umwelt, potenziellen Auswirkungen auf Nichtzielorganismen und Kriterien für den Versuchsaufbau von Feldstudien unter Berücksichtigung verschiedener Umweltmilieus, in denen die GV-Pflanze angebaut wird.

„Die ERA sollte einen schrittweisen Ansatz verfolgen und dabei nach einem klar definierten, in der Leitlinie festgelegten Rahmen ablaufen. Jeder GVO ist einzigartig und muss individuell bewertet werden. Dies erfordert die spezielle Bewertung der Pflanze, ihrer Merkmale sowie ihrer Verwendungsart und möglichen Wechselwirkungen mit dem Aufnahmemilieu“, sagte Professor Salvatore Arpaia, Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Nichtzielorganismen“ des GMO-Gremiums.

Unabhängige Sachverständige des GMO-Gremiums der EFSA stützen sich bei der Durchführung ihrer Bewertung auf ihre umfassenden Kenntnisse und Erfahrungen mit der Beurteilung der von Antragstellern vorgelegten Daten sowie auf alle anderen verfügbaren wissenschaftlichen Quellen der wissenschaftlichen Fachliteratur.

Während der öffentlichen Konsultation zum Entwurf der UVP-Leitlinie gingen mehr als 250 Stellungnahmen von Seiten der Mitgliedstaaten ein. In der Sitzung erläuterten die Sachverständigen der EFSA spezielle Bereiche, die von Antragstellern und Sachverständigen bei der Risikobewertung zu beachten sind. Hierzu gehören die Wahrscheinlichkeit der Genübertragung von der Pflanze auf Mikroorganismen, die potenzielle Invasivität der Pflanze selbst, die potenziellen Auswirkungen der Pflanze auf die Gesundheit von Mensch und Tier — einschließlich Ziel- und Nichtzielorganismen —, sowie die Auswirkungen auf Anbau-, Bewirtschaftungs- und Ernteverfahren.

Bezüglich der NZO enthält der Gutachtenentwurf des GMO-Gremiums Vorschläge zu den Kriterien für die Auswahl von NZO und Empfehlungen zu Testmethoden. Die Arbeitsgruppe der EFSA für NZO befasste sich mit der Auswirkung von GV-Pflanzen auf wirbellose Tiere und berücksichtigte dabei auch Ökosysteme, die dadurch verändert werden könnten.

Diese Sitzung schließt sich an die technischen Gespräche an, die während der Erstellung der UVP- und NZO-Gutachten im vergangenen Jahr mit Mitgliedstaaten und Interessengruppen wie Antragstellern, Umweltschutzorganisationen und nichtstaatlichen Organisationen (NRO) geführt wurden.[2]

Auf dem Gebiet der Umweltverträglichkeitsprüfung von GVO arbeitet die EFSA eng mit den Mitgliedstaaten zusammen. Beispielsweise erfolgt bei Anträgen für den Anbau von GV-Pflanzen die Erstprüfung auf Umweltverträglichkeit durch einen Mitgliedstaat, der von anderen Mitgliedstaaten Unterstützung erhalten oder mit diesen Fachkenntnisse austauschen kann.

Die EFSA tritt mit den Mitgliedstaaten in Dialog und berücksichtigt ihre eventuellen Stellungnahmen.[3] Durch die Erörterungen in der Sitzung in Berlin erhalten das GMO-Gremium der EFSA und seine Arbeitsgruppen die notwendigen Angaben für die Fertigstellung der Dokumente, die bis November 2010 angenommen und veröffentlicht werden sollen.

Alle Belegdokumente der Sitzung von Berlin sowie ein schriftlicher Bericht und die Videoaufzeichnung der Sitzung werden auf der Webseite der EFSA veröffentlicht.

Für Medienanfragen wenden Sie sich bitte an:
Steve Pagani, Leiter der Pressestelle
Tel.: +39 0521 036 149
E-Mail: Press [at] efsa.europa.eu

Webcast and documents

  1. Introduction
    Welcome
    Tour de table of participants
    Adoption of the agenda
    General Introduction by the EFSA GMO Panel: D. Bartsch
  2. Strategies for ERA of GM plants (1): General approach for ERA
    Overview by the EFSA GMO Panel: J. Sweet
    Introduction by Member States
    Discussion
  3. Strategies for ERA of GM plants (2): Problem formulation and further steps
    Overview by the EFSA GMO Panel: J. Sweet
    Introduction by Member States
    Discussion
  4. Persistence and invasiveness
    Overview by the EFSA WG member: D. Bartsch
    Introduction by Member States
    Discussion
  5. Non-target organisms
    Overview by the EFSA GMO Panel: S. Arpaia
    Introduction by Member States
    Discussion
  6. Receiving environments
    Overview by the EFSA GMO Panel: J. Kiss
    Introduction by Member States
    Discussion
  7. Impacts of the specific cultivation, management and harvesting techniques
    Overview by the EFSA GMO Panel: A. Messéan
    Introduction by Member States
    Discussion
  8. Any other issue related to the ERA
    Introduction by Member States
    Discussion
  9. Closing remarks

Meeting documents

Further information on the public consultation of the documents

Prior meetings with stakeholders

  • Stakeholder consultation workshop with applicants - 16 June 2009
  • Stakeholder consultation workshop with Member States representatives - 17 June 2009
  • Stakeholder consultation workshop with Environmental Institutes and Organisations - 18 June 2009
     
  • Reports from the stakeholder workshops
    (see section “Question documents” in the Register of Questions)

Additional information

[1] Einige GV-Pflanzen produzieren ein Insektizid, das bestimmte Insekten abwehrt, und es muss sichergestellt werden, dass sie keine anderen Insekten, die sogenannten Nichtzielorganismen (NZO; Englisch: Non-target organisms — NTO) schädigen.
[2] Die EFSA wird im Verlaufe dieses Jahres auch noch mit Antragstellern und nichtstaatlichen Organisationen als Teil ihrer regelmäßigen Dialogrunde zusammentreffen.
[3] Im Dezember 2008 gelangte der Rat der Umweltminister zu der Schlussfolgerung, dass die Umsetzung des EU-Rechtsrahmens für GVO verstärkt werden sollte. Gemeinsam mit den anderen beteiligten Partnern wie der Europäischen Kommission und den Mitgliedstaaten ergreift die EFSA innerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches durch Anwendung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Bewertungskonzepte eine Reihe von einschlägigen Maßnahmen, die in diesem Abschnitt umrissen werden ( EFSA Actions on the Council conclusions on GMOs(189.14 KB)).