Open EFSA

Einleitung

Offenheit und Transparenz sind grundlegende Aspekte der Tätigkeit der EFSA und bereits in der Gründungsverordnung der Behörde (Artikel 38 und Artikel 39) verankert. Diese Grundwerte sind von wesentlicher Bedeutung, da sie einen Rahmen bieten, der das Vertrauen der Verbraucher und sonstigen Interessengruppen in die Arbeit der EFSA fördert.

Offenheit und Transparenz bedeuten, dass die EFSA in der Lage ist, dem berechtigten Bedürfnis der Interessengruppen nachzukommen, die Grundlagen der Risikobewertung nachzuvollziehen. Darüber hinaus ermöglichen die genannten Werte eine fundierte Debatte, sowohl unter Sachverständigen als auch in den Medien, über sensible und wichtige wissenschaftliche Themen, die in den Aufgabenbereich der EFSA fallen.

Überblick

Die Beispiele dafür, wie die EFSA ihrer Verpflichtung zu Offenheit und Transparenz gerecht wird, sind zahlreich und betreffen die unterschiedlichsten Aspekte ihrer täglichen Arbeit. Wissenschaftliche Gutachten sowie Tagesordnungen, Sitzungsprotokolle und andere Schlüsseldokumente werden auf den Internetseiten der Behörde veröffentlicht; und um für größtmögliche Transparenz zu sorgen, überträgt die EFSA wichtige Sitzungen und Veranstaltungen auf ihrer Website. Außerdem öffnet die Behörde regelmäßig Sitzungen ihres Wissenschaftlichen Ausschusses und ihrer Wissenschaftlichen Gremien für Beobachter.

Die EFSA berücksichtigt auch die Ansichten Außenstehender, vor allem ihrer Interessengruppen, von denen viele regen Anteil an der Arbeit der Behörde nehmen. Die Bandbreite dieser Gruppen reicht von der Lebensmittelindustrie bis hin zu Umwelt- und Verbrauchergruppen. Die EFSA bemüht sich aktiv um deren Beiträge und tauscht sich mit ihnen über unterschiedliche Standpunkte aus, insbesondere im Rahmen ihrer Konsultationsplattform für Interessengruppen sowie einer jährlich stattfindenden Stakeholder-Konferenz. Außerdem holt die EFSA Feedback von Dritten ein, indem sie offene Konsultationen auf ihrer Website, persönliche Zusammenkünfte, von ihrem Helpdesk zur Antragsbetreuung organisierte Informationsveranstaltungen sowie multilaterale Diskussionen auf wissenschaftlichen Konferenzen und Seminaren abhält.

Meilensteine

Bisher hat die EFSA rund 100 öffentliche Konsultationen zu ihren wissenschaftlichen Gutachten und Leitliniendokumenten durchgeführt, die sich mit Themen wie der Risikobewertung von genetisch veränderten Organismen (GVO), Pestiziden und Nanotechnologien sowie Methoden für die Durchführung von Umweltrisikobewertungen genetisch veränderter Tiere befassen; weitere Konsultationen betreffen die wissenschaftlichen und technischen Leitlinien zur Erstellung und Vorlage von Anträgen auf Zulassung gesundheitsbezogener Angaben. Im Rahmen der öffentlichen Konsultation zu ihrem Entwurf der Risikobewertung von Aspartam veröffentlichte die EFSA die vollständige Liste von über 600 Studien sowie bis dato unveröffentlichte wissenschaftliche Daten, die der Behörde zur Verfügung gestellt worden waren.

Transparenz-Initiative

Die EFSA hat sich verpflichtet, im Rahmen ihrer Tätigkeit ein hohes Maß an Offenheit und Transparenz zu gewährleisten. Im Januar 2013 leitete die Behörde eine Initiative ein, die dazu dient, den Zugang zu Daten zu erleichtern und die Transparenz bei der Risikobewertung zu erhöhen. Diese Transparenz-Initiative steht im Einklang mit der Wissenschaftsstrategie der EFSA für 2012-2016, in der die bedeutende Rolle der Behörde im Hinblick auf die Verbesserung des Datenzugangs aller interessierten Kreise betont wird. Das Projekt geht auch auf die im Rahmen einer externen Bewertung 2012 an die EFSA gerichtete Empfehlung von Interessengruppen zurück, die Transparenz ihrer Entscheidungsfindungsprozesse weiter zu erhöhen.

Als Herzstück der Transparenz-Initiative entwickelt die EFSA derzeit neue Transparenz-Richtlinien. Diese wegweisenden Richtlinien sollen dazu beitragen, das Verständnis hinsichtlich der Tätigkeit der EFSA weiter zu fördern. Im Rahmen ihrer Verpflichtung zur Einbindung von Interessengruppen richtete die EFSA im Oktober 2013 eine Konferenz aus, um mit Interessengruppen darüber zu diskutieren, wie das Risikobewertungsverfahren der Behörde noch transparenter gestaltet werden könnte. Die Veranstaltung mit dem Titel „Transparency in Risk Assessment“ (Transparenz bei der Risikobewertung) knüpfte an vorangegangene Diskussionen mit der Plattform für Interessengruppen an und sollte sicherstellen, dass die Ansichten von Interessengruppen der Zivilgesellschaft, darunter Verbrauchergruppen, Branchenverbände und Nichtregierungsorganisationen (NGOs), bei der Ausarbeitung der neuen Transparenz-Richtlinien durch die EFSA berücksichtigt werden. Diskutiert wurden auch Möglichkeiten, wie die Informations- und Kommunikationsaktivitäten der EFSA im Interesse einer Förderung der Transparenz bei der Risikobewertung weiter optimiert werden könnten.