Dekontaminationsmittel

Einleitung

Dekontaminationsmittel finden Anwendung bei für den menschlichen Verzehr bestimmten Lebensmitteln tierischen Ursprungs, um krankheitserregende Mikroorganismen, wie Salmonella und Campylobacter, von deren Oberfläche zu entfernen. Dabei kann es sich um chemische Substanzen handeln, aber auch um biologische Agenzien wie Bakteriophagen (also Viren, die Bakterien infizieren).  

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Die Europäische Kommission ersuchte die EFSA um wissenschaftliche Gutachten zur Sicherheit und Wirksamkeit mehrerer Substanzen, insbesondere solcher, die zur Anwendung auf Schlachtkörpern von Geflügel und Rindern bestimmt sind. Dazu zählen Milchsäure und Peroxyessigsäure.

März 2010 – die EFSA veröffentlicht ein aktualisiertes Leitliniendokument zu den administrativen, technischen und wissenschaftlichen Anforderungen für Anträge auf Zulassung von Substanzen zur Beseitigung mikrobieller Oberflächenkontaminationen von Lebensmitteln tierischen Ursprungs. Damit werden die im Jahr 2006 veröffentlichten Leitlinien aktualisiert.  

Die EFSA leistet EU-Risikomanagern wissenschaftliche Beratung hinsichtlich der Sicherheit und Wirksamkeit von Dekontaminationsmitteln. Die Zulassung dieser Substanzen erfolgt durch die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten auf Grundlage der wissenschaftlichen Gutachten der EFSA.
Nach EU-Recht müssen Lebensmittelhersteller bei jedem Schritt der Lebensmittelkette hygienische Grundregeln beachten und Maßnahmen zur Gefahrenkontrolle durchführen, um Verbraucher vor möglichen Risiken für ihre Gesundheit zu schützen. Dekontaminationsmittel können nur als Ergänzung zu einem integrierten Kontrollprogramm entlang der gesamten Lebensmittelkette eingesetzt werden. Milchsäure (für Rindfleisch) ist das einzige Dekontaminationsmittel, das derzeit gemäß EU-Rechtsvorschriften erlaubt ist.