Kontaminanten in Futtermitteln

Einleitung

Kontaminanten sind Stoffe, die nicht absichtlich zu Lebens- oder Futtermitteln hinzugefügt wurden. Diese Stoffe können über natürliche Quellen (z. B. durch Pilze erzeugte Mykotoxine) oder während des Herstellungsprozesses in das Futtermittel gelangen. Sie können auch aus einer Umweltkontamination entstehen.

Die wichtigsten Kontaminanten in Futtermitteln umfassen:

  • Natürliche Toxine. Toxine sind natürlich vorkommende Stoffe, die von verschiedenen Organismen produziert werden. Beispiele umfassen Pflanzentoxine wie Alkaloide oder Mykotoxine.
  • Umweltkontaminanten und Schwermetalle. Umweltkontaminanten sind künstliche Stoffe in der Luft, im Wasser oder in der Erde. Beispiele für Umweltkontaminanten umfassen polychlorierte Biphenyle (PCB), Dioxine, persistente chlorierte Pestizide und bromierte Flammschutzmittel. Schwermetalle gelangen ebenfalls über die Umwelt in die Lebensmittelkette. Ihr Vorkommen ist entweder natürlich oder durch industrielle Emissionen bedingt.

Kontaminanten in Tierfutter können ein Risiko für die Gesundheit von Tieren darstellen.

Meilensteine

2018 hat die EFSA das Ergebnis früherer Bewertungen bestätigt, dass die ernährungsbedingte Exposition gegenüber Dioxinen und dioxinähnlichen PCB – Umweltschadstoffen, die in geringen Mengen in Lebens- und Futtermitteln vorkommen – ein Gesundheitsrisiko darstellt. Daten aus europäischen Ländern deuten für alle Altersgruppen auf eine Überschreitung der von der EFSA neu abgeleiteten tolerierbaren Aufnahmemenge hin.

2018-2017 bewertet die EFSA die Risiken für die Gesundheit von Tieren in Bezug auf die folgenden Mykotoxine in Futtermitteln: Zearalenon; Fumonisine; Deoxynivalenol.

2015 veröffentlichte die EFSA ein wissenschaftliches Gutachten zu den Risiken in Bezug auf das Vorhandensein von Nickel in Futtermitteln für die Tiergesundheit und öffentliche Gesundheit sowie für die Umwelt. Experten kommen zu dem Schluss, dass es unwahrscheinlich ist, dass das Vorhandensein von Nickel in Futtermitteln Nutztieren, Pferden und Katzen schadet.

2014 schlug die EFSA einen neuen Prozess zur Ermittlung von auftretenden chemischen Risiken in der Lebens- und Futtermittelkette vor, bei dem eine Vielzahl von Datenbanken genutzt wird, in denen das Vorkommen von Industriechemikalien und chemischen Umweltkontaminanten in der EU aufgezeichnet wird. Der Rahmen würde es Risikobewertern ermöglichen, eine Kontamination der Lebens-/Futtermittelkette durch chemische Gefahrstoffe, die noch nicht durch die EFSA oder ähnliche Stellen beurteilt wurden, vorherzusehen.

2011 veröffentlichte die EFSA ein wissenschaftliches Gutachten zum Vorhandensein von Pyrrolizidinalkaloiden in Lebens- und Futtermitteln. Dies sind von verschiedenen Pflanzenarten (meist Unkraut) auf natürliche Weise erzeugte Giftstoffe. Lebens- und Futtermittelquellen können durch den Kontakt mit diesen Pflanzen mit PA-Toxinen kontaminiert werden.

2009 schloss die EFSA das abschließende Gutachten zu einer Reihe von 30 Risikobewertungen ab, die in den vergangenen fünf Jahren zu unerwünschten Stoffen in der Tierernährung durchgeführt worden waren. Dies folgte auf Anfrage der Europäischen Kommission, die möglichen Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier aufgrund des Vorhandenseins dieser Stoffe in Tierfutter zu überprüfen.

Die Rolle der EFSA

Die EFSA führt Risikobewertungen über unerwünschte Stoffe durch, die aufgrund der Erzeugung, des Vertriebs, der Verpackung oder des Verbrauchs von Tierfutter in der Tierernährung vorhanden sein können, sowie diejenigen, die natürlich oder als Ergebnis einer von Menschen durchgeführten Aktivität in der Umgebung vorkommen können.

Diese Arbeiten werden vom EFSA-Gremium für Kontaminanten in der Lebensmittelkette durchgeführt.

Experten bewerten das Risiko, das Kontaminanten für die Tiergesundheit, die Umwelt und die Gesundheit des Menschen (durch die Übertragung dieser Stoffe vom Tierfutter auf Lebensmittel tierischen Ursprungs) darstellen.

Die Behörde sammelt zudem Daten über das Vorkommen von Kontaminanten in Tierfutter und unterstützt die Koordination der Datenerfassung und -überwachung durch Mitgliedstaaten.

Risikobewerter wie die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten berücksichtigen die wissenschaftliche Beratung der EFSA zusammen mit anderen Faktoren, wenn sie eine Entscheidung über die Sicherheit dieser Stoffe für die Tiergesundheit und die Umwelt treffen. Sie können Maßnahmen ergreifen, um die Exposition von Mensch und Tier gegenüber solchen Stoffen zu begrenzen, wenn die EFSA potenzielle Auswirkungen auf die Gesundheit indiziert.

EU-Rechtsrahmen

Das Ziel der EU-Gesetzgebung zu unerwünschten Stoffen in der Tierernährung ist die Gewährleistung, dass ausschließlich gutes und unverfälschtes Tierfutter von handelsüblicher Qualität in Umlauf gebracht wird und es bei richtiger Verwendung keine Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier oder die Umwelt darstellt und der Tierhaltung nicht schadet.