Blauzungenkrankheit

Bei der Blauzungenkrankheit handelt es sich um eine vektorübertragene Viruserkrankung, die als Nutztiere gehaltene sowie wild lebende Wiederkäuer befällt, darunter Schafe, Ziegen, Rinder und Hirsche.

Sie wird durch bestimmte Arten von Stechmücken der Gattung Culicoides übertragen. Bislang sind 26 Serotypen des Virus bekannt, mit jeweils unterschiedlicher Virulenz und Mortalität.

Die Blauzungenkrankheit ist nicht auf den Menschen übertragbar, kann jedoch zu erheblichen Schäden an Viehbeständen führen. Da es sich um eine grenzüberschreitende Krankheit handelt, sind nationale Maßnahmen zur Eindämmung ihrer Ausbreitung nicht ausreichend.

Abgeschlossene Arbeiten

Die EFSA ist dabei, ihre wissenschaftliche Beratung zur Blauzungenkrankheit zu aktualisieren. Sachverständige überprüfen derzeit die Wirksamkeit von Überwachungs- und Impfmaßnahmen zur Bekämpfung und Tilgung der Blauzungenkrankheit; Optionen für den sicheren Handel mit Tieren aus infizierten in seuchenfreie Gebiete; sowie die Auswirkungen verschiedener Serotypen auf die Tiergesundheit. 

Juni 2011 – In einem wissenschaftlichen Gutachten werden die Prävalenz der Krankheit unter verschiedenen Umständen sowie die angemessene Größe der zu überwachenden geografischen Gebiete abgeschätzt.

November 2008 – Sachverständige bewerten das Risiko der Virusübertragung bei der Durchfuhr von Tieren durch infizierte Gebiete. Das Risiko kann mangels Daten nicht quantifiziert werden, aber die Sachverständigen befinden, dass die Behandlung von Tieren mit Insektiziden oder Repellentien das Risiko verringern kann.

Juli 2008 – die EFSA leistet Beratung zur Blauzungenkrankheit unter besonderer Berücksichtigung der Überwinterung des Blauzungenvirus und möglicher Maßnahmen zum Schutz von Tieren gegenüber Vektoren. Obwohl kein Mechanismus allein für das Überleben des Blauzungenvirus über den Winter verantwortlich ist, kommen die Sachverständigen zu dem Schluss, dass infizierte Gnitzen die wahrscheinlichste Erklärung sind.

April 2007 – Der Bericht über die globale epidemiologische Analyse des nordwesteuropäischen Ausbruchs wird veröffentlicht. Er befasst sich mit Ursprung, klinischen Zeichen und Ausbreitung der Krankheit.

2007 – Die EFSA erstellt wöchentliche Berichte über die Seuchenlage und eine epidemiologische Analyse des Ausbruchs.

September 2006 – kurz nach einem Ausbruch der Blauzungenkrankheit in Nordeuropa bittet die EFSA die Mitgliedstaaten, vorliegende nationale Risikobewertungen und Informationen über die Krankheit auszutauschen.

Die EFSA leistet der Europäischen Kommission, dem Europäischen Parlament und den EU-Mitgliedstaaten wissenschaftliche Unterstützung im Hinblick auf die Bekämpfung der Blauzungenkrankheit. Die Aktivitäten der Behörde konzentrieren sich dabei auf die Förderung des wissenschaftlichen Verständnisses von Dynamik und Verbreitungsmustern der Krankheit in Europa sowie die Schaffung einer wissenschaftlichen Grundlage für Risikomanagementmaßnahmen. Beispiele für untersuchte Aspekte sind:

  • Die Epidemiologie und klinische Diagnose verschiedener Stämme.
  • Die Rolle von Insekten bei der Ausbreitung der Krankheit.
  • Mittel zur Kontrolle von Insekten, über die sich die Blauzungenkrankheit ausbreitet, wie etwa Insektizide, Repellentien und andere Maßnahmen zum Schutz von Tieren vor Insektenstichen.
  • Der Einsatz von Impfstoffen zur Verringerung des Infektionsrisikos.
  • Das Risiko der Krankheitsübertragung bei Tiertransporten.

Die einschlägigen EU-Rechtsvorschriften enhalten besondere Bestimmungen für die Bekämpfung und Tilgung der Blauzungenkrankheit.