Vogelgrippe

Bei der Aviären Influenza oder Vogelgrippe handelt es sich um eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die vor allem bei Geflügel und Wildwasservögeln auftritt.

Aviäre Influenzaviren sind entweder hoch oder niedrig pathogen (HPAI bzw. LPAI), je nach den molekularen Eigenschaften des Virus und dessen Fähigkeit, bei Hühnern zu Krankheit und Tod zu führen.

Mit LPAI-Viren infiziertes Geflügel zeigt mitunter keine oder nur leichte Anzeichen der Krankheit. Infektionen mit HPAI können tödlich verlaufen. Sowohl HPAI als auch LPAI können sich schnell in Herden ausbreiten. Darüber hinaus können LPAI-Viren zu hoch pathogenen Stämmen mutieren, weshalb es wichtig ist, Ausbrüche umgehend zu bekämpfen.

Die HPAI A (H5N8)-Epidemie von 2016/2017 war die bisher größte in der EU, sowohl was die Zahl der Krankheitsausbrüche bei Geflügel, die geografische Verbreitung als auch die Anzahl toter Wildvögel betrifft.

Die Vogelgrippe kann auf zwei Arten von Tieren auf den Menschen übertragen werden:

  • direkt von Vögeln bzw. durch kontaminierte Umgebungen
  • über einen Zwischenwirt, zum Beispiel ein Schwein

Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Vogelgrippe durch den Verzehr kontaminierter Geflügelerzeugnisse auf den Menschen übertragen werden kann. Eine vorsichtige Handhabung von rohem Fleisch und anderen ungekochten Lebensmitteln, gründliches Durchgaren sowie eine gute Küchenhygiene können den Risiken, die von kontaminierten Lebensmitteln ausgehen, vorbeugen oder diese verringern.

Die EFSA, das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), das EU-Referenzlabor für Aviäre Influenza sowie Behörden in den betroffenen Mitgliedstaaten veröffentlichen vierteljährliche Lageberichte zur Vogelgrippe in Europa und weltweit, die sich sowohl auf die menschliche als auch auf die Gesundheit von Tieren beziehen.

Ab Januar 2019 wird die EFSA damit beginnen, von den Mitgliedstaaten erhobene Daten zur Überwachung der Vogelgrippe bei Geflügel und Wildvögeln auszuwerten. Die Ergebnisse werden in jährlichen Berichten veröffentlicht.

Die EFSA hat umfangreiche wissenschaftliche Beratung geleistet, um Risikomanager bei ihrer Entscheidungsfindung und der Wahl geeigneter Maßnahmen zu unterstützen. Sachverständige bewerteten Fragen wie das Risiko der Übertragung und Verbreitung der Vogelgrippe oder das Risiko der Mutation von LPAI- zu HPAI-Stämmen. Außerdem leisteten sie Beratung zu Biosicherheits- und Kontrollmaßnahmen.

Darüber hinaus unterstützt die EFSA die Mitgliedstaaten bei ihren Aktivitäten in den Bereichen Datenerhebung und Überwachung.

Ein Überblick über die von der EFSA erhobenen Daten zu betroffenen Geflügelhaltungsbetrieben (und nicht betroffenen benachbarten Geflügelhaltungsbetrieben)  findet sich in Anhang A des Überwachungsbericht für September bis November 2017.

Im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Arbeit tauscht die EFSA Informationen mit den zuständigen nationalen Behörden, der Europäischen Kommission, dem ECDC und anderen internationalen Organisationen aus.

Dezember 2017 – Die EFSA veröffentlicht einen Überwachungsbericht, in dem die Wildvogelarten aufgelistet sind, die beprobt und getestet werden müssen, wenn sie tot aufgefunden werden oder klinische Anzeichen aufweisen.

Oktober 2017 – Sachverständige der EFSA bewerteten das Risiko der Einschleppung der Aviären Influenza in die EU sowie Ansätze zur Überwachung – darunter das Monitoring durch die Mitgliedstaaten und von diesen ergriffene Maßnahmen, um die Ausbreitung der Tierseuche zu minimieren. Sie gelangen zu dem Schluss, dass wild lebende Zugvögel, die die nordöstliche bzw. östliche Grenze der Europäischen Union überqueren, der wahrscheinlichste Pfad für die Einschleppung der Vogelgrippe in das EU-Gebiet sind.

Seit September 2017 – Die EFSA, das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), das EU-Referenzlabor für Aviäre Influenza sowie Behörden in den betroffenen Mitgliedstaaten veröffentlichen einen vierteljährlichen Lagebericht zur Aviären Influenza in der EU und weltweit. Der Bericht umfasst die Überwachung von:

  • HPAI- und LPAI-Ausbrüchen in Europa und anderen Edteilen
  • ergriffenen Präventions- und Kontrollmaßnahmen

Dezember 2016 – Die Sachverständigen gelangen zu dem Schluss, dass eine strikte Durchsetzung von Biosicherheitsmaßnahmen der effektivste Weg ist, um die Einschleppung des hoch pathogenen aviären Influenzavirus vom Subtyp H5N8 in Geflügelbetriebe zu verhindern.

Die EU-Rechtsvorschriften enthalten Bestimmungen zur Überwachung, Bekämpfung und Ausrottung der Aviären Influenza.

Das EU-Referenzlabor für Aviäre Influenza, das bei der britischen Behörde für Tier- und Pflanzengesundheit angesiedelt ist, gewährleistet qualitativ hochwertige und EU-weit einheitliche Tests zum Nachweis dieser Krankheit.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten bewertet das Risiko der Infektion mit Aviärer Influenza beim Menschen.