Lebensmittelzusatzstoffe

Lebensmittelzusatzstoffe sind Substanzen, die Lebensmitteln zugesetzt werden, um bestimmte technologische Funktionen zu erfüllen, z.B. um Lebensmittel zu färben, zu süßen oder zu konservieren.

In der Europäischen Union sind alle Lebensmittelzusatzstoffe mit E-Nummern gekennzeichnet und sind stets auf den Verpackungen der Lebensmittel in denen sie verwendet werden, auf der Liste der Inhaltsstoffe anzugeben. Auf dem Etikett muss sowohl die Funktion des Zusatzstoffs im fertigen Lebensmittel (z.B. Farbstoff oder Konservierungsmittel) als auch die spezifische verwendete Substanz mit der entsprechenden E-Nummer oder ihrem Namen (z.B. E 415 oder Xanthangummi) aufgeführt sein. Die am häufigsten auf Lebensmitteletiketten zu findenden Zusatzstoffe sind Antioxidationsmittel (zur Vorbeugung gegen ein Verderben der Lebensmittel infolge von Oxidation), Farbstoffe, Emulgatoren, Stabilisatoren, Gelier- und Verdickungsmittel, Konservierungsmittel und Süßungsmittel.

Abgeschlossene Arbeiten

Das Sachverständigengremium der EFSA für Lebensmittelzusatzstoffe und Nährstoffquellen, die Lebensmitteln zugesetzt werden (ANS) bewertet die Sicherheit von Lebensmittelzusatzstoffen. Dabei wertet es alle verfügbaren und einschlägigen wissenschaftlichen Daten aus, darunter Informationen über chemische und biologische Eigenschaften, die potenzielle Toxizität sowie die geschätzte ernährungsbedingte Exposition des Menschen. Ausgehend von diesen Daten zieht das Gremium seine Schlussfolgerungen im Hinblick auf die Sicherheit der vorgesehenen Verwendungen des Zusatzstoffs für die Verbraucher.

Das ANS-Gremium bewertet die Sicherheit sowohl neuer Lebensmittelzusatzstoffe als auch neuer Verwendungen bereits zugelassener Lebensmittelzusatzstoffe. Seit 2009 unterzieht das Gremium zudem alle früher zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffe einer Neubewertung, die bis 2020 abzuschließen ist.

Weitere Informationen:

2016 Veröffentlichung der letzten beiden Neubewertungen von Lebensmittelfarbstoffen und damit Abschluss dieses umfassenden Programms. Insgesamt hat das ANS-Gremium 41 Lebensmittelfarbstoffe erneut bewertet.

2014 Das ANS-Gremium verabschiedet eine Stellungnahme zum konzeptionellen Rahmen für die Risikobewertung bestimmter Lebensmittelzusatzstoffe im Zuge des Neubewertungsprogramms.

2013 Neubewertung des Süßungsmittels Aspartam, deren Abschluss auf Ersuchen der Europäischen Kommission vorgezogen wurde.

2013 Aktualisierung des EFSA-Modells zur Aufnahme von Lebensmittelzusatzstoffen (Food additives intake model – FAIM). Dabei handelt es sich um ein von der EFSA speziell entwickeltes Tool zur Expositionsabschätzung, das die Berechnung der geschätzten Exposition gegenüber dem betreffenden Lebensmittelzusatzstoff und seinen Nebenprodukten durch den Antragsteller unterstützen soll. Das Tool soll ferner dazu beitragen, die Einreichung der entsprechenden Daten zu harmonisieren.

2012 Das ANS-Gremium verabschiedet einen Leitfaden für die Einreichung von Anträgen auf Zulassung von Lebensmittelzusatzstoffen, der die wissenschaftlichen Fortschritte und neuesten Grundsätze im Bereich der Risikobewertung widerspiegelt. Das Dokument ersetzt die Leitlinien von 2001 des früheren Wissenschaftlichen Lebensmittelausschusses (SCF) der Europäischen Kommission, die später von den Gremien der EFSA bei ihren Risikobewertungen übernommen wurden.

2009 Entsprechend der Verordnung (EG) Nr. 1331/2008 legt das ANS-Gremium die Art der Daten fest, die von der Industrie für die Sicherheitsbewertung von Lebensmittelzusatzstoffen vorzulegen sind.

2008 Einrichtung des Gremiums für Lebensmittelzusatzstoffe und Lebensmitteln zugesetzte Nährstoffquellen (ANS) der EFSA.

Die EFSA hat drei Hauptaufgaben in Bezug auf Lebensmittelzusatzstoffe:

  • die Bewertung der Sicherheit neuer Lebensmittelzusatzstoffe oder vorgeschlagener neuer Verwendungen existierender Lebensmittelzusatzstoffe, bevor diese zur Verwendung in der EU zugelassen werden können
  • die Neubewertung aller Lebensmittelzusatzstoffe, die bereits vor dem 20. Januar 2009 zur Verwendung in der EU zugelassen wurden
  • die Beantwortung von Ad-hoc-Ersuchen der Europäischen Kommission um Überprüfung bestimmter Lebensmittelzusatzstoffe im Lichte neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und/oder sich ändernder Verwendungsbedingungen

Festlegung des „sicheren Niveaus“

Im Rahmen ihrer Sicherheitsbewertungen von Lebensmittelzusatzstoffen bestimmt die EFSA, wenn möglich (d.h. wenn ausreichende Daten vorliegen), für jeden Stoff eine zulässige tägliche Aufnahmemenge (Acceptable Daily Intake – ADI).

Beim ADI-Wert handelt es sich um die Menge eines Stoffs, die ein Mensch lebenslang täglich zu sich nehmen kann, ohne dass ein nennenswertes Risiko für seine Gesundheit besteht. ADI-Werte werden gewöhnlich in Milligramm (der Substanz) pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag (mg/kg KG/Tag) angegeben. Der ADI-Wert kann sich auf einen bestimmten Zusatzstoff oder eine Gruppe von Zusatzstoffen mit ähnlichen Eigenschaften beziehen. Bei der Neubewertung von in der Vergangenheit zugelassenen Zusatzstoffen kann die EFSA, nach Auswertung aller verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse, einen bestehenden ADI-Wert entweder bestätigen oder abändern.

Liegen keine ausreichenden Daten zur Festlegung eines ADI-Werts vor, kann eine Sicherheitsmarge berechnet werden, um zu bestimmen, ob die geschätzte Exposition potenziell bedenklich sein könnte.

In anderen Fällen, etwa für Stoffe, die bereits im Körper vorhanden oder übliche Bestandteile der Ernährung sind bzw. in Tierstudien keine schädlichen Wirkungen zeigen, ist es nicht nötig, einen ADI-Wert festzulegen.

Gemäß EU-Rechtsvorschriften bedürfen Lebensmittelzusatzstoffe einer Zulassung, bevor sie in Lebensmitteln verwendet werden dürfen.

Das Zulassungssverfahren beginnt mit der Einreichung eines offiziellen Antrags bei der Europäischen Kommission, der ein Antragsdossier umfasst, das wissenschaftliche Daten über die vorgeschlagenen Verwendungzwecke und -mengen des betreffenden Stoffs enhält. Die Kommission sendet dann das Dossier an die EFSA mit dem Ersuchen, die Sicherheit des Stoffs für die vorgesehenen Verwendungszwecke zu bewerten. Ausgehend von der Sicherheitsbewertung der EFSA entscheidet die Europäische Kommission über die Zulassung des betreffenden Stoffs. Die Zulassung vorgeschlagener neuer Verwendungen existierender Lebensmittelzusatzstoffe erfolgt nach dem gleichen Verfahren.

Sobald die Stoffe zugelassen sind, werden sie in der EU-Liste zulässiger Lebensmittelzusatzstoffe gemäß Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 aufgenommen, wo auch die jeweiligen Verwendungsbedingungen näher aufgeführt sind. Zugelassene Lebensmittelzusatzstoffe müssen außerdem die genehmigten Reinheitskriterien der Verordnung (EU) Nr. 231/2012 erfüllen.

Im Dezember 2008 wurden die bestehenden Rechtsvorschriften in vier vereinfachten Verordnungen zusammengeführt (konsolidiert), die alle sogenannten Stoffe zur Verbesserung von Lebensmitteln (also Lebensmittelzusatzstoffe, Lebensmittelenzyme und Aromastoffe) abdecken. Die Verordnung (EG) Nr. 1331/2008 führte ein einheitliches Zulassungsverfahren für diese Stoffe ein. Die Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 über Lebensmittelzusatzstoffe legte eine Liste der in der EU zulässigen Lebensmittelzusatzstoffe fest, die in vollem Umfang in der Verordnung (EU) Nr. 1129/2011 veröffentlicht wurde.