EFSA-Verwaltungsrat bekräftigt sein Vertrauen in die Unabhängigkeit seiner wissenschaftlichen Gremien und in ihre Verpflichtung zur Transparenz
20 Dezember 2004
Der EFSA-Verwaltungsrat hat im Rahmen der Sitzung am 16. Dezember 2004 unterstrichen, welche Bedeutung er den Grundsätzen der Unabhängigkeit und Transparenz - insbesondere in Bezug auf die Mitglieder seiner wissenschaftlichen Gremien - beimisst. Auslöser für die Diskussion in der Verwaltungsratssitzung war der am 26. November veröffentlichte Bericht von Friends of the Earth, in dem die EFSA und ihre Arbeit zu gentechnisch veränderten Organismen (GMO) kritisiert wurden. Der Verwaltungsrat bestätigte eine von der EFSA als Antwort auf den Bericht am 29. November herausgegebene Erklärung. Darin stellte sie fest, dass sie ihre Aufgabe, unabhängige, zuverlässige Empfehlungen zu Fragen im Zusammenhang mit gentechnisch veränderten Organismen abzugeben, in vollem Umfang erfüllt. Nach sorgfältiger Prüfung der von Friends of the Earth vorgebrachten Bedenken sprachen die Mitglieder des Verwaltungsrats den wissenschaftlichen Sachverständigen des GMO-Gremiums ihr volles Vertrauen aus.
Der EFSA-Verwaltungsrat nutzte die Diskussion, um erneut darauf hinzuweisen, dass die EFSA eine völlig unabhängige Einrichtung ist und bestätigten noch einmal, dass es in den Aufgabenbereich des wissenschaftlichen Ausschusses, der wissenschaftlichen Gremien und der Ad-hoc-Arbeitsgruppen falle, objektive wissenschaftliche Beratung zu geben und Gutachten zu erstellen.
Alle Mitglieder des wissenschaftlichen Ausschusses der EFSA und der acht Gremien wurden nach einem Aufruf zur Interessenbekundung sorgfältig ausgewählt. Grundlage für die Ernennung waren jeweils die wissenschaftlichen Sachkenntnisse und Erfahrung in der Risikobewertung.
Gemäß Artikel 37 der Gründungsverordnung (178/2002) müssen die Mitglieder der EFSA-Gremien unabhängig von jeder äußeren Einflussnahme handeln. Auf dieser Basis haben alle Mitglieder eine Verpflichtungserklärung sowie eine Interessenerklärung abgegeben, aus der entweder hervorgeht, dass keinerlei Interessenskonflikte bestehen, oder dass es unmittelbare oder mittelbare Interessen gibt, die ihre Unabhängigkeit beeinträchtigen könnten.
Die EFSA bemüht sich, die besten Experten Europas auszuwählen. Deshalb ist es nur natürlich, dass diese auch in bestimmten Fällen für Risikobewertungen auf nationaler Ebene herangezogen werden. Die EFSA ist nicht der Ansicht, dass sich aus der Mitarbeit in nationalen Risikobewertungsausschüssen oder –gremien ein Interessenkonflikt ergibt. Wissenschaftliche Gutachten für die Europäische Gemeinschaft, die von den EFSA-Gremien erarbeitet werden, sind tatsächlich das Ergebnis eines Konsensverfahrens, das auf individuellen Meinungen von Experten mit einschlägigen Erfahrungen beruht. Um wirklich völlig transparent zu sein, geben auf nationaler Ebene tätige Sachverständige eine Erklärung über diese Beteiligung ab, was sie jedoch nicht von den Beratungen ausschließt.
Im Sinne ihrer Verpflichtung zu Offenheit verfolgt das GMO-Gremium eine proaktive Politik, in dem es Interessengruppen, einschließlich Friends of the Earth, in die generischen Aktivitäten des Gremiums einbezieht. So z. B. beim Leitliniendokument für die Risikobewertung gentechnisch veränderter Pflanzen und daraus hergestellter Lebens- und Futtermittel.
Die EFSA wird ihre Politik der Transparenz und Unabhängigkeit weiter verfolgen und schlägt vor, künftig nicht nur die Interessenerklärungen der Ausschuss- und Gremienmitglieder, sondern auch die aller Arbeitsgruppenmitglieder auf ihrer Website zu veröffentlichen.
Außerdem hat der EFSA-Verwaltungsrat die von der Behörde in 2004 erzielten Fortschritte diskutiert und das Arbeitsprogramm 2005 vorläufig angenommen.
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