EFSA veröffentlicht europaweiten Überblick über Dioxinkonzentrationen in Lebensmitteln und Futtermitteln

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine Analyse der Konzentrationen von Dioxinen und verwandten Stoffen in Lebensmitteln und Futtermitteln veröffentlicht. Der Bericht, der vom für Datenerhebung und Expositionsabschätzung zuständigen Referat der EFSA erstellt wurde, beruht auf über 7 000 Proben, die von 21 europäischen Ländern zwischen 1999 und 2008 erhoben wurden. Die EFSA war von der Europäischen Kommission gebeten worden, die Schadstoffkonzentrationen von Dioxin im Vergleich mit den Höchstgehalten zu bewerten, die für verschiedene Lebensmittel- und Futtermittelkategorien in der EU zum Schutz der Verbraucher festgelegt wurden.

Zu Dioxinen und ähnlichen Verbindungen, wie etwa dioxinähnlichen polychlorierten Biphenylen (PCB), gehört eine Reihe giftiger Stoffe, die bei Verbrennung — z. B. durch Müllverbrennung oder bei Waldbränden — und einigen industriellen Prozessen entstehen. Dank vereinter EU-weiter Anstrengungen treten diese Stoffe seit den 1970er Jahren immer seltener in der Umwelt auf.

Dioxine kommen in geringen Konzentrationen in den meisten Lebensmitteln vor. Sie verursachen zwar keine unmittelbaren Gesundheitsprobleme, die langfristige Exposition gegenüber hohen Dioxinkonzentrationen hat jedoch nachweislich eine Reihe von Wirkungen, darunter Krebs. Die Langlebigkeit von Dioxinen und die Tatsache, dass sie sich in der Nahrungskette anreichern — insbesondere in Tierfett —, geben deshalb nach wie vor Anlass zu Sicherheitsbedenken.

Die — gemessen am Fettgehalt — höchsten Durchschnittskonzentrationen von Dioxinen und dioxinähnlichen PCB wurden bei Leber und Lebererzeugnissen von Tieren festgestellt. Die höchsten Durchschnittskonzentrationen — gemessen am Gesamtproduktgewicht — wiesen Fischleber und aus Fischleber hergestellte Erzeugnisse auf. Bei Tierfutter fanden sich die höchsten Durchschnittskonzentrationen in Fischöl.

Insgesamt lagen 8 % der Proben über den jeweiligen in den EU-Rechtsvorschriften festgesetzten Höchstwerten. Einige dieser Proben stammten allerdings eindeutig aus gezielten Probenahmen in bestimmten Belastungsepisoden. Zudem bestanden beim Anteil der Proben, welche die Höchstwerte überschritten, große Unterschiede zwischen verschiedenen Lebensmittel- und Futtermittelgruppen.

Der Bericht enthält die Schlussfolgerung, dass sich bei den Veränderungen der natürlichen Grundbelastung mit Dioxin und verwandten Stoffen im Zeitverlauf insofern kein klarer Trend feststellen lässt, als bei einigen Kategorien ein Anstieg, bei anderen jedoch ein Rückgang zu verzeichnen ist. Darüber hinaus wird die Bewertung solcher Trends durch gelegentliche Belastungsepisoden und durch mangelnde Informationen darüber erschwert, welche Proben aus gezielten Probenahmen oder aus Zufallsstichproben stammen.

Die gegenwärtige EU-Methode zur Messung der Gesamtdioxinkonzentrationen basiert auf Toxizitätswerten für verschiedene Dioxinarten, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1998 empfohlen wurden. Die EFSA war ferner gebeten worden, die Auswirkungen der in den WHO-Empfehlungen von 2005 festgesetzten Toxizitätswerte auf die Gesamtdioxinkonzentrationen zu bewerten; in diesen Empfehlungen war die relative Toxizität einiger Dioxinarten herabgestuft worden. Im Bericht wird festgestellt, dass die Benutzung der neuen Werte zu einer Verringerung der Gesamtdioxinkonzentrationen um 14 % führen, das Ausmaß der Verringerung jedoch je nach Lebensmittel- oder Futtermittelkategorie sehr unterschiedlich ausfallen würde.

Der Bericht empfiehlt schließlich regelmäßige stichprobenartige Untersuchungen einer ausreichend großen Zahl von Proben aus allen Lebensmittel- und Futtermittelgruppen, um präzise Bewertungen des Vorhandenseins von Dioxinen und dioxinähnlichen PCB zu gewährleisten.