Efsa-Beratung zur Sicherheit von Aluminium in Lebensmitteln

Wissenschaftler der EFSA, die für die Überwachung der Lebensmittelsicherheit in Europa zuständig ist, haben die Sicherheit von Aluminium aus allen Quellen in Lebensmitteln bewertet und eine tolerierbare wöchentliche Aufnahme (TWI) von 1 Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Nach Schätzungen von Experten des AFC-Gremiums[1] kann die Aluminiumaufnahme diese TWI bei einem erheblichen Teil der europäischen Bevölkerung überschreiten.

Das AFC-Gremium stützte seine Bewertung auf alle verfügbaren Studien, darunter auch einige, nach denen Aluminium das Nervensystem und den Fortpflanzungszyklus von Tieren schädigt.

Hauptquelle für die Aluminiumexposition der Allgemeinbevölkerung ist die Ernährung, wobei der Aluminiumgehalt je nach Lebensmittel stark schwanken kann. Aluminium in Lebensmitteln ist teilweise natürlicher Herkunft, teilweise stammt es aber auch aus aluminiumhaltigen Lebensmittelzusatzstoffen oder aus Aluminium in Töpfen, Pfannen und Folien, mit denen Lebensmittel in Berührung kommen. Die ernährungsbedingte Aluminiumaufnahme erfolgt in erster Linie über Getreide und Getreideprodukte (z. B. Brot, Kuchen, Kekse und Gebäck), Gemüse (z. B. Pilze, Spinat, Rettich und Salat), Getränke (z. B. Tee und Kakao) sowie über bestimmte Arten von Säuglingsfertignahrung. Trinkwasser stellt keine nennenswerte Expositionsquelle dar. Eine zusätzliche Exposition kann sich noch durch Arzneimittel und Konsumgüter ergeben, die Aluminiumverbindungen enthalten.

Das Gutachten des AFC-Gremiums wurde auf Ersuchen der Europäischen Kommission abgegeben, die sich über mögliche Risiken für die menschliche Gesundheit beraten lassen wollte, die mit Aluminium in der Ernährung verbunden sind. EU-Risikomanager erhalten mit dem Gutachten Grundlagen für weitere Überlegungen zur Verwendung von Aluminium in Lebensmitteln und Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen.

In einer Stellungnahme zum Gutachten erklärte Dr. Sue Barlow, die Vorsitzende des AFC-Gremiums: „Diese Überprüfung kommt zu rechten Zeit, weil sie darauf aufmerksam macht, dass wir bessere Daten zu den Quellen und zum Umfang der Aluminiumverwendung in Lebensmitteln brauchen, damit die Exposition von Personen gesenkt werden kann, bei denen die TWI möglicherweise überschritten wird.“

Die gesamte ernährungsbedingte Exposition gegenüber Aluminium wurde anhand von Studien aus verschiedenen europäischen Ländern abgeschätzt, darunter die Niederlande, Frankreich, das Vereinigte Königreich und Schweden. Das Gremium stellte fest, dass die individuelle ernährungsbedingte Exposition sehr unterschiedlich sein kann. Bei Erwachsenen lag sie durchschnittlich zwischen 0,2 und 1,5 mg pro kg Körpergewicht und Woche, während sich für die höchste Exposition von Kindern und Jugendlichen Werte im Bereich zwischen 0,7 und 2,3 mg pro kg Körpergewicht und Woche ergaben.

Die Kommission hatte das Gremium gebeten, die Exposition der verschiedenen Bevölkerungsgruppen ausführlich nach Quellen aufzuschlüsseln. Allerdings war es mit den vorliegenden Studien zur menschlichen Ernährung wegen ihres Konzepts und der verwendeten analytischen Methoden nur möglich, die gesamte Aluminiumexposition durch Lebensmittel, nicht aber die Beiträge aus verschiedenen Quellen (natürlich auftretende Menge, Beiträge von Lebensmittelzusatzstoffen sowie bei der Bearbeitung und Lagerung von Lebensmitteln aus aluminiumhaltigen Folien, Behältern und Küchengeräten freigesetzte Mengen) zu bewerten.

Angesichts der Verweildauer von Aluminium im Körper hielt es das Gremium für angebracht, an Stelle einer tolerierbaren täglichen Aufnahme eine tolerierbare wöchentliche Aufnahme (TWI) zu verwenden, für die ein Wert von 1 mg pro kg Körpergewicht festgelegt wurde.

Das Gremium stützte seine Bewertung auf die zusammengefassten Ergebnisse mehrerer Tierstudien, bei denen die Verabreichung von Aluminiumverbindungen mit der Nahrung zur Schädigung von Hoden, Embryonen sowie des sich entwickelnden und des ausgereiften Nervensystems geführt hatte. Das Gremium merkte an, dass die verfügbaren Studien eine Reihe von Beschränkungen aufweisen, und stellte fest, dass nur sehr wenige Studien zu einzelnen aluminiumhaltigen Lebensmittelzusatzstoffen vorliegen.

Aluminium hat sich bei Dialysepatienten, die anhaltend hohen Aluminiumkonzentrationen ausgesetzt sind, als neurotoxisch erwiesen. Außerdem ist auf einen Zusammenhang zwischen Aluminium und Alzheimer-Krankheit sowie anderen neurodegenerativen Erkrankungen des Menschen hingewiesen worden. Auf Grundlage der verfügbaren wissenschaftlichen Daten gelangte das Gremium jedoch nicht zu der Auffassung, dass die Aluminiumexposition durch Lebensmittel mit dem Risiko verbunden ist, die Alzheimer-Krankheit zu entwickeln.

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[1] Gremium für Lebensmittelzusatzstoffe, Aromastoffe, Verarbeitungshilfsstoffe und Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen