Aktuelles zu Schadstoffen: erstes von zwei Gutachten zu PFAS in Lebensmitteln

Die EFSA hat vorgeschlagen, die tolerierbaren Aufnahmemengen zweier chemischer Kontaminanten zu überarbeiten, denen Menschen infolge von Umweltverschmutzung über die Lebensmittelkette ausgesetzt sind. Dies ist die erste von zwei Bewertungen zu einer Gruppe von Substanzen, die als perfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) bezeichnet werden. Daher sind die Schlussfolgerungen als vorläufig zu betrachten und werden überarbeitet, während der zweite Teil fertiggestellt wird.

Dieses erste wissenschaftliche Gutachten befasst sich mit den wichtigsten PFAS, Perfluorooctansulfonat (PFOS) und Perfluoroctansäure (PFOA), zwei künstlich hergestellten chemischen Verbindungen, die seit Mitte des 20. Jahrhunderts weit verbreitet in Industrie- und Verbraucherprodukten Anwendung finden. Sie verbleiben lange Zeit in der Umwelt, weil sie sich nur langsam abbauen. Darüber hinaus können sie sich im menschlichen Körper anreichern, was bedeutet, dass es viele Jahre dauern kann, bis sie ausgeschieden werden.

Laufende Arbeiten und nächste Schritte

Die Europäische Kommission hat die EFSA ersucht, die von PFAS ausgehenden Risiken für die menschliche Gesundheit neu zu bewerten und hierzu auf Daten zurückzugreifen, die seit der ursprünglichen Bewertung dieser Verbindungen im Jahr 2008 verfügbar wurden.

Das CONTAM-Gremium arbeitet derzeit an der zweiten Bewertung, die sich mit den verbleibenden PFAS befasst. Sie wird sich auf mögliche Risiken für die menschliche Gesundheit durch andere PFAS als PFOS und PFOA konzentrieren, und der Gutachtenentwurf wird von der EFSA zur öffentlichen Konsultation gestellt werden. Da diese Substanzen häufig als Gemische in der Lebensmittelkette vorliegen, werden in das Gutachten auch die Arbeiten der EFSA zur Entwicklung von Rahmen für die Bewertung der kombinierten Exposition gegenüber mehreren chemischen Stoffen einfließen, deren Fertigstellung im Frühjahr 2019 geplant ist.

Die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Verwendung von PFOS wird durch EU-Vorschriften über persistente organische Schadstoffe – Verordnung (EG) Nr. 850/2004 – geregelt. Beschränkungen hinsichtlich der Herstellung und des Inverkehrbringens von PFOA werden am 4. Juli 2020, infolge wissenschaftlicher Bewertungen der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), in Kraft treten.

Diskussion wissenschaftlicher Divergenzen

Die EFSA kam mit Experten der ECHA und aus Mitgliedstaaten zusammen, die sich unlängst mit der Sicherheit dieser Substanzen befasst haben, um die wichtigsten Unterschiede zu früheren Bewertungen von PFOS/PFOA zu erörtern. Dies umfasste den wissenschaftlichen Ansatz des Gremiums, wichtige neue Datenquellen sowie verbleibende wissenschaftliche Unsicherheiten. Ein Sitzungsbericht ist nachstehend abrufbar.

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