Listeria monocytogenes: Aktuelle Informationen zum lebensmittelbedingten Krankheitsausbruch

Gefrorener Mais und möglicherweise anderes Tiefkühlgemüse sind die wahrscheinliche Quelle eines Ausbruchs von Listeria monocytogenes, von dem seit 2015 Dänemark, Finnland, Österreich, Schweden und das Vereinigte Königreich betroffen sind.

Experten setzten Ganzgenomsequenzierung zur Ermittlung der Lebensmittelquelle ein, nachdem ursprünglich gefrorenener Mais als einzige Quelle angenommen wurde. Bis zum 15. Juni 2018 wurden 47 Fälle, darunter neun Todesfälle, gemeldet.

Die gleichen Stämme von L. monocytogenes wurden in Tiefkühlgemüse nachgewiesen, das vom selben ungarischen Unternehmen in den Jahren 2016, 2017 und 2018 hergestellt wurde. Dies deutet darauf hin, dass die Stämme trotz durchgeführter Reinigung und Desinfektion in der Verarbeitungsanlage verblieben sind.

Vorliegende Informationen bestätigen die Kontamination der ungarischen Anlage. Es sind jedoch weitere Untersuchungen, einschließlich umfassender Probenahmen und Tests, erforderlich, um die genauen Punkte der Umweltkontamination in der ungarischen Anlage zu ermitteln. Die gleiche Empfehlung gilt für andere Unternehmen derselben Handelsgruppe, sollten dort Umweltkontaminationen festgestellt werden.

Am 29. Juni 2018 verbot das Ungarische Amt für die Sicherheit der Lebensmittelkette das Inverkehrbringen aller tiefgekühlter Gemüse- und Mischgemüseprodukte, die in der betroffenen Anlage zwischen August 2016 und Juni 2018 hergestellt wurden, und ordnete mit sofortiger Wirkung deren Rücknahme und Rückruf an. Diese letzte Maßnahme dürfte das Risiko von Infektionen beim Menschen erheblich verringern und den Ausbruch eindämmen. Sämtliche Gefrieraktivität in der Anlage wurde gestoppt.

Aufgrund der langen Inkubationszeit von Listeriose (bis zu 70 Tage), der langen Haltbarkeit tiefgekühlter Maisprodukte und des Verzehrs von gefrorenem Mais, der vor der Rückrufaktion gekauft und unzureichend erhitzt wurde, könnten nach wie vor neue Fälle auftreten.

Um das Infektionsrisiko zu verringern, sollten Verbraucher nicht verzehrfertiges Tiefkühlgemüse gründlich garen, auch wenn diese Produkte üblicherweise ohne vorheriges Erhitzen (z.B. in Salaten und Smoothies) verzehrt werden. Dies gilt insbesondere für Verbraucher mit dem höchsten Risiko, an Listeriose zu erkranken – darunter ältere Menschen, Schwangere, Neugeborene und Erwachsene mit geschwächtem Immunsystem.

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