Die EFSA 2012: Rückblick auf die ersten 10 Jahre, Rüsten für künftige Herausforderungen

Pressemitteilung
9 Juli 2013

Die EFSA feierte 2012 ihr zehnjähriges Bestehen und lieferte in diesem für sie bedeutenden Jahr erneut ein beachtliches Arbeitsprogramm ab, das auf den Leistungen des vorangegangenen Jahrzehnts aufbaute. Der heute veröffentlichte Jahresbericht der EFSA unterstreicht die Fortschritte, die im letzten Jahr in wichtigen wissenschaftlichen Bereichen erzielt wurden, etwa bei risikobasierten Ansätzen für die Fleischbeschau, chemischen Gemischen und Leitlinien zur Bewertung von Risiken für die Tiergesundheit. Der Bericht umreißt zudem die positiven Entwicklungen hinsichtlich der Beziehungen zu Interessengruppen, der Zusammenarbeit mit Partnern sowie der Stärkung bestehender Maßnahmen zur Gewährleistung der Unabhängigkeit der wissenschaftlichen Arbeit der Behörde.

Die Geschäftsführende Direktorin der EFSA, Catherine Geslain-Lanéelle, bemerkte dazu: „Das letzte Jahr veranschaulichte einmal mehr den Umfang und die Bandbreite der von der EFSA angeforderten wissenschaftlichen Beratung. Wir sind stolz auf das, was wir in den ersten 10 Jahren erreicht haben – wir konnten dazu beitragen, die Zahl der Salmonella-Infektionen bei Menschen in der EU erheblich zu verringern, bewerteten mehr als 3.000 gesundheitsbezogene Angaben und führten Neubewertungen zur Sicherheit von Lebensmittelfarbstoffen durch, um nur einiges zu nennen. Wir sind uns aber bewusst, dass noch größere Herausforderungen vor uns liegen. Wir müssen den Dialog mit den Risikomanagern weiter intensivieren und die EU-Risikobewertungsgemeinschaft ausbauen. Nur so lassen sich in Zeiten wirtschaftlicher Sparmaßnahmen Standards aufrechterhalten und das öffentliche Vertrauen in die Lebensmittelkette stärken. Bei all diesen Aufgaben wird es weiterhin von zentraler Bedeutung sein, die Qualität unserer Kommunikationsaktivitäten aufrechtzuerhalten.“

„Ich möchte all jenen danken, die 2012 zur Arbeit der EFSA beigetragen haben – den wissenschaftlichen Sachverständigen, unseren EU-Partnereinrichtungen, den Gremien der Mitgliedstaaten, Interessenvertretern, wissenschaftlichen Organisationen und Netzwerken sowie den Mitarbeitern der EFSA –, ohne deren Unterstützung wir unser ambitioniertes Arbeitsprogramm nicht hätten bewältigen können.“

Zu den weiteren Höhepunkten des wissenschaftlichen Arbeitsprogramms im Jahr 2012 zählten die Arbeit an den Neubewertungen des Süßungsmittels Aspartam und des Lebensmittelkontaktmaterials Bisphenol A, die Risikobewertungen zu drei Neonicotinoid-haltigen Pestiziden, welche einigen Studien zufolge mit einem Rückgang der Bienenzahl in Verbindung stehen, sowie eine Reihe interdisziplinärer Projekte, die sich mit aufkommenden Fragen befassten, wie etwa den Auswirkungen niedriger Dosen oder endokrin aktiven Substanzen. Darüber hinaus leistete die EFSA mit der Datenerhebung und -überwachung in so wichtigen Bereichen wie lebensmittelbedingte Erkrankungen und Pestizidrückstände in Lebensmitteln einen wichtigen Beitrag zum Schutz der öffentlichen Gesundheit.

Neben diesen geplanten Aufgaben beantwortete die EFSA dringende Ersuchen der Europäischen Kommission um Beratung zum Schmallenberg-Virus und zu Salmonella Stanley sowie um Bewertung einer Langzeitfütterungsstudie mit GV-Mais NK603 und Glyphosat.

Das wissenschaftliche Programm der Behörde erfolgte vor dem Hintergrund der 2012 veröffentlichten Wissenschaftsstrategie 2012-2016. Diese ehrgeizige Strategie legt dar, wie die EFSA, zusammen mit ihren Risikobewertungspartnern in den Mitgliedstaaten, gewährleisten will, dass die Behörde das europäische Lebensmittelsicherheitssystem in den kommenden Jahren weiterhin unterstützen kann.

Die Neubesetzung von acht Gremien sowie des Wissenschaftlichen Ausschusses der EFSA war ein weiterer wichtiger Meilenstein des Jahres 2012. Hierbei wurden erstmals die neuen Richtlinien der EFSA zu Unabhängigkeit und wissenschaftlichen Entscheidungsfindungsprozessen sowie deren im Februar 2012 verabschiedeten Durchführungsbestimmungen angewandt. Die zweite, von Ernst & Young vorgenommene, externe Bewertung der EFSA unterstrich, dass die Behörde ihren Auftrag gemäß ihrer Gründungsverordnung erfüllt, und hob hervor, dass die EFSA eine Kultur der Transparenz pflege sowie über Systeme zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit ihrer wissenschaftlichen Beratung verfüge. Um ihrer Rechenschaftspflicht noch besser nachzukommen und ein größeres Verständnis hinsichtlich der Arbeiten der EFSA im Bereich der Risikobewertung zu fördern, startete die Behörde 2012 ein Pilotprojekt, im Rahmen dessen es interessierten Kreisen ermöglicht wurde, an Plenarsitzungen ihrer wissenschaftlichen Gremien beobachtend teilzunehmen.

Mit der Neubesetzung und Stärkung der Konsultationsplattform für Interessengruppen baute die EFSA den Dialog mit Interessengruppen weiter aus, und durch die Weiterentwicklung des Referats Antragsbetreuung förderte sie den Austausch mit Wirtschaftsakteuren. Auf der Website der EFSA wurde ein Helpdesk-Bereich eingerichtet, der Antragstellern und sonstigen Interessengruppen strukturierte Orientierungshilfe sowie die Möglichkeit bietet, Fragen zum Antragsverfahren zu übermitteln. Die Kommunikationsexperten der EFSA veröffentlichten zusammen mit nationalen Lebensmittelsicherheitsbehörden Leitlinien für die Risikokommunikation, die den Mitgliedstaaten dabei helfen werden, praxisbewährte Ansätze untereinander auszutauschen.

Den Höhepunkt des Programms an Aktivitäten anlässlich des zehnjährigen Bestehens bildeten zwei Veranstaltungen, die im November in Parma stattfanden und bei denen die wesentlichen Herausforderungen im Blickpunkt standen, mit denen sich die EFSA auf wissenschaftlicher und institutioneller Ebene auseinanderzusetzen hat. Die wissenschaftliche Tagung mit dem Titel „Grenzen der Risikobewertung herausfordern – Erfahrungen austauschen“, an der fast 600 führende Sachverständige für Risikobewertung aus Europa und darüber hinaus teilnahmen, bot eine inspirierende Plattform für Wissenschaftler unterschiedlichster, für die Arbeit der EFSA bedeutender Disziplinen. Die Diskussionen der zweiten Veranstaltung, einer gemeinsam mit der Generaldirektion Gesundheit und Verbraucher (GD SANCO) ausgerichteten hochrangigen institutionellen Konferenz, konzentrierten sich auf die ungebrochene Bedeutung, die einer starken Beziehung zwischen Risikobewertern und Risikomanagern für Europa zukommt.

Am Jahresende begrüßte Catherine Geslain-Lanéelle Vertreter der EU, des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission sowie den italienischen Gesundheitsminister und den Bürgermeister von Parma zur offiziellen Einweihung des eigens errichteten neuen EFSA-Sitzes in Parma, den die Behörde im Januar 2012 bezogen hatte.

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