Zweistufige öffentliche Konsultation zu Bisphenol A – abschließendes Gutachten in 2014

Die EFSA wird im Juli eine öffentliche Konsultation zu einer aktualisierten und erweiterten Abschätzung der BPA-Exposition in Europa in die Wege leiten; BPA (Bisphenol A) ist eine Substanz, die in Lebensmittelkontaktmaterialien und anderen Erzeugnissen Verwendung findet. Die Behörde hatte zuletzt 2006 eine Expositionsabschätzung zu BPA durchgeführt. Die neue Abschätzung stellt eine umfassende Aktualisierung dar und berücksichtigt sowohl Nahrungs- als auch Nicht-Nahrungsquellen (wie Papier, Einatmen und Staub). Während die EFSA-Sachverständigen bedeutende Fortschritte bei der Bewertung potenzieller Risiken durch BPA für die menschliche Gesundheit erzielt haben, wird mehr Zeit benötigt, um wichtige gesundheitliche Auswirkungen, die in Tierversuchen beobachtet wurden, sowie deren mögliche Relevanz für die menschliche Gesundheit zu bewerten.

Alle Interessengruppen und sonstigen interessierten Kreise werden von Mitte Juli bis Mitte September 2013 die Möglichkeit haben, ihre Stellungnahmen zu dem Entwurf der Expositionsabschätzung abzugeben. Vor Fertigstellung des wissenschaftlichen Gutachtens wird die EFSA in einer zweiten Phase Anfang 2014 eine öffentliche Konsultation zu den die menschliche Gesundheit betreffenden Aspekten ihrer Risikobewertung durchführen. Im Interesse der Offenheit und Transparenz wird die Behörde auch weiterhin regelmäßig aktuelle Informationen zum Fortschritt dieser wichtigen wissenschaftlichen Arbeiten veröffentlichen.

Notes to editors
  • BPA ist eine chemische Verbindung, die zur Herstellung von Kunststoffen und Harzen verwendet wird, die wiederum zur Fertigung von Lebensmittelbehältnissen aus Polycarbonat bzw. Schutzbeschichtungen für Lebensmittel- und Getränkedosen eingesetzt werden können.
  • Die EFSA schloss 2006 ihre vollständige Risikobewertung von BPA ab und setzte eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI-Wert) von 0,05 mg/kg Körpergewicht/Tag für diese Substanz fest. Der TDI-Wert ist die auf der Basis des Körpergewichts geschätzte Menge eines Stoffs, die ohne nennenswertes Risiko ein Leben lang täglich aufgenommen werden kann. Die EFSA bewertete auch die von Erwachsenen, Säuglingen und Kindern über Lebensmittel und Getränke aufgenommenen BPA-Mengen und stellte fest, dass diese deutlich unter dem TDI-Wert lagen. Seit 2006 hat die EFSA ihre wissenschaftlichen Empfehlungen zu BPA mehrmals aktualisiert, zuletzt im Jahr 2011, als sie ihre Risikobewertung auf den neuesten Stand brachte.
  • Im Februar 2012, nach weiterer Auswertung jüngster wissenschaftlicher Studien, beschloss das Gremium der EFSA für Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, Enzyme, Aromastoffe und Verarbeitungshilfsstoffe (CEF-Gremium), eine vollständige Neubewertung der für den Menschen bestehenden Risiken im Zusammenhang mit der BPA-Exposition über die Ernährung vorzunehmen und dabei auch den Beitrag von Nicht-Nahrungsquellen zur BPA-Gesamtbelastung zu berücksichtigen. Neben der Auswertung aller vorliegenden Daten und wissenschaftlichen Studien zur ernährungsbedingten Exposition, die seit dem EFSA-Gutachten von 2006 veröffentlicht wurden, befasst sich das Gremium auch eingehend mit den Unsicherheiten hinsichtlich einiger mit BPA in Zusammenhang stehenden Wirkungen, die an Nagern bei niedrigen Dosen beobachtet wurden, sowie mit deren möglicher Relevanz für die menschliche Gesundheit.
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