Unzureichende Daten verhindern abschließende Bewertung der Sicherheit von GV-Mais 3272 durch EFSA

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erklärte, sie könne zu keinem abschließenden Ergebnis bezüglich der Sicherheit des genetisch veränderten (GV) Mais 3272 gelangen, nachdem der Antragsteller es versäumt hatte, wesentliche Daten vorzulegen, die eine vollständige Risikobewertung gestatten. Der Behörde war es daher nicht möglich, abschließend über die Sicherheit von GV-Mais 3272 im Hinblick auf die Gesundheit von Mensch und Tier zu befinden, da der Antrag eine Reihe der in den Leitlinien der EFSA dargelegten Mindeststandards nicht erfüllte.

Das Gremium für genetisch veränderte Organismen (GVO) der EFSA stellte fest, dass die durch den Antragsteller vorgenommene vergleichende Bewertung von GV-Mais 3272 aufgrund fehlender Daten unzureichend sei.

Dies ist von entscheidender Bedeutung, da die vergleichende Bewertung eine grundlegende Voraussetzung für die Risikobewertung von GVO in der Europäischen Union (EU) ist. Im Rahmen dieses Ansatzes vergleicht man GV-Pflanzen sowie aus diesen gewonnene Lebens- und Futtermittel mit ihren jeweiligen herkömmlichen Pendants – sogenannten Vergleichspflanzen bzw. Vergleichsprodukten (Komparatoren). Diese Vorgehensweise ist gemäß den geltenden EU-Rechtsvorschriften für sämtliche GVO-Zulassungsanträge erforderlich. Ihr liegt die Annahme zugrunde, dass Lebens- und Futtermittel aus konventionell gezüchteten Pflanzen seit langem sicher verwendet werden und daher als Vergleichsbasis für die Risikobewertung von aus GV-Pflanzen gewonnenen Lebens- und Futtermitteln dienen können.

Nach der Bewertung der vom Antragsteller durchgeführten Feldversuche teilte die EFSA mit, dass die vom Antragsteller als Vergleichspflanze gewählte Pflanzensorte nicht zulässig sei und die bisherige unbedenkliche Verwendung nicht nachgewiesen werden konnte. Aufgrund dieses Defizits erklärte das GMO-Gremium, dass keine Schlussfolgerungen hinsichtlich der Sicherheit wesentlicher Eigenschaften von GV-Mais 3272 gezogen werden können, wie etwa in Bezug auf seine Zusammensetzung, ernährungsphysiologischen Eigenschaften, Toxizität und Allergenität der ganzen Pflanze. Wie bei fast allen (bisher 98%) der bei der EFSA eingereichten Zulassungsanträge für GVO, forderten die Sachverständigen der Behörde vom Antragsteller zusätzliche Daten an, um den GV-Mais 3272 korrekt bewerten zu können. Die daraufhin vom Unternehmen eingereichten Informationen über Feldversuche, die für die vergleichende Bewertung durchgeführt worden waren, erfüllten jedoch ebenfalls nicht die in den Leitlinien der EFSA dargelegten Kriterien für die Risikobewertung von GVO.

Aufgrund der mangelnden Daten konnte das Gremium auch keine vollständige Schlussfolgerung hinsichtlich der Allergenität von AMY797E – einem von zwei in der GV-Pflanze neu exprimierten Proteinen – ziehen. Der Antragsteller war zweimal aufgefordert worden, zusätzliche Daten vorzulegen.

Für einige Aspekte des Antrags konnte die EFSA die Sicherheitsbewertung hingegen abschließen. So erklärte das GMO-Gremium, dass keine Hinweise auf eine Allergenität oder Toxizität im Zusammenhang mit PMI – dem zweiten in GV-Mais 3272 neu exprimierten Protein – vorliegen. Die EFSA kam ferner zu dem Schluss, dass es unwahrscheinlich sei, dass die GV-Pflanze im Rahmen ihrer Verwendungszwecke als Lebens- und Futtermittel sowie zur Einfuhr und Verarbeitung bzw. bei der Herstellung von Biokraftstoff nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt habe.

Die Risikobewertung der EFSA zu GV-Mais 3272 wurde gemäß ihrem Auftrag, unabhängige wissenschaftliche Beratung für die EU-Entscheidungsträger zu leisten, erstellt. Die Bewertungen der EFSA werden, neben anderen Faktoren, von den Risikomanagern der Europäischen Kommission und der Mitgliedstaaten bei ihrer Entscheidung über die Zulassung von GVO berücksichtigt.

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