EFSA sucht neue Sachverständige für zwei Wissenschaftliche Gremien

Pressemitteilung
15 April 2013

Die EFSA nimmt für zwei ihrer wissenschaftlichen Gremien Bewerbungen von wissenschaftlichen Sachverständigen mit Erfahrung bei der Risikobewertung chemischer Stoffe entgegen, die daran interessiert sind, Zeichen in der europäischen Lebensmittelsicherheit zu setzen und Teil des Netzwerks zu werden, das die besten Wissenschaftler Europas im Bereich der Lebensmittelsicherheit vereint. Die Sachverständigen der EFSA tragen zum Schutz der europäischen Verbraucher bei, indem sie Entscheidungsträgern in Europa wissenschaftliche Beratung von höchster Qualität zu möglichen Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit der Lebensmittelkette zur Verfügung stellen. Wissenschaftliche Sachverständige in Bereichen wie Toxikologie, Chemie und Abschätzung der ernährungsbedingten Exposition sind aufgerufen, sich für die Mitarbeit im wissenschaftlichen Gremium für Lebensmittelzusatzstoffe und Lebensmitteln zugesetzte Nährstoffquellen (ANS Gremium) bzw. im wissenschaftlichen Gremium für Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, Enzyme, Aromastoffe und Verarbeitungshilfsstoffe (CEF Gremium) zu bewerben. Der Aufruf zur Interessenbekundung für das 2014 beginnende Mandat läuft bis zum 17. Juni 2013.

Dr. Iona Pratt, Toxikologin und derzeitige Vorsitzende des CEF-Gremiums, fasst ihre Gründe für die Mitarbeit als EFSA-Sachverständige wie folgt zusammen: „Wir besprechen neueste wissenschaftliche Daten in multidisziplinären Gruppen und lernen so die Sichtweisen anderer Wissenschaftler kennen. Meine Arbeit bei der EFSA ist auch von großem Nutzen für meine Tätigkeit auf nationaler Ebene, da sie ebenso auf nationale Fragestellungen zur Lebensmittelsicherheit angewendet werden kann.“

Die Vorsitzende des ANS-Gremiums Dr. Alicja Mortensen, leitende Wissenschaftlerin im Bereich Toxikologie und Risikobewertung an der Technischen Universität Dänemarks, fügt hinzu: „Neue Daten auszuwerten und einen Beitrag zur gemeinsamen Entscheidungsfindung zu leisten sind wesentliche Aspekte, aber von besonderer Bedeutung ist für mich, dass ich an entscheidender Stelle zur Lebensmittelsicherheit in Europa und damit zu Gesundheit und Wohlergehen der Gesellschaft beitragen kann.“

Hubert Deluyker, Leiter des Direktorats Wissenschaftsstrategie und Koordination der EFSA, erklärte: „Die Arbeit des ANS- und des CEF-Gremiums betrifft wichtige Bereiche, wie Lebensmittelzusatzstoffe und Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Die EFSA sucht führende Wissenschaftler, die durch ihre Tätigkeit an Universitäten, Forschungseinrichtungen, nationalen Lebensmittelsicherheitsbehörden und Risikobewertungsstellen in Europa und international Erfahrung auf ihrem jeweiligen Gebiet gesammelt haben oder mit der Risikobewertung vertraut sind.“

Die wissenschaftlichen Gremien der EFSA stellen ihre unabhängige wissenschaftliche Beratung in Form von wissenschaftlichen Gutachten bereit. Diese Gutachten werden im EFSA Journal veröffentlicht, das von führenden bibliografischen Datenbanken, darunter CABI, SciFinder und ISI Web of Science, indexiert wird.

Bewerber sollten Erfahrung bei der Durchführung wissenschaftlicher Risikobewertungen vorweisen und auf exzellente wissenschaftliche Leistungen in den Bereichen Toxikologie, Toxizitätsprüfung, Chemie, Abschätzung der ernährungsbedingten Exposition, menschliche Ernährung, Lebensmittelenzyme (auch von genetisch veränderten Mikroorganismen) bzw. Lebensmitteltechnologie nachweisen können. Die erfolgreichen Bewerber, denen ein dreijähriges Mandat angeboten wird, werden dazu beitragen, europäischen Entscheidungsträgern im Bereich der Lebens- und Futtermittelsicherheit wissenschaftliche Beratung auf höchstem Niveau bereitzustellen.

Interessierte Sachverständige sind eingeladen, sich über ein Onlineverfahren für die Mitgliedschaft in den wissenschaftlichen Gremien der EFSA zu bewerben. Näheres hierzu ist während der Laufzeit des Aufrufs über den unten aufgeführten Link bzw. die Homepage der EFSA-Website zu erfahren. Dieser Aufruf wurde auch im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht.


Hinweise für die Redaktion:

  • Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wurde im Januar 2002 in der Folge einer Reihe von Lebensmittelkrisen in den späten 1990er Jahren eingerichtet, um als unabhängige Quelle für wissenschaftliche Beratung und Kommunikation zu Risiken im Zusammenhang mit der Lebensmittelkette zu dienen. Innerhalb des europäischen Lebensmittelsicherheitssystems erfolgt die Risikobewertung unabhängig vom Risikomanagement. In ihrer Eigenschaft als Risikobewerter erstellt die EFSA wissenschaftliche Gutachten und Empfehlungen, um solide Grundlagen für die europäische Politikgestaltung und Rechtsetzungstätigkeit bereitzustellen und um die Europäische Kommission, das Europäische Parlament sowie die EU-Mitgliedstaaten dabei zu unterstützen, effektive und zeitnahe Entscheidungen im Bereich des Risikomanagements zu treffen.
  • Das ANS-Gremium befasst sich mit der Sicherheitsbewertung von Lebensmittelzusatzstoffen, wie Farb- und Süßstoffen, Lebensmitteln zugesetzten Nährstoffquellen (z.B. Vitamin- und Mineralstoffquellen) sowie anderen Stoffen, die Lebensmitteln bewusst zugesetzt werden, darunter auch solche für nicht-technologische Zwecke, z.B. Stoffe mit funktionalen Eigenschaften, nicht jedoch mit Aromastoffen und Enzymen, welche in den Aufgabenbereich des CEF-Gremiums fallen.
  • Das CEF-Gremium befasst sich mit der Sicherheitsbewertung von Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, wie sie beispielsweise in Lebensmittelbehältern oder -verpackungen eingesetzt werden, sowie mit Aromastoffen, Lebensmittelenzymen, Verarbeitungshilfsstoffen und bestimmten Verfahren (z.B. Bestrahlung von Lebensmitteln und Recycling von Kunststoffen zur Verwendung in Lebensmittelkontaktmaterialien).
  • Das ANS- und das CEF-Gremium führen den Großteil ihrer Arbeit im Kontext von Zulassungsverfahren durch, da sie sich hauptsächlich mit regulierten Substanzen bzw. Verfahren beschäftigen, die von der EFSA bewertet werden müssen, bevor ihr Einsatz in der EU genehmigt werden kann.

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