EFSA schließt Konsultation zu Aspartam mit öffentlicher Sitzung ab

Pressemitteilung
9 April 2013

Die EFSA befasst sich derzeit mit über 200 Stellungnahmen, die während ihrer öffentlichen Online-Konsultation zum Gutachtenentwurf der Behörde zu Aspartam eingingen, und zieht dabei auch die wichtigsten Erkenntnisse aus einem umfassenden und konstruktiven Austausch mit Interessengruppen in Betracht, der heute im Rahmen einer nachbereitenden Sitzung stattfand. Durch diesen Prozess wurde sichergestellt, dass nichts unversucht blieb, um ein breitestmögliches Spektrum an wissenschaftlichen Ansichten und Informationen zu berücksichtigen, bevor das Gremium der EFSA für Lebensmittelzusatzstoffe und Lebensmitteln zugesetzte Nährstoffquellen (ANS-Gremium) sein Gutachten verabschiedet. Die Ergebnisse der öffentlichen Online-Konsultation und Rückmeldungen aus der Sitzung sowie die Antworten der EFSA auf die eingegangenen Kommentare werden in einem Bericht zusammengetragen, dessen Veröffentlichung zusammen mit der des endgültigen Gutachtens für Mai 2013 vorgesehen ist.

Im Anschluss an die heutige Sitzung in Brüssel zur Erörterung der im Zuge der öffentlichen Konsultation eingereichten Stellungnahmen erklärte die Vorsitzende des ANS-Gremiums, Alicja Mortensen: „Wir haben eine Menge aus dieser Konsultation gelernt und von der sich durch dieses Treffen bietenden Möglichkeit profitiert, ein besseres Verständnis hinsichtlich der eingegangenen Stellungnahmen zu erlangen. So haben wir beispielsweise erkannt, dass wir noch besser erklären müssen, warum wir bestimmte Studien in unsere Risikobewertung einbeziehen bzw. davon ausschließen, und dass wir auf die Unsicherheiten und Beschränkungen einiger der vorliegenden Studien eingehen müssen. Wir werden uns bei der Fertigstellung unseres Gutachtens mit allen heute angesprochenen Punkten sehr gründlich auseinandersetzen.

Im Zuge der von der EFSA durchgeführten öffentlichen Online-Konsultation gingen bei der Behörde insgesamt 219 Stellungnahmen zu ihrem Gutachtenentwurf ein. Die Mehrzahl davon wurde von NGOs und Mitgliedern der Öffentlichkeit eingereicht; der überwiegende Teil der übrigen Kommentare stammt aus der Wissenschaft, von nationalen Lebensmittelsicherheitsbehörden, der Lebensmittelindustrie und Journalisten. Die Stellungnahmen wurden nach folgenden Hauptthemen in Gruppen zusammengefasst: wissenschaftliche Aspekte des Gutachtens, Toxizität von Methanol (ein Metabolit von Aspartam) und Formaldehyd (ein Metabolit von Methanol), Verbraucherexposition gegenüber Aspartam, redaktionelle Änderungen sowie politische Fragen im vorliegenden Zusammenhang (z.B. fälschlicherweise an die EFSA gerichtete Kommentare zur Regulierung von Aspartam, etwa Forderungen eines Verbots dieses Süßungsmittels, welche von der EFSA in Anbetracht ihrer Rolle als wissenschaftlicher Risikobewerter nicht berücksichtigt werden).

Bei der heutigen Sitzung kamen rund 50 Teilnehmer zusammen, darunter Vertreter nationaler Lebensmittelsicherheitsbehörden, von EU-Einrichtungen, Verbrauchergruppen und NGOs, aus der Wissenschaft sowie aus der Lebensmittelindustrie. Auch wissenschaftliche Sachverständige und Mitarbeiter der EFSA befanden sich unter den Anwesenden. Nach Präsentationen der EFSA zu ihrem Gutachtenentwurf folgten acht Kurzvorträge von geladenen Gastreferenten zu Fragen, die von diesen während der Online-Konsultation aufgeworfen worden waren und welche anschließend die Grundlage für weitere Diskussionen unter den Teilnehmern bildeten. Die angesprochenen Themen umfassten die Art der Auswahl von Studien für die Risikobewertungen der EFSA durch ihre Sachverständigen, die Unbedenklichkeit der Metaboliten von Aspartam sowie die bestmögliche Weise, um die im Gutachtenentwurf hervorgehobenen Unsicherheiten auszudrücken.

Die Präsentationen der Sitzung und ein Hintergrund-Feature werden zu gegebener Zeit auf der Website der EFSA zugänglich gemacht werden und über folgenden Link zu erreichen sein:

 


Hinweise für die Redaktion:

  • Am 8. Januar 2013 startete die EFSA eine öffentliche Konsultation über ihren Entwurf eines Wissenschaftlichen Gutachtens zur Neubewertung von Aspartam (E 951) als Lebensmittelzusatzstoff. Alle Interessengruppen und sonstigen interessierten Kreise waren aufgerufen, im Rahmen der öffentlichen Online-Konsultation bis zum 15. Februar 2013 zu dem Gutachtenentwurf Stellung zu nehmen:
  • Aspartam ist ein kalorienarmes, intensives Süßungsmittel, das ca. 200-mal süßer ist als Saccharose (herkömmlicher Zucker). Die Neubewertung von Aspartam ist Teil der systematischen Neubewertung aller Lebensmittelzusatzstoffe, die vor dem 20. Januar 2009 in der EU zugelassen wurden. Zum EU-Rechtsrahmen für Lebensmittelzusätze wie Süßstoffe sowie die Rolle der EFSA in Bezug auf Aspartam siehe:
  • Die EFSA hat bereits in der Vergangenheit neue Studien zu Aspartam ausgewertet, doch beim aktuellen Mandat handelt es sich um die erste vollständige Risikobewertung von Aspartam, um die die EFSA ersucht wurde und welche vom ANS-Gremium der Behörde vorgenommen wird. Für ausführliche Informationen über den zur öffentlichen Konsultation vorgelegten Entwurf der EFSA eines wissenschaftlichen Gutachtens zur Sicherheit von Aspartam siehe:

Für Medienanfragen wenden Sie sich bitte an:
Medienstelle der EFSA
Tel. +39 0521 036 149
E-Mail: Press@efsa.europa.eu