VTEC-Stämme: EFSA untersucht Risiken für öffentliche Gesundheit

Webnachricht
9 April 2013

Den wissenschaftlichen Sachverständigen der EFSA zufolge ist es derzeit nicht möglich zu bestimmen, welche VTEC-Bakterienstämme potenziell in der Lage sind, Krankheiten beim Menschen auszulösen. Um Risikomanager dabei zu unterstützen, Risiken für die menschliche Gesundheit zu identifizieren, hat die EFSA ein Verfahren zur Kategorisierung von VTEC-Stämmen entsprechend deren Potenzial, Krankheiten zu verursachen, vorgeschlagen. Diese Arbeit erfolgte auf Anfrage des Österreichischen Bundesministeriums für Gesundheit.

Bei VTEC (Verocytotoxin produzierenden Escherichia coli) handelt es sich um eine Gruppe pathogener E.coli-Bakterien, die beim Menschen blutigen Durchfall sowie das hämolytisch-urämische Syndrom – eine schwere, häufig mit Nierenversagen einhergehende und mitunter tödlich verlaufende Komplikation – hervorrufen kann [1].

Das Gremium der EFSA für biologische Gefahren (BIOHAZ) hat EU-weite Daten zu verschiedenen VTEC-Stämmen im Hinblick auf ihre berichtete Häufigkeit, die Schwere der von ihnen hervorgerufenen Krankheiten beim Menschen sowie ihre Assoziation mit Ausbrüchen ausgewertet. Das Gremium kam zu dem Schluss, dass es in Bezug auf in Lebensmitteln nachgewiesene VTEC-Stämme derzeit nicht vollständig möglich ist, deren jeweiliges Potenzial, Krankheiten beim Menschen auszulösen, vorherzusagen.

Das Gremium hat jedoch eine Orientierungshilfe zur Verfügung gestellt, um die im Bereich der öffentlichen Gesundheit zuständigen Behörden bei der Bewertung der mit VTEC-Stämmen verbundenen Risiken zu unterstützen. Die Mitglieder des Gremiums schlugen einen Ansatz vor, der den Nachweis von spezifischen Genen in VTEC-Stämmen aus Menschen, Tieren und Lebensmitteln umfasst. Zur Optimierung künftiger Risikobewertungen wird die EFSA diesen Ansatz regelmäßig überprüfen.

Da nicht alle Erkrankungsfälle beim Menschen gemeldet werden und keine vollständigen Informationen vorliegen, empfahlen die wissenschaftlichen Sachverständigen der EFSA zudem, dass alle Mitgliedstaaten umfassende Daten zu VTEC-Stämmen erfassen, wenn diese erkannt werden. Eine möglichst genaue Berichterstattung hilft, die Faktoren vorherzusagen, die für die Schwere von Infektionen und Ausbrüchen beim Menschen verantwortlich sind.

Um diese Bewertung durchzuführen, verwendete das Gremium Daten aus dem Europäischem Überwachungssystem (TESSy-Daten), die vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten zur Verfügung gestellt wurden, Daten aus dem heute veröffentlichten EU-Kurzbericht über Entwicklungstendenzen und Quellen von Zoonosen, Zoonoseerregern und lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen in 2011 sowie Daten aus der einschlägigen wissenschaftlichen Literatur.


Hinweise für die Redaktion:

[1] Ein virulenter und seltener VTEC-Stamm, O104:H4, wurde als Quelle der E.coli-Ausbrüche in Frankreich und Deutschland von 2011 identifiziert.

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