Neuer Aufruf zur Einreichung von Daten soll Neubewertungen von Lebensmittelzusatzstoffen frischen Schwung verleihen

Webnachricht
27 März 2013

Aktualisiert*

Die EFSA hat Lebensmittelzusatzstoffe, für die noch wissenschaftliche Daten erforderlich sind, um ihre Neubewertung innerhalb der von den EU-Rechtsvorschriften festgelegten Fristen abschließen zu können, auf ihre Prioritätenliste gesetzt. Hierzu hat die Behörde einen neuen Aufruf zur Einreichung von Daten veröffentlicht, in dem sie von Mitgliedstaaten und weiteren Interessengruppen proaktiv zwei Arten von Daten für insgesamt 51 Lebensmittelzusatzstoffe anfordert: Daten von Vertretern aus der Industrie zu den Mengen an diesen Zusätze, die sie laut eigenen Angaben in ihren Erzeugnissen verwenden, sowie Daten, die aus Analysen nationaler Lebensmittelbehörden, von Forschungsinstituten, akademischen Einrichtungen, der Lebensmittelindustrie und anderen Interessensgruppen stammen und aus denen die tatsächlich nachgewiesenen Konzentrationen dieser Zusätze in Lebensmitteln und Getränken hervorgehen. Die Einreichung der Daten soll sicherstellen, dass die EFSA ihre Risikobewertungen zu den betreffenden Lebensmittelzusatzstoffen durchführen und EU-Risikomanager (Europäische Kommission, Europäisches Parlament, Mitgliedstaaten), die mit der Regulierung ihrer Verwendung in Lebensmitteln beauftragt sind, unterstützen kann.

Um ihre Neubewertung von Lebensmittelzusatzstoffen voranzutreiben und je nach Priorität zu bearbeiten, hat das Gremium für Lebensmittelzusatzstoffe und Lebensmitteln zugesetzte Nährstoffquellen (ANS-Gremium) der EFSA die im Programm verbleibenden Lebensmittelzusatzstoffe ausgehend von der Verfügbarkeit wissenschaftlicher Daten in Gruppen eingeteilt. Der heutige Aufruf zur Einreichung von Daten listet 15 mit Vorrang zu bewertende Lebensmittelzusatzstoffe auf, für die bis Juli 2013 Daten vorliegen sollten, um die Verabschiedung der entsprechenden Gutachten bis Ende 2013 zu ermöglichen. Für weitere 36 Zusatzstoffe ist, im Hinblick auf die Annahme mehrerer Gutachten im Jahr 2014 und angesichts einer auf 2015 festgesetzten gesetzlichen Frist, der Stichtag zur Einreichung von Daten im November 2013.

Gemäß den EU-Rechtsvorschriften muss die EFSA Hunderte von Lebensmittelzusatzstoffen und ihre zugelassenen Verwendungen bis 2020 neu bewerten. Außerdem überprüft die Behörde einige ihrer früheren Neubewertungen von bestimmten Lebensmittelfarbstoffen, da die Verbraucherexposition ihnen gegenüber bei einigen Bevölkerungsgruppen ursprünglich aufgrund unzureichender Daten höher als die zulässige tägliche Aufnahmemenge (Acceptable Daily Intake – ADI) eingeschätzt worden war.

 


Hinweise für die Redaktion:

  • Laut Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 muss die EFSA alle Lebensmittelzusatzstoffe, die vor dem 20. Januar 2009 in der EU zur Verwendung genehmigt wurden, bis 2020 neu bewerten, bevor sie in eine endgültige EU-Liste zugelassener Lebensmittelzusatzstoffe aufgenommen werden können. Alle in früheren Rechtsvorschriften (Richtlinien 94/35/EG zu Süßungsmitteln, 94/36/EG zu Farbstoffen, 95/2/EG zu Lebensmittelzusatzstoffen) genehmigten Substanzen bleiben bis zum Abschluss ihrer Überprüfung zulässig. In Anbetracht des enormen Umfangs dieser Aufgabe erstellte die Europäische Kommission eine Prioritätenliste nebst Zeitplan für dieses systematische Neubewertungsprogramm. Bei ihrer Neubewertung muss die EFSA die gesamte einschlägige wissenschaftliche Literatur sowie, falls nötig, die ursprüngliche wissenschaftliche Bewertung berücksichtigen und kann auch Aufrufe zur Einreichung von Daten veröffentlichen. Siehe Thema Lebensmittelzusatzstoffe: EU-Rechtsrahmen
  • Seit 2006 hat die EFSA sieben sogenannte „allgemeine Aufrufe“ zur Einreichung wissenschaftlicher Daten zu einzelnen Gruppen von Lebensmittelzusatzstoffen wie Farbstoffen, Wachsen, Konservierungsmitteln, Antioxidanzien und Geliermitteln sowie 13 Aufrufe zur Einreichung von Daten zu bestimmten Zusatzstoffen, beispielsweise den Farbstoffen Patentblau V (E 131) und Indigokarmin (E 132) sowie dem Süßstoff Aspartam (E 951), veröffentlicht.
  • Für folgende Lebensmittelfarbstoffe führt die EFSA mithilfe neuer Daten differenziertere Expositionsabschätzungen durch: Curcumin (E 100), Braun HT (E 155), Azorubin/Karmesin (E 122), Allurarot AC (E 129), Brilliantschwarz BN (E 151), Chinolingelb (E 104), Gelborange S (E 110) und Ponceau 4R/Cochenillerot A (E 124).

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* Die Frist wurde vom 31. Juli auf den 15. September verlängert. (Aktualisiert am 18. Juni 2013)