Bisphenol A: EFSA wird öffentliche Konsultation zu ihrem Gutachtenentwurf durchführen

Webnachricht
26 März 2013

In Fortführung ihrer Verpflichtung zu Transparenz und Offenheit wird die EFSA im Juli eine öffentliche Konsultation zum Entwurf ihres wissenschaftlichen Gutachtens über mögliche von Bisphenol A (BPA) ausgehende Risiken für die öffentliche Gesundheit starten. BPA ist eine Substanz, die in Materialien verwendet wird, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Durch Verlängerung des Zeitrahmens für die endgültige Verabschiedung des Gutachtens bis November 2013 wird es den wissenschaftlichen Sachverständigen der EFSA möglich sein, auch die Ergebnisse der derzeit auf europäischer und nationaler Ebene laufenden Forschungsarbeiten zu BPA in die abschließende umfassende Risikobewertung mit einzubeziehen.

Im Oktober 2012 traf sich die EFSA mit europäischen und nationalen Sachverständigen zu einem Informationsaustausch über laufende Arbeiten und Risikobewertungen zu BPA. Auf kurze Sicht umfassen diese eine demnächst in Frankreich von der französischen Behörde für Ernährungssicherheit, Umwelt- und Arbeitsschutz (Anses) zur Veröffentlichung anstehende Bewertung des Risikos von BPA für die menschliche Gesundheit sowie einen Bericht des Wissenschaftlichen Ausschusses für neu auftretende und neu identifizierte Gesundheitsrisiken (SCENIHR) der Europäischen Kommission über die Bewertung der durch die Verwendung von BPA in medizinischen Geräten ausgehenden Risiken für die menschliche Gesundheit.

Im Februar 2012, nach weiterer Auswertung jüngster wissenschaftlicher Studien, beschloss das CEF-Gremium, eine vollständige Neubewertung der für den Menschen bestehenden Risiken im Zusammenhang mit der BPA-Exposition über die Ernährung vorzunehmen und dabei auch den Beitrag von Nicht-Nahrungsquellen zur BPA-Gesamtbelastung zu berücksichtigen. Neben der Auswertung aller vorliegenden Daten und wissenschaftlichen Studien zur ernährungsbedingten Exposition, die seit dem EFSA-Gutachten von 2006 veröffentlicht wurden, befasst sich das Gremium auch eingehend mit den Unsicherheiten hinsichtlich einiger mit BPA in Zusammenhang stehenden Wirkungen, die an Nagern bei niedrigen Dosen beobachtet wurden, sowie mit deren möglicher Relevanz für die menschliche Gesundheit.


Hinweise für die Redaktion:

  • BPA ist eine chemische Verbindung, die zur Herstellung von Kunststoffen und Harzen verwendet wird, die wiederum zur Fertigung von Lebensmittelbehältnissen aus Polycarbonat bzw. Schutzbeschichtungen für Lebensmittel- und Getränkedosen eingesetzt werden können.
  • Die EFSA schloss 2006 ihre vollständige Risikobewertung von BPA ab und setzte eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI-Wert) von 0,05 mg/kg Körpergewicht/Tag für diese Substanz fest. Der TDI-Wert ist die auf der Basis des Körpergewichts geschätzte Menge eines Stoffs, die ohne nennenswertes Risiko ein Leben lang täglich aufgenommen werden kann. Die EFSA bewertete auch die von Erwachsenen, Säuglingen und Kindern über Lebensmittel und Getränke aufgenommenen BPA-Mengen und stellte fest, dass diese deutlich unter dem TDI-Wert lagen. Seit 2006 hat die EFSA ihre wissenschaftlichen Empfehlungen zu BPA mehrmals aktualisiert, zuletzt im Jahr 2011, als sie ihre Risikobewertung auf den neuesten Stand brachte.

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