Jährlicher Pestizidbericht stellt unverändert hohe Einhaltungsquoten bei Rückständen fest

Die jüngsten vorliegenden Daten des europaweiten Überwachungsprogramms zu Pestiziden in Lebensmitteln ergaben, dass über 97% der Proben Rückstandsgehalte innerhalb der zulässigen Grenzwerte enthielten, so die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Der EU-Bericht zu Pestizidrückständen in Lebensmitteln bewertete auch die ernährungsbedingte Exposition und kam zu dem Schluss, dass die auf den analysierten Proben nachgewiesenen chemischen Rückstände kein langfristiges Risiko für die Gesundheit der Verbraucher darstellen. Hinsichtlich der kurzzeitigen ernährungsbedingten Exposition schloss die Bewertung bei 99,6% der Lebensmittelproben ein Risiko für die Verbraucher aus.

Der vierte, heute veröffentlichte Jahresbericht gibt einen Überblick über die Pestizidrückstände, die im Jahr 2010 in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Island und Norwegen in Lebensmitteln nachgewiesen wurden[1]. Im Rahmen dieser Analyse testete die EFSA einen innovativen, als kumulative Risikobewertung bezeichneten Ansatz zur Abschätzung der ernährungsbedingten Exposition. Im Gegensatz zu etablierten Verfahren, bei denen die Pestizidrückstände jeweils einzeln bewertet werden, berücksichtigt dieser Ansatz die potenziellen Auswirkungen der kombinierten Exposition gegenüber einer Reihe von chemischen Substanzen, die ähnliche toxikologische Eigenschaften aufweisen.

Der Leiter des EFSA-Referats Pestizide, Herman Fontier, erklärte: „Dieser Jahresbericht zu Pestizidrückständen liefert wichtige Empfehlungen zur Verbesserung der Überwachung auf nationaler und EU-Ebene. Er sorgt dafür, dass Risikomanagern relevante und genaueste Informationen für ihre Entscheidungsfindung zur Verfügung stehen.“

Die wichtigsten Ergebnisse

 

Den nationalen Programmen zufolge enthielten 97,2% der Proben Rückstände unterhalb des zulässigen Grenzwerts, dem sogenannten Rückstandshöchstgehalt (Maximum Residue Level – MRL). Die niedrigsten MRL-Überschreitungsquoten wurden – mit 0,1% der Proben über den zulässigen Höchstwerten – auf Lebensmitteln tierischen Ursprungs nachgewiesen. Die MRL-Überschreitungsquoten von in die EU sowie nach Norwegen und Island importierten Lebensmitteln lagen um mehr als das Fünffache höher als bei Lebensmitteln, die aus diesen Ländern stammen – 7,9% gegenüber 1,5% der Proben. Die MRL-Werte für Bio-Lebensmittel[2] sind in der EU mit denen konventioneller Lebensmittel identisch. Die Analyse von 3.571 Bio-Lebensmittelproben ergab eine MRL-Überschreitungsquote von 0,8%.

 

Die Ergebnisse des von der EU koordinierten Programms[3] zeigten für 2010, dass 98,4% der analysierten Proben innerhalb der zulässigen Grenzwerte lagen. Die MRL-Überschreitungsquoten waren in den letzten vier Jahre weitgehend stabil – der Prozentsatz an Proben, die die gesetzlichen Höchstwerte überschritten, lag zwischen 2,3% im Jahr 2007 und 1,2% im Jahr 2009. Dem Bericht für 2010 zufolge waren die Lebensmittel mit dem höchsten Anteil an Proben über dem MRL Hafer (5,3%), Kopfsalat (3,4%), Erdbeeren (2,8%) und Pfirsiche (1,8%).

Ernährungsbedingte Exposition

 

Aufgrund der Ergebnisse des Überwachungsprogramms von 2010 gelangte die EFSA zu dem Schluss, dass durch die ernährungsbedingte Aufnahme von Pestizidrückständen kein langfristiges Risiko für die Gesundheit der Verbraucher besteht. Bei der Bewertung der kurzzeitigen (akuten) Exposition kam der Bericht hingegen zu dem Ergebnis, dass bei 0,4% der Proben – 79 von insgesamt 18.243 Proben – ein Risiko nicht ausgeschlossen werden könne. Diese Schlussfolgerung stützt sich auf ein Worst-Case-Szenarium, bei dem der Verzehr einer überdurchschnittlich großen Portion eines Lebensmittels, das die höchste gemessene Rückstandskonzentration enthält, angenommen wird.

 

Zusätzlich zu der etablierten Bewertung der ernährungsbedingten Exposition führte die EFSA im Rahmen des Berichts für 2010 erstmals eine kumulative Risikobewertung durch. Das Hauptziel dieses Pilotprogramms bestand darin, den Bedarf an Verbesserungen hinsichtlich der Art und Weise, in der die Mitgliedstaaten ihre Überwachungsdaten melden, zu ermitteln. Die EFSA betonte den Wert des Testlaufs der kumulativen Risikobewertung als wegbereitend im Hinblick auf die bessere Nutzung dieses Ansatzes für zukünftige Berichte. Die Behörde verwies allerdings auch auf den Bedarf an zusätzlichen Datenerhebungen durch nationale Behörden und Änderungen der Methodik, um die signifikanten Unsicherheiten in den Ergebnissen zu vermindern.

Herman Fontier äußerte sich wie folgt dazu: „Die kumulative Risikobewertung stützt sich auf eine verfeinerte Analyse und ein besseres Verständnis der möglichen Arten von kombinierter Toxizität von chemischen Substanzen in Lebensmitteln. Es bedarf hochentwickelter Methoden, die die Handhabung und Zusammenführung riesiger Datenmengen erlauben. Daher richtete sich das Augenmerk dieser ersten kumulativen Risikobewertung im jüngsten Bericht mehr auf die Methodik als die Ergebnisse, die aufgrund ihres hohen Grads an Unsicherheit wenig aussagekräftig sind.“

Die EFSA hat sich in den letzten fünf Jahren intensiv mit der Entwicklung dieser Methodiken und der Datenerhebung befasst. Dieses Projekt, das auch zentral für die Arbeiten der Behörde zu chemischen Gemischen in Lebensmitteln ist, wird fortgesetzt und soll zu einer umfassenderen Berichterstattung hinsichtlich der kombinierten Auswirkungen von Pestizidrückständen in künftigen Berichten führen.

Der Bericht 2010 empfiehlt eine Reihe von Maßnahmen zur weiteren Verbesserung zukünftiger Überwachungsprogramme sowie zur Durchsetzung der europäischen Rechtsvorschriften für Pestizidrückstände.

1. Worum handelt es sich beim EU-Bericht 2010 über Pestizidrückstände in Lebensmitteln?

Dieser Bericht präsentiert die Ergebnisse der europaweiten Überwachungsprogramme zu Pestizidrückständen auf Lebensmitteln, von denen im Kalenderjahr 2010 Proben genommen wurden. Diese Kontrollen werden durchgeführt, um sicherzustellen, dass Pestizidrückstände auf Lebensmitteln innerhalb der von der EU-Gesetzgebung festgelegten Grenzwerte liegen. Die EFSA bewertet auch die ernährungsbedingte Exposition der Verbraucher gegenüber Pestizidrückständen und analysiert die chronischen (langfristigen) und akuten (kurzzeitigen) Risiken. Jedes berichtende Land führt zwei Kontrollprogramme durch: ein nationales Programm (dessen Gestaltung jedes Land selbst festlegt) und ein von der EU koordiniertes mehrjähriges Programm, bei dem alle nationalen Stellen identische Kontrollmaßnahmen durchführen müssen. Ferner enthält der Bericht die Ergebnisse einer erstmals durchgeführten kumulativen Risikobewertung zu Pestizidrückständen.

2. Welche Länder beteiligten sich an dem Bericht?

Insgesamt übermittelten 29 Länder Daten für den Jahresbericht: die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie Island und Norwegen.

3. Was sind Pestizidrückstände in Lebensmitteln?

Pestizidrückstände sind messbare Mengen an Wirkstoffen – chemischen Stoffen, die zum Schutz von Pflanzen vor Krankheiten und Schädlingen eingesetzt werden –, welche auf Lebensmittelerzeugnissen pflanzlichen und tierischen Ursprungs nachgewiesen werden können.

4. Was ist ein Rückstandshöchstgehalt (Maximum Residue Level – MRL)?

Bei Rückstandshöchstgehalten (MRL) handelt es sich um die gesetzlich festgelegten Höchstmengen an Pestizidrückständen in oder auf Lebens- und Futtermitteln. Gemäß dem Europäischen Rechtsrahmen muss vor der Festsetzung eines MRL eine Risikobewertung durchgeführt werden, um die Sicherheit der Verbraucher zu gewährleisten.

5. Entsprechen die MRL den toxikologischen Sicherheitsniveaus?

Nein, bei MRL handelt es sich nicht um toxikologische Sicherheitsgrenzen als solche. Sie werden festgelegt, um die geringste Konzentration eines Pestizids wiederzugeben, die zur Erzielung eines effektiven Pflanzenschutzes eingesetzt werden kann, z.B. um Kulturpflanzen gesund zu erhalten und vor Krankheit und Schädlingsbefall zu bewahren. MRL werden oft weit unterhalb toxikologischer Grenzwerte festgesetzt. Darüber hinaus ist zu betonen, dass eine den MRL überschreitende Pestizidkonzentration in Lebensmitteln nicht zwangsläufig ein Sicherheitsbedenken darstellt.

6. Welche Rolle spielt die EFSA bei der Festlegung von MRL?

Das EFSA-Referat Pestizide ist für die Bewertung von aus dem Einsatz von Pestiziden resultierenden Rückständen verantwortlich und nimmt zu diesem Zweck umfassende Abschätzungen der Verbraucherexposition vor. Die EFSA überprüft, ob die Konzentrationen, denen die Verbraucher ausgesetzt sind, unbedenklich sind. Im Anschluss an die Bewertung der EFSA legt die Europäische Kommission – in ihrer Rolle als Risikomanager – MRL fest, ändert sie oder hebt sie auf.

7. Zu welchen Ergebnissen kommt der Bericht hinsichtlich der MRL-Einhaltungsquoten für 2010?

Dem von der EU koordinierten Programm zufolge enthielten 98,4% der analysierten Proben Pestizidrückstände unterhalb der zulässigen MRL.

Laut den Analyseergebnissen der nationalen Programme enthielten 97,2% der Lebensmittelproben Pestizidrückstände innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte.

8. Wie sehen die Ergebnisse des Berichts in Bezug auf Lebensmittel tierischen Ursprungs aus?

Dem Bericht für 2010 zufolge enthielten 0,1% der 5.261 Lebensmittelproben tierischen Ursprungs Pestizidrückstände, die den MRL überschritten – und wiesen damit die geringste Überschreitungsquote aller untersuchten Lebensmittel auf. Über 87% der Lebensmittel tierischen Ursprungs enthielten keine nachweisbaren Pestizidrückstandsmengen.

9. Warum werden in Lebensmitteln tierischen Ursprungs Pestizidrückstände nachgewiesen?

Es gibt zwei Hauptursachen für das Vorhandensein von Pestizidrückständen, wenn auch in sehr geringen Konzentrationen, in Lebensmitteln tierischen Ursprungs. Zum einen stammen sie von Pestizidrückständen auf Kulturpflanzen, die als Tierfutter verwendet werden und die, wenn sie von Tieren aufgenommen werden, in deren Körper Spuren chemischer Stoffe hinterlassen können. Eine zweite Quelle sind Rückstände chemischer Substanzen, die lange nach ihrer Ausbringung auf Kulturpflanzen in der Umwelt verbleiben. Viele dieser Substanzen wurden aufgrund ihrer Einstufung als persistente organische Schadstoffe (persistent organic pollutants – POP) bereits vor bis zu 30 Jahren verboten. Trotzdem können diese chemischen Substanzen nach wie vor in Lebensmitteln nachgewiesen werden, insbesondere in den Fettgeweben von Tieren.

10. Warum lassen sich auf Bio-Lebensmitteln Pestizide nachweisen?

Gemäß dem Europäischen Rechtsrahmen darf bei der Erzeugung von Bio-Lebensmitteln eine sehr begrenzte Zahl an Pestiziden, z.B. pflanzliche Pestizide, eingesetzt werden. Pestizidrückstände auf Bio-Lebensmitteln können auch auf Umweltbelastungen durch langlebige (persistente) in der Vergangenheit verwendete, aber inzwischen in der EU nicht mehr zugelassene Pestizide zurückzuführen sein.

11. Was bedeuten ernährungsbedingte Exposition und Risikobewertung?

Die ernährungsbedingte Exposition bezieht sich auf die Menge an Pestiziden, die Verbraucher über ihre Nahrung aufnehmen. Zu ihrer Abschätzung werden zwei Arten von Expositionsbewertungen vorgenommen: zum einen die Abschätzung der kurzzeitigen Exposition, die sich auf die Menge einer Substanz konzentriert, die über einen kurzen Zeitraum (in der Regel im Rahmen einer einzelnen Mahlzeit oder an einem Tag) aufgenommen wird; zum anderen die Abschätzung der langfristigen Exposition, die sich mit der Aufnahme einer bestimmten Substanz über einen längeren Zeitraum befasst, um mögliche Risiken zu bewerten, die sich aus einer lebenslangen Exposition ergeben könnten.

Die geschätzte (kurzzeitige und langfristige) ernährungsbedingte Exposition wird anschließend mit den relevanten toxikologischen Referenzwerten – den wissenschaftlich berechneten Mengen, die täglich ohne ein signifikantes Gesundheitsrisiko aufgenommen werden können – verglichen. Die Verbraucherexposition ist nur dann als bedenklich einzustufen, wenn die geschätzte ernährungsbedingte Exposition gegenüber einem Pestizid eine dieser Konzentrationen überschreitet.

12. Welche Ergebnisse liefert der Bericht im Hinblick auf die Bewertung der ernährungsbedingten Exposition?

Die Bewertung der ernährungsbedingten Exposition erfolgte unter Berücksichtigung der 178 Pestizide, die das von der EU koordinierte Überwachungsprogramm für 2010 umfasste. Die Bewertung der Langzeitexposition, die für jede Substanz einzeln durchgeführt wurde, ergab keine Risiken für die Gesundheit der Verbraucher; untersucht wurden die Pestizidrückstände auf 28 Lebensmitteln, die für die menschliche Ernährung am bedeutendsten sind. Die Bewertung der kurzzeitigen Exposition – die ebenfalls für jede Substanz einzeln durchgeführt wurde – konzentrierte sich auf 12 für das von der EU koordinierte Programm ausgesuchte Lebensmittelerzeugnisse und kam zu dem Ergebnis, dass unter Zugrundelegung eines Worst-Case-Szenariums bei 79 von 18.243 Proben ein Risiko nicht völlig ausgeschlossen werden konnte.

13. Was ist eine kumulative Risikobewertung?

Neben den etablierten Ansätzen zur Einzelbewertung von Pestizidrückständen hat die EFSA erstmals eine neue Methodik, die als kumulative Risikobewertung bezeichnet wird, getestet. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem die potenziellen Auswirkungen der kombinierten Exposition gegenüber mehreren Pestiziden, die ähnliche toxikologische Eigenschaften aufweisen, berücksichtigt werden. Kumulative Wirkungen treten nur dann auf, wenn Pestizide mit ähnlichen toxikologischen Eigenschaften zusammen in Lebensmitteln vorkommen.

14. Ist diese Methodik zur kumulativen Risikobewertung schon ausgereift?

Nein, die diesbezüglichen Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Die EFSA hat sich in den vergangenen fünf Jahren intensiv mit der Erhebung der erforderlichen Daten und der Entwicklung geeigneter Methoden beschäftigt. Derzeit konzentriert die EFSA ihre Tätigkeit auf die Gruppierung derjenigen Pestizide, deren toxikologischen Wirkungen in Kombination miteinander auftreten. Die Behörde wird voraussichtlich im Frühjahr 2013 ein wissenschaftliches Gutachten zur Katalogisierung sogenannter gemeinsamer Bewertungsgruppen (common assessment groups – CAGs) veröffentlichen.

15. Warum wendete die EFSA die kumulative Risikobewertung bereits an, obwohl sich diese Methodik noch in Entwicklung befindet?

Der Ansatz wurde im Jahresbericht für 2010 erprobt, um festzustellen, ob Anpassungen hinsichtlich der Art und Weise, in der die Überwachungsdaten an die EFSA übermittelt werden, erforderlich sind, ob beispielsweise die Aussagekraft der Daten ausreichend war. Das Pilotprojekt soll so die praktische Umsetzung dieser Methodik für künftige Pestizidrückstandsberichte unterstützen. Allerdings ist dies erst ein erster Schritt, und die wissenschaftlichen Sachverständigen der EFSA und in den Mitgliedstaaten müssen noch viel Arbeit in die Verfeinerung der Methodik und Datenerhebung investieren.

16. Was empfiehlt die EFSA?

Der Bericht für 2010 empfiehlt eine Reihe von Maßnahmen zur weiteren Verbesserung zukünftiger Überwachungsprogramme und zur Durchsetzung der europäischen Rechtsvorschriften für Pestizidrückstände. Insbesondere werden einige Empfehlungen abgegeben, die auf eine Verbesserung der Genauigkeit der Analyseergebnisse, der Qualität und des Informationsgehalts der Daten sowie der Begleitinformationen zu jedem einzelnen an die EFSA übermittelten Überwachungsergebnis abzielen.

Hinweise für die Redaktion

Die laufenden Arbeiten der EFSA im Rahmen der Entwicklung einer kumulativen Risikobewertungsmethodik konzentrieren sich auf die Ermittlung von Pestiziden, die aufgrund ihrer toxikologischen Profile in gemeinsamen Bewertungsgruppen zusammengefasst werden sollten. Die Behörde wird voraussichtlich im Frühjahr 2013 ein wissenschaftliches Gutachten zu ihrer Tätigkeit auf diesem Gebiet veröffentlichen. Ziel der kumulativen Risikobewertung ist es, das Potenzial einer kumulativen toxischen Wirkung von Pestiziden sowie das Ausmaß dieser Wirkung nach einer Exposition gegenüber mehreren solch eine Wirkung verursachenden Substanzen zu charakterisieren.

Medienkontakte

Medienstelle der EFSA 
Tel. +39 0521 036 149
E-mail: Press@efsa.europa.eu

[1] Jedes berichtende Land führt zwei Kontrollprogramme durch: ein nationales Programm (dessen Gestaltung jedes Land selbst festlegt) und ein von der EU koordiniertes Programm, bei dem alle nationalen Stellen identische Kontrollmaßnahmen durchführen müssen. Im Rahmen beider Programme wurden 2010 insgesamt 77.075 Proben von mehr als 500 verschiedenen Lebensmitteln auf 982 Pestizide untersucht. Viele dieser Pestizide sind für den Einsatz in der EU nicht zugelassen.
[2] Bio-Lebensmittel werden mittels landwirtschaftlicher Methoden erzeugt, bei denen keine konventionellen Methoden der Düngung von Kulturpflanzen, Kontrolle von Unkräutern, Schädlingen und Pflanzenkrankheiten bzw. Vermeidung von Tierkrankheiten zur Anwendung kommen. Gemäß EU-Rechtsvorschriften ist der Pestizid-Einsatz bei der Erzeugung von Bio-Produkten erheblichen Einschränkungen unterworfen. Vielmehr wird der Einsatz natürlicher Hilfsmittel gegenüber künstlichen Einsatzstoffen hervorgehoben, was durch strenge Verordnungen und Kontrollen innerhalb und außerhalb der EU unterstützt wird.
[3] Jedes Jahr wird im Rahmen des von der EU koordinierten Programms ein anderer Querschnitt an Lebensmittelerzeugnissen pflanzlichen und tierischen Ursprungs, die als Hauptbestandteile der europäischen Ernährung gelten, für einen Zeitraum von drei Jahren analysiert. Bei den 2010 ausgewählten 12 Erzeugnissen handelte es sich um Äpfel, Kohl, Porree, Kopfsalat, Milch, Pfirsiche, Birnen, Roggen, Hafer, Erdbeeren, Schweinefleisch und Tomaten. Im derzeitigen von der EU koordinierten Programm wurden 12.168 Lebensmittelproben auf 178 verschiedene Pestizide untersucht.