Hochrangige Veranstaltung der EFSA und der GD SANCO zur Erörterung der „Herausforderungen von morgen“

Pressemitteilung
13 November 2012

Zum zehnten Mal jährt sich in diesem Jahr die Einführung des Allgemeinen Lebensmittelrechts und die Errichtung der EFSA – ein entscheidender Moment für die Lebensmittelsicherheit, in dem die Europäische Union sich entschlossen der Wissenschaft zuwandte, damit sie den Weg in die Zukunft weise. In Anerkennung dieses Meilensteins hält die EFSA heute gemeinsam mit der Generaldirektion für Gesundheit und Verbraucher (GD SANCO) der Europäischen Kommission eine Konferenz ab, um auf die wichtigsten Errungenschaften der Behörde der letzten zehn Jahre zurückzuschauen und einen Blick voraus auf die in Zukunft vor ihr liegenden Herausforderungen zu werfen.

Catherine Geslain-Lanéelle, die Geschäftsführende Direktorin der EFSA, begrüßte die Teilnehmer und legte die Fortschritte dar, die seit 2002 auf dem Gebiet der Lebensmittelsicherheit in Europa erzielt wurden; dabei hob sie Erfolgsgeschichten hervor wie den Kampf um die Eindämmung von BSE und die Reduzierung des Auftretens von Salmonellen sowie die großen Fortschritte, die in den Bereichen Lebensmittelzusatzstoffe und -aromen, Pestizidrückstände, Kontaminanten in der Lebensmittelkette und gesundheitsbezogene Angaben auf Lebensmitteletiketten erzielt wurden.

Geslain-Lanéelle betonte, dass diese Errungenschaften nur möglich waren aufgrund der vereinten Anstrengungen von Risikobewertern und -managern sowie einer Reihe von Akteuren in der Lebensmittelkette – Landwirte, Einzelhändler, Verbraucher- und Industrieverbände. „Die Lebensmittelkette, mit ihrer zunehmenden Komplexität, ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied“, so Geslain-Lanéelle und fügte hinzu, dass die Akteure zwar unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen, diese aber alle von wesentlicher Bedeutung sind.

Die Erfolge der letzten 10 Jahre wurden ermöglicht durch die Entscheidung im Jahr 2002, das Risikomanagement von der Risikobewertung zu trennen und einem wissenschaftsbasierten Ansatz zu folgen. Dies rückte die Wissenschaft in den Mittelpunkt der Lebensmittel-Politik, wo sie sich nach wie vor befindet.

Geslain-Lanéelle fügte hinzu, dass die EFSA auch weiterhin auf dieser Basis aufbauen werde, denn „Lebensmittelsicherheit ist ein kontinuierlicher Prozess, und die Arbeit eines Risikobewerters ist nie zu Ende“. Neben dem fortgesetzten Angehen bestehender gesundheitspolitischer Prioritäten – wie Zoonosen, Fettleibigkeit und chemische Kontaminanten in Lebensmitteln – steht die Behörde vielen neuen Herausforderungen gegenüber, die das Ergebnis diverser Faktoren sind, wie etwa Fortschritte in Wissenschaft und Technik, die Globalisierung, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen, der Klimawandel sowie neue legislative Prioritäten.

Die Konferenz „Ready for the Challenges of Tomorrow” (bereit für die Herausforderungen von morgen) bietet eine wichtige Gelegenheit für die Partner und Interessengruppen der EFSA – nationale Lebensmittelsicherheitsstellen, das Europäische Parlament, EU-Agenturen, Verbrauchergruppen und andere Nichtregierungsorganisationen sowie Vertreter der Industrie – über das weitere Vorgehen bei der wissenschaftsbasierten Gesetzgebung im Bereich der Lebensmittelsicherheit zu diskutieren und dazu beizutragen, die Vorstellungen der Behörde hinsichtlich ihrer Zukunft herauszuarbeiten.

Die erste Sektion, „Sharing learning, shaping EFSA’s future“ (Erkenntnisse teilen, die Zukunft der EFSA gestalten), befasste sich mit der Frage, wie die EFSA sich am besten weiterentwickeln kann, um die vor ihr liegenden Herausforderungen zu meistern und gleichzeitig weiterhin ihre wissenschaftlich fundierte Beratung zu verstärken, die Risikomanager zum Schutz der europäischen Verbraucher benötigen. Unter den Referenten waren Ladislav Miko, stellvertretender Generaldirektor für die Lebensmittelkette bei der GD SANCO und Paolo Martinello, Präsident des Europäischen Verbraucherverbands BEUC.

Die Diskussion im Rahmen dieser Sektion wurden von zwei Präsentationen gerahmt: die erste, eine Zusammenfassung der Ergebnisse der jüngsten externen Bewertung der EFSA, wurde von Sue Davis, leitende politische Beraterin der britischen Verbraucherschutzorganisation Which? und Vorsitzende des EFSA-Verwaltungsrats, vorgestellt; anschließend berichtete Tony Hardy, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Ausschusses der EFSA, über die Höhepunkte der von der EFSA organisierten wissenschaftlichen Konferenz „Challenging Boundaries in Risk Assessment – Sharing Experiences“ (Grenzen der Risikobewertung herausfordern – Erfahrungen austauschen), die vergangene Woche in Parma stattfand.

Die Sektion am heutigen Nachmittag mit dem Titel „Can science work harder to support policy-makers in protecting consumers?“ (kann die Wissenschaft politische Entscheidungsträger beim Verbraucherschutz stärker unterstützen?) wird das Spektrum der Debatte erweitern; dabei liegt der Schwerpunkt auf der Rolle der Wissenschaft in einer Welt, die völlig anders aussieht als jene, in der die EFSA 2002 ins Leben gerufen wurde. Referenten sind u.a. Marit Paulsen und José Bové, stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung des Europäischen Parlaments, sowie David Byrne, ehemaliger EU-Kommissar für Gesundheit.

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