Fazit der Konferenz: Einbeziehung neuer Risikobewertungsmethoden, Bewältigung des Datenbedarfs und die Stärkung von Dialog und Kommunikation

Pressemitteilung
8 November 2012

Die richtige Formulierung der Fragestellung ist wesentlich, um eine dem jeweiligen Zweck entsprechende, durch neue Methoden und eine bessere Datennutzung unterstützte Risikobewertung vornehmen zu können. Eine Verbesserung des Dialogs zwischen Risikobewertern, Risikomanagern und Interessengruppen kann dazu beitragen, auf die Erwartungen hinsichtlich der Schutzziele und des gesellschaftlichen Nutzens besser einzugehen. Wissenschaftliche Entwicklungen, die Akzeptanz neuer Methoden und die Interpretation von Ergebnissen, die sich daraus ableiten, erfordern gegenseitiges Verständnis und Einvernehmen darüber, wie und zu welchem Zeitpunkt diese in das Risikobewertungsverfahren einbezogen werden. Zur Unterstützung der Risikobewertungsgemeinschaft ist der Zugriff auf die ständig wachsenden Datenmengen, die sich durch wissenschaftliche Entwicklungen und technologische Innovationen ergeben, nötig. Dies waren die wichtigsten Ergebnisse der anlässlich des zehnjährigen Bestehens der EFSA organisierten wissenschaftlichen Konferenz mit dem Titel „Challenging boundaries in risk assessment – sharing experiences“ (Grenzen der Risikobewertung herausfordern – Erfahrungen austauschen).

Zum Abschluss der Konferenz resümierte der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Ausschusses der EFSA, Prof. Tony Hardy: „Dies sollte keine einmalige Veranstaltung bleiben. Wissenschaftliche Konferenzen wie diese sollten öfter stattfinden und sich auf einige der aufgeworfenen Fragen konzentrieren. Die Wissenschaft wird immer weiter vorangetrieben durch technologische, aber auch wissenschaftstheoretische Entwicklungen. Wir müssen über die Kompartimentierung der Wissenschaft und Verfahren hinwegsehen, so dass Methoden, die erfolgreich in einem Bereich zum Einsatz kommen, auch in anderen auf multidisziplinäre Weise angewendet werden können.“

Bereits am ersten Tag hatte Professor Steve Hathaway vom neuseeländischen Ministerium für Primärindustrien die Teilnehmer der Konferenz mit einem überzeugenden Vortrag eingestimmt, in dem er auf die Frage einging, wie Risikobewertungen, die ihrem jeweiligen Zweck entsprechen, zu bewerkstelligen seien. Dabei betonte er die gekoppelte Bedeutung von gut formulierten Fragen des Risikomanagements einerseits sowie eines flexiblen Ansatzes hinsichtlich der zur Generierung von Antworten verwendeten Risikobewertungsmethoden andererseits. Gemäß seinem Leitthema „simpel muss nicht dumm sein, und komplex ist nicht immer richtig“, legte Prof. Hathaway dar, dass „in einigen Fällen einfache, auf Tabellenkalkulation basierende Modelle ebenso effektiv sein können wie probabilistische Modelle“. Unabhängig jedoch davon, ob Methoden einfach oder komplex sind, müssen Unsicherheiten immer erklärt werden. Diese zwei Gedanken, Zweckmäßigkeit und Erklärung von Unsicherheiten, bildeten einen durchgehenden Faden während der gesamten Konferenz.

In der abschließenden Plenarsitzung, in der ein Brückenschlag von der akademischen Forschung zur regulatorischen Wissenschaft vollzogen wurde, überlegte Henrik Caspar Wegener von der Technischen Universität Dänemarks, wie Daten, die als Grundlage für der Risikobewertung inhärente wissenschaftliche Urteile verwendet werden, verbessert werden könnten, wenn die Forschung, die die Mehrzahl dieser Daten hervorbringt, deren Einsatz zu Zwecken der Risikobewertung stärker berücksichtigte.

Nachdem die Hauptredner diese Herausforderungen zu Beginn der Konferenz am Mittwoch Morgen dargelegt hatten, stürzten sich die Experten in die Arbeit und gingen in fünf parallelen Sektionen folgende Themen an: Identifizierung und Charakterisierung von Risiken; Auswirkungen auf die Umwelt; ernährungsbedingte Exposition; Äußerung von Risiken; und Wirksamkeit von Erzeugnissen, die in Lebens- und Futtermitteln verwendet werden.

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