Die EFSA im Jahr 2011: Wissenschaftliche Arbeiten höchster Qualität, Entwicklung zentraler Strategien und Krisenreaktion

Pressemitteilung
9 Juli 2012

Die Bewertung regulierter Produkte, weitere Maßnahmen zur Wahrung der Unabhängigkeit und Integrität ihrer Arbeit sowie die Krisenreaktion waren zentrale Aspekte der Tätigkeit der EFSA im Jahr 2011, wie aus dem heute veröffentlichten Jahresbericht der Behörde hervorgeht. Im Laufe des Jahres 2011 erstellte die EFSA 658 wissenschaftliche Gutachten, Berichte, Leitfäden und Stellungnahmen. Die Annahme der Wissenschaftsstrategie 2012-2016 der EFSA durch den Verwaltungsrat war ein weiterer wichtiger Meilenstein für die Behörde; darin ist dargelegt, wie die Behörde sich ihre wissenschaftliche Entwicklung in den kommenden Jahren vorstellt.

Catherine Geslain-Lanéelle, geschäftsführende Direktorin der EFSA, erklärt: „Europa sah sich 2011 diversen Herausforderungen im Bereich der Lebensmittelsicherheit gegenüber, wobei insbesondere die E.coli-Ausbrüche in Deutschland und Frankreich zu erwähnen sind. Die Rolle, die die EFSA gemeinsam mit ihren Partnern bei der Bewältigung dieser Krise gespielt hat, unterstrich einmal mehr, welch großen Wert unser Beitrag für den Schutz der öffentlichen Gesundheit in Europa hat. Außer der Beratung zu diesem und zahlreichen anderen wissenschaftlichen Themen widmete sich die EFSA dem Ausbau ihrer internen Systeme und Verfahren in Bezug auf die Unabhängigkeit und Steuerung der Behörde und richtete den Blick nach vorn, um ihre wissenschaftlichen Prioritäten für die kommenden fünf Jahre festzulegen. Sowohl die Richtlinien zu Unabhängigkeit und wissenschaftlichen Entscheidungsfindungsprozessen der EFSA als auch ihre richtungsweisende Wissenschaftsstrategie 2012-2016 sollen dazu beitragen sicherzustellen, dass wir den Risikomanagern in Europa auch weiterhin wissenschaftliche Beratung von höchster Qualität bieten können. Ich danke allen Sachverständigen und Mitarbeitern der EFSA für ihren Anteil an unseren zahlreichen Errungenschaften im Jahr 2011.“

Die Verfahren der EFSA zur Bewältigung von Krisen wurden 2011 einer Zerreißprobe unterzogen, als die Europäische Kommission die Behörde angesichts der E.coli-Ausbrüche in Deutschland und Frankreich um sofortige wissenschaftliche Hilfestellung ersuchte. In enger Zusammenarbeit mit den nationalen Behörden und dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten stellte die EFSA zur Unterstützung der Europäischen Kommission sowie der deutschen und französischen Behörden dringende wissenschaftliche Beratung und technische Hilfe bereit. EFSA-Mitarbeiter arbeiteten Seite an Seite mit Kollegen in Deutschland, um die Ursache des Ausbruchs zu ermitteln, und kamen zu dem Schluss, dass die Ausbrüche vermutlich auf eingeführte Bockshornkleesamen zurückzuführen sind.

Von den 658 wissenschaftlichen Ergebnissen, die die EFSA im Jahr 2011 hervorbrachte, betrafen 58 % regulierte Produkte – ein Indikator für die große Bedeutung, die dieser Tätigkeitsbereich für die EFSA hat. Ein beträchtlicher Teil der Arbeit in diesem Bereich entfiel auf den Abschluss der Bewertung der letzten Reihe gesundheitsbezogener Angaben zu „allgemeinen Funktionen“. Dabei handelt es sich um Angaben zu Erzeugnissen, die mit Wachstum, Entwicklung und Körperfunktionen, psychischen und Verhaltensfunktionen oder mit schlank machenden und gewichtskontrollierenden Eigenschaften in Zusammenhang stehen. Die Bewertungen des Jahres 2011 bildeten den abschließenden Höhepunkt der über drei-jährigen Tätigkeit der EFSA-Sachverständigen in diesem Bereich, im Rahmen derer seit 2008 insgesamt 2.758 gesundheitsbezogene Angaben zu „allgemeinen Funktionen“ bewertet wurden.

Zu den weiteren wissenschaftlichen Höhepunkten des Jahres 2011 zählten Veröffentlichungen zu den Risiken für das Wohlergehen von Tieren beim Transport, zur Sicherheit von künstlichen Süßstoffen, zur Risikobewertung genetisch veränderter Pflanzen sowie daraus hergestellter Lebens- und Futtermittel, zur Fleischbeschau sowie zur Sicherheit von Bisphenol A, das in Lebensmittelkontaktmaterialien eingesetzt wird.

Im Jahr 2011 wurden außerdem die Richtlinien zu Unabhängigkeit und wissenschaftlichen Entscheidungsfindungsprozessen der EFSA verabschiedet. Diese neuen Richtlinien beschreiben die Herangehensweise der EFSA zur Wahrung von Unabhängigkeit und Integrität im Rahmen ihrer Tätigkeit und führen in einem einzigen Dokument die Vielzahl der unterschiedlichen Initiativen zusammen, die die EFSA zum Schutz ihrer grundlegenden Werte – wissenschaftliche Exzellenz, Offenheit, Unabhängigkeit, Transparenz und Reaktionsschnelle – ergriffen hat.

Der Ansatz der EFSA bei der Wahrung von Unabhängigkeit und Integrität ihrer Arbeit zeigt sich in den entsprechenden Maßnahmen und Entscheidungen, die sie im Jahr 2011 traf. Insgesamt hat die Behörde mehr als 8.000 Interessenerklärungen von externen Sachverständigen und EFSA-Mitarbeitern gesichtet und mehr als 40.000 spezifische Erklärungen im Zusammenhang mit Tagesordnungspunkten überprüft. Auf diese Weise konnten 356 potenzielle Konflikte verhindert werden. Die EFSA hat leitete außerdem zwei Vertrauensbruchsverfahren (Breach of Trust) ein.

Nach Annahme der Kommunikationsstrategie 2010-2013 im Dezember 2010 wurde im vergangenen Jahr mit deren Umsetzung begonnen. Gemäß dem Schwerpunkt der Strategie auf einem thematischen Kommunikationsansatz, mit dem der wissenschaftlichen Tätigkeit der Behörde ein kontextueller Rahmen und zusätzliche Bedeutung verliehen werden soll, wurde ein Paket an Kommunikationsmaßnahmen entwickelt und umgesetzt, die die Arbeit auf dem Gebiet der Zoonosen unterstützen. Hierzu zählen etwa die Veröffentlichung umfangreicher Inhalte auf der EFSA-Website sowie die Publikation einer Reihe von Factsheets, die zeitlich mit einer hochrangigen Sitzung des Europäischen Parlaments zum Thema Zoonosen zusammenfielen.

Darüber hinaus begann die EFSA 2011 mit einem weitreichenden internen Umstrukturierungsprogramm, um die Nutzung ihrer Ressourcen zu optimieren, die Effizienz zu steigern und die Qualität der von ihr erbrachten Dienstleistungen für Auftraggeber und Antragsteller zu verbessern. Die Umstrukturierung wurde im Laufe des Jahres 2011 schrittweise umgesetzt und soll 2012 abgeschlossen sein. 2011 konnte die EFSA aufgrund einer allgemeinen Effizienzsteigerung bereits strukturbedingte Einsparungen in Höhe von 1,98 Mio. EUR erzielen, insbesondere in spezifischen Bereichen wie Dolmetsch- und Übersetzungsleistungen sowie der Organisation von Sitzungen.

Für Medienanfragen wenden Sie sich bitte an:
Medienstelle der EFSA
Tel. +39 0521 036 149
E-Mail: Press@efsa.europa.eu