EFSA-Gutachten zu Zielwerten für die Eindämmung von Salmonellen in Putenbeständen zur weiteren Reduktion menschlicher Infektionsfälle

Webnachricht
13 April 2012

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wurde von der Europäischen Kommission ersucht, die Auswirkungen einer Reduktion von Salmonellen in den Putenbeständen der Europäischen Union (EU) auf die öffentliche Gesundheit zu bewerten. Salmonellen in Putenbeständen werden als Risiko für die öffentliche Gesundheit erachtet, da das Fleisch befallener Tiere zum Verzehr gelangen kann. Die Arbeit der EFSA wird als Grundlage für die Überlegungen der Kommission hinsichtlich der Festsetzung neuer Ziele zur Salmonellenbekämpfung bei Puten dienen.

In einem neuen wissenschaftlichen Gutachten nennen die Sachverständigen des EFSA-Gremiums für biologische Gefahren die am häufigsten bei Puten nachgewiesenen Salmonella-Serovare* und weisen darauf hin, dass die Übertragung aus dem Zuchttierbestand auf die Mastherden eine ebenso wichtige Ursache für Salmonelleninfektionen ist wie Infektionsquellen in Form kontaminierter Futtermittel oder Putenställe.

Mittels Analyse und Modellierung der harmonisierten EU-weiten Daten zum Salmonellenbefall bei Tieren und zu den gemeldeten Fällen menschlicher Salmonellosen (d.h. der durch Salmonella bedingten Erkrankungen beim Menschen) schätzte das Gremium die relative Bedeutung von vier verschiedenen tierischen Quellen einer Salmonellenübertragung auf den Menschen für die öffentliche Gesundheit ab: Puten, Masthühner, Legehennen und Schweine. Wenn der Salmonellenbefall 2012 für alle im Modell berücksichtigten Serovare in Mastputenherden auf 1% oder weniger gesenkt würde, nähme die Zahl der Salmonellose-Fälle beim Menschen EU-weit um schätzungsweise 2,2% gegenüber den Zahlen des Jahres 2010 ab. Das Gremium betonte, dass der Anteil der einzelnen EU-Mitgliedstaaten an dieser geschätzten Fallreduktion sehr stark variiert.

Für die Eindämmung bestimmter Salmonella-Serovare bei den unterschiedlichen Geflügeln und bei Schweinen werden Zielwerte im Rahmen der EU-Gesetzgebung zur Bekämpfung von Zoonosen (d.h. zwischen Mensch und Tier – beispielsweise durch Verzehr kontaminierter Lebensmittel – übertragbaren Infektionen oder Erkrankungen) festgelegt.

Im Rahmen der Empfehlungen zu Datenerhebung und Überwachungsmaßnahmen hebt das Gremium die Notwendigkeit einer verstärkten aktiven Überwachung in allen EU-Mitgliedstaaten hervor, um die tatsächliche Häufigkeit menschlicher Salmonellosen besser abschätzen zu können. Salmonellose-Fälle beim Menschen werden nicht immer als solche erkannt und auch nicht immer gemeldet.


Hinweise für die Redaktion:

* Bei Serovaren bzw. Serotypen handelt es sich um Variationen innerhalb einer Bakterien- oder Virenart, die die epidemiologische Klassifizierung von Erregern bis unterhalb des Speziesniveaus erlauben.

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