Der Lebensmittelsicherheit in Europa auch in Zukunft verpflichtet – Erfolgsgeschichte der EFSA hält bereits 10 Jahre an

Pressemitteilung
30 Januar 2012

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) übernimmt seit 2002 eine Schlüsselrolle bei der Risikobewertung der Europäischen Union (EU) im Bereich der Lebens- und Futtermittelsicherheit. Bestrebt, ihren Auftrag bestmöglich zu erfüllen, ist sie als Europäische Referenzbehörde für die Risikobewertung auf den Gebieten Lebens- und Futtermittel, Ernährung sowie Tier- und Pflanzengesundheit anerkannt. Anlässlich ihres 10-jährigen Bestehens wird die EFSA während des gesamten Jubiläumsjahrs 2012 immer wieder herausstellen, wie ihre wissenschaftliche Arbeit zum Schutz der europäischen Verbraucher beigetragen hat, und gleichzeitig die Gestaltung der Zukunft ins Auge fassen. Seit Errichtung der EFSA hat sich die Welt verändert. Im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts wirken sich neue Entwicklungen und Fragestellungen auch auf Art und Umfang der Tätigkeit der Behörde aus. Die EFSA hat die Beziehungen zu ihren Partnern und Interessengruppen innerhalb und außerhalb der EU intensiviert und wird, mit Hilfe der kürzlich verabschiedeten Wissenschaftsstrategie und umfassenden Richtlinien zur Gewährleistung der Unabhängigkeit ihrer wissenschaftlichen Entscheidungsfindungsprozesse, ihre Unterstützung für das EU-Lebensmittelsicherheitssystem kontinuierlich ausbauen und das Vetrauen in die Risikobewertungen der EU weiter stärken.

John Dalli, Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, merkt hierzu an: „Die Glaubwürdigkeit und wissenschaftliche Kompetenz der EFSA sind heute auf der ganzen Welt anerkannt. Fundierte wissenschaftliche Daten sind für politische Gestaltungsprozesse von entscheidender Bedeutung. Die EFSA hat wichtige Arbeiten im Bereich der Risikobewertung geleistet, und ich vertraue darauf, dass sie auf dem, was sie in den vergangenen 10 Jahren erreicht hat, weiter aufbauen wird. Unsere Vision ist, auch in Zukunft zu gewährleisten, dass die Lebensmittel für unsere Bürger den höchsten Sicherheitsstandards entsprechen.“

In den vergangenen 10 Jahren hat die EFSA – durch ihre umfangreiche, auf aktuellen Erkenntnissen und Daten beruhende wissenschaftliche Arbeit – politische Maßnahmen der EU in den Bereichen Lebens- und Futtermittelsicherheit, Ernährung, Tiergesundheit und Tierschutz, Pflanzenschutz und Pflanzengesundheit untermauert. Das hat dazu beigetragen, dass die europäischen Verbraucher in Bezug auf Risiken in der Lebens- und Futtermittelkette ein hohes Maß an Schutz genießen und zunehmend besser informiert sind.

„Die Welt hat sich seit der Gründung der EFSA verändert, und die EFSA verändert sich mit ihr“, so Catherine Geslain-Lanéelle, die Geschäftsführende Direktorin der EFSA.

„Innerhalb der EFSA wurden Umstrukturierungen vorgenommen – zur Unterstützung der Wissenschaftsstrategie für 2012-2016 und um mit den Entwicklungen der Risikobewertungslandschaft Schritt zu halten, an deren Gestaltung die EFSA selbst beteiligt war. Diese Reformen werden es der Behörde ermöglichen, auf Anforderungen im Bereich des Risikomanagements so flexibel und schnell wie möglich zu reagieren, ohne dabei den Schutz der europäischen Verbraucher aus dem Auge zu verlieren. Die EFSA wird auch weiterhin die Zukunft der Risikobewertung durch Erfahrung, Flexibilität und Engagement mitgestalten, nicht zuletzt indem sie sich zu ihren Grundwerten der Offenheit und Transparenz, wissenschaftlichen Exzellenz, Unabhängigkeit und Reaktionsschnelligkeit bekennt.“

Als offene Organisation, die zuhört und aus ihren Erfahrungen lernt, wird die EFSA das bestehende strenge Verfahren nochmals verschärfen, um die Unabhängigkeit ihrer wissenschaftlichen Entscheidungsprozesse zu gewährleisten und so das Vertrauen in die wissenschaftliche Qualität ihrer Arbeit weiter zu stärken.

Wussten Sie schon, dass die EFSA in den vergangenen 10 Jahren

  • durch ihre wissenschaftliche Beratung zur erfolgreichen Reduzierung von Salmonelleninfektionen bei Menschen in der EU beigetragen hat (um fast 50% zwischen 2004 und 2009);
  • mehr als 3.000 gesundheitsbezogene Angaben bewertet und so die wissenschaftliche Grundlage geschaffen hat, um europäische Verbraucher vor einer möglicherweise irreführenden Kennzeichnung von Lebensmitteln und entsprechender Werbung zu schützen;
  • im Rahmen der andauernden Bewertung sämtlicher Lebensmittelzusatzstoffe die Mehrzahl der zurzeit auf dem EU-Markt zugelassenen Lebensmittelfarbstoffe neu bewertet hat;
  • jährlich die Überwachungsdaten der EU-Mitgliedstaaten im Bereich der durch Tiere und Lebensmittel übertragenen Zoonosen und Antibiotikaresistenzen sowie zur Verbraucherexposition gegenüber Pestizidrückständen auswertet;
  • eine Vielzahl von Leitfäden zur Unterstützung von Antragstellern bei der Einreichung von Zulassungsanträgen für gesetzlich geregelte Erzeugnisse (z.B. Futtermittelzusatzstoffe) sowie allgemeine Leitlinien zur Risikobewertung in verschiedenen Bereichen wie neue Technologien (z.B. Nanotechnologie) ausgearbeitet hat;
  • mehr als 2.500 wissenschaftliche Ergebnisse veröffentlicht hat, die als Grundlage für Risikomanagementmaßnahmen und politische Initiativen der EU im Bereich der Lebens- und Futtermittelsicherheit dienen;
  • zur Durchführung von Risikobewertungen über einen Pool von mehr als 1.500 unabhängigen wissenschaftlichen Sachverständigen verfügt;
  • eines der solidesten Systeme zur Gewährleistung der Objektivität ihrer wissenschaftlichen Beratung besitzt, wie einem unabhängigen Bericht zu entnehmen ist, der im Rahmen eines Benchmarking der EFSA mit zehn im gleichen Bereich tätigen internationalen Organisationen erstellt wurde;
  • die Zahl ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von unter 30 im Jahr 2002 auf mittlerweile 450 erhöht hat;
  • effektive Strukturen für die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch aufgebaut hat, um auf Grundlage ihrer Strategie für Zusammenarbeit und Vernetzung alle EU-Mitgliedstaaten einzubinden, sowie fruchtbare Kontakte zu Interessengruppen unterhält;
  • eng mit EU-Schwesteragenturen (wie dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten, der Europäischen Arzneimittelbehörde und der Europäischen Chemikalienagentur) zusammenarbeitet sowie Beziehungen zu Risikobewertungsstellen außerhalb der EU pflegt, um die weltweite Zusammenarbeit im Bereich der Risikobewertung zu erleichtern.

Informationen und Veranstaltungen zum 10-jährigen Bestehen

Anlässlich des Jubiläums hat die EFSA auf ihrer Website einen eigenen Bereich eingerichtet, in dem konkrete Beispiele für die erfolgreiche Arbeit der Behörde in den vergangenen 10 Jahren sowie Informationen zu bevorstehenden Veranstaltungen zu finden sind. Dieser Bereich wird das ganze Jahr über immer wieder aktualisiert. Darüber hinaus können Informationen zum Jubiläumsjahr der EFSA auch bei Twitter @EFSA_EU verfolgt werden. Zusammen mit der Europäischen Kommission und Partnern in den Mitgliedstaaten wird die EFSA 2012 ferner gemeinsame Veranstaltungen organisieren, die sich dem 10-jährigen Jubiläum sowohl der EFSA als auch des Allgemeinen Lebensmittelrechts der EU widmen.

Insbesondere wird die EFSA im November für ihre wichtigen Partner und Interessengruppen im italienischen Parma eine wissenschaftliche Konferenz ausrichten. Der Schwerpunkt der Konferenz, bei der voraussichtlich mehr als 500 wissenschaftliche Sachverständige und Vertreter interessierter Kreise zusammentreffen werden, wird auf den Schlüsselelementen der neuen Wissenschaftsstrategie der EFSA liegen. Weitere Informationen zu dieser und anderen Veranstaltungen werden im Frühjahr 2012 im eigens dafür vorgesehenen Bereich der Website veröffentlicht.


Hinweise für die Redaktion:

Im Januar 2002 beschlossen der Ministerrat und das Europäische Parlament auf Vorschlag der Europäischen Kommission die Errichtung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als unabhängige Quelle für wissenschaftliche Beratung und Informationen zu Risiken im Zusammenhang mit der Lebensmittelkette. Die Gründung der EFSA war Teil eines umfassenden Programms, mit dem die Lebensmittelsicherheit in der EU verbessert, ein hohes Maß an Verbraucherschutz gewährleistet und das Vertrauen in die Lebensmittelversorgung der EU wiederhergestellt und gewahrt werden sollte.

Im Rahmen des EU-Lebensmittelsicherheitssystems erfolgt die Risikobewertung unabhängig vom Risikomanagement. Als Risikobewerter erstellt die EFSA wissenschaftliche Gutachten und Empfehlungen, die als fundierte Grundlage für europäische Politiken und Rechtsvorschriften dienen sowie die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedstaaten dabei unterstützen, wirksame und zeitnahe Entscheidungen im Bereich des Risikomanagements zu treffen. Der Aufgabenbereich der EFSA umfasst Lebens- und Futtermittelsicherheit, Ernährung, Tiergesundheit und Tierschutz, Pflanzenschutz und Pflanzengesundheit.

Mittels ihrer Aktivitäten im Bereich der Risikokommunikation versucht die EFSA, auf ihre wissenschaftliche Arbeit aufmerksam zu machen und deren Auswirkungen zu verdeutlichen. Die EFSA bemüht sich um eine angemessene, kohärente, präzise und zeitnahe Kommunikation zu Themen der Lebensmittelsicherheit für alle Interessengruppen sowie die breite Öffentlichkeit auf Grundlage der Risikobewertungen der Behörde und ihrer wissenschaftlichen Kompetenz.

Für Medienanfragen wenden Sie sich bitte an:
Medienstelle der EFSA
Tel. +39 0521 036 149
E-Mail: Press@efsa.europa.eu

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