Neue Daten zu Raucharomen belegen die Sicherheit von Fumokomp; weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich Zesti Smoke Code 10

Webnachricht
27 Juli 2011

Nach der Auswertung neuer Daten hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ihr Gutachten über die Sicherheit zweier in der Europäischen Union verwendeter Raucharomen aktualisiert. Aufgrund der neu vorliegenden Informationen kommen die Sachverständigen der EFSA zu dem Schluss, dass bei den vorgesehenen Verwendungen und Verwendungsmengen Fumokomp keine Sicherheitsbedenken aufwirft. Neue Daten über Zesti Smoke Code 10 weisen jedoch nach wie vor auf eine unzureichende Sicherheitsspanne hin, und den Schlussfolgerungen der EFSA zufolge geben die vorgeschlagenen Verwendungen und Verwendungsmengen Anlass zu Sicherheitsbedenken. Die Empfehlungen der EFSA werden den Entscheidungsträgern dabei helfen, eine Liste von Raucharomen zu erstellen, die zur Verwendung in der EU zugelassen sind.

Im Jahr 2009 stellten Sachverständige des CEF-Gremiums[1] der EFSA fest, dass die Sicherheitsspannen für Zesti Smoke Code 10 im Hinblick auf die von den Herstellern angegebenen Verwendungen und Verwendungsmengen zu gering waren. Auf Grundlage einer neuen 90-tägigen Toxizitätsstudie bei Tieren und neuen vorgeschlagenen Obergrenzen für die Verwendungsmengen kommt das Gremium in seinem aktualisierten wissenschaftlichen Gutachten zu dem Schluss, dass trotz einer leicht erhöhten Sicherheitsspanne bei diesem Raucharoma immer noch Sicherheitsbedenken bestehen.

Bisher war es dem CEF-Gremium mangels hinreichender Daten nicht möglich, die Sicherheit von Fumokomp zu bewerten. Aufgrund der Ergebnisse einer vollständigen 90-tägigen Toxizitätsstudie bei Tieren, die 2009 nicht vorlagen, bestätigen die Sachverständigen nunmehr, dass dieses Raucharoma im Rahmen der vorgeschlagenen Verwendungen bei normalen und oberen Mengen keine Sicherheitsbedenken aufwirft.

Raucharomen sind Erzeugnisse, die bestimmten Lebensmitteln – einschließlich Fleisch, Fisch oder Käse – zugesetzt werden können, um ihnen als Alternative zum traditionellen Räuchern ein „rauchiges“ Aroma zu verleihen. Sie können auch als Aromastoffe in anderen Lebensmitteln wie Suppen, Soßen und herzhaften Fertiggerichten verwendet werden.

Um die Sicherheit von Raucharomen bewerten zu können, ersucht das CEF-Gremium die Hersteller um Daten über die Zusammensetzung und Toxizität ihrer Produkte sowie um genaue Angaben über die vorgesehenen Verwendungen und Verwendungsmengen. Aufgrund dieser Angaben legt das Gremium für jedes Erzeugnis die maximale Aufnahmemenge fest, bei der keine gesundheitsschädlichen Wirkungen bei Tieren nachgewiesen wurden. Diese Menge wird dann mit den geschätzten Aufnahmemengen für Menschen verglichen, um für jedes Erzeugnis „Sicherheitsspannen“* festzulegen.

Die Sicherheit dieser Raucharomen als Ersatz für das Räuchern traditionell geräucherter Produkte ist nicht Gegenstand dieser Bewertungen.


Hinweise für die Redaktion:

*Bei einem Raucharoma ist die Sicherheitsspanne das Verhältnis des NOAEL-Werts (No Observed Adverse Effect Level – die höchste beobachtete oder experimentell festgestellte Dosis eines Stoffes, die keine nachweisbare schädliche Wirkung auf die exponierte Population hat), der typischerweise in einer 90-tägigen toxikologischen Studie an Tieren ermittelt wird, zur geschätzten Verbraucherexposition gegenüber diesem Stoff durch die Nahrungsaufnahme. Die Bewertung der zulässigen Sicherheitsspanne durch Sachverständige berücksichtigt Nachweise, dass das Raucharoma nicht genotoxisch ist (d. h. es schädigt nicht die DNA, das genetische Material der Zellen) und wendet Unsicherheitsfaktoren im Hinblick auf Abweichungen zwischen Mensch und Tier sowie zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen (z. B. Säuglinge, Kinder, ältere Menschen etc.) an.

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[1] Gremium für Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, Enzyme, Aromastoffe und Verarbeitungshilfsstoffe (CEF)