EFSA richtet europäische Taskforce ein, um Untersuchung des E. coli-Ausbruchs in Frankreich zu unterstützen

Webnachricht
26 Juni 2011

Nach einem E. coli-Ausbruch in der Region um Bordeaux (Frankreich), dem ein ähnlicher, mit Sprossen in Verbindung gebrachter Ausbruch in Deutschland vorausging, richten Wissenschaftler der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nun eine Taskforce ein, um die Untersuchungen mit dem Ziel, die Herkunft kontaminierter Sprossensamen in der Europäischen Union aufzuspüren, zu koordinieren.

Auf ein dringendes Ersuchen der Europäischen Kommission hin stellen Wissenschaftler der EFSA jetzt direkte wissenschaftliche Hilfe bereit, wobei sie ihrerseits von Sachverständigen der Europäischen Kommission und der EU-Mitgliedstaaten – insbesondere aus Frankreich, Deutschland, Italien und dem Vereinigten Königreich – sowie von Wissenschaftlern des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und der Weltgesundheitsorganisation WHO unterstützt werden. Die Taskforce wird versuchen, die Erzeugungs- und Vertriebskette von Samen, Bohnensprossen und anderen Keimlingen innerhalb der EU zurückzuverfolgen. Bei der Untersuchung des jüngsten Ausbruchs in Deutschland hatte sich diese Form der wissenschaftlichen Zusammenarbeit bewährt.

Mithilfe des Schnellwarnsystems für Lebens- und Futtermittel (RASFF) – der europäischen Datenautobahn für den Informationsaustausch – wird die Taskforce das Zusammentragen und die Auswertung von Informationen über den Ausbruch koordinieren.

Derzeit sind die Untersuchungen der französischen Behörden zum E. coli-Ausbruch in Bordeaux noch nicht abgeschlossen, und für den möglichen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Sprossen und den beobachteten gesundheitlichen Auswirkungen muss erst noch ein endgültiger Nachweis erbracht werden. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dürften die Sprossen als gemeinsamer Faktor im französischen wie auch im deutschen Ausbruch vom Mai gelten, der ebenfalls mit Bohnensprossen in Verbindung gebracht wurde.

Nach Auskunft der französischen Behörden leiden Patienten in der Region um Bordeaux an blutigem Durchfall; bei mehreren von ihnen wurde das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) diagnostiziert, das durch Shiga-Toxin produzierende E. coli (STEC) hervorgerufen werden kann.

Bei ersten bakteriologischen Tests wurde in zwei dieser Fälle der E. coli-Stamm O104:H4 identifiziert. Offizielle Stellen in Frankreich erklärten, es handele sich um denselben Stamm, der für den Ausbruch in Deutschland verantwortlich war. Bei der epidemiologischen Untersuchung hätte sich herausgestellt, dass eine Reihe von Patienten, die nicht weit entfernt voneinander wohnen, am 8. Juni an einem Tag der offenen Tür eines Freizeitzentrums in der Gemeinde Bègles nahe Bordeaux teilgenommen hatten; viele von ihnen hätten Bohnensprossen gegessen, mit denen verschiedene Gerichte dort garniert gewesen wären.

Nach dem Ausbruch in Deutschland hatte die EFSA in Zusammenarbeit mit dem ECDC Gesundheitsempfehlungen für die Öffentlichkeit ausgesprochen, um – insbesondere im Hinblick auf STEC – Durchfallerkrankungen vorzubeugen. Die EFSA hatte darüber hinaus wissenschaftliche Empfehlungen zu Maßnahmen veröffentlicht, die dazu beitragen können, mögliche Risiken einer Lebensmittelkontamination und Infektion beim Menschen durch STEC zu verringern. In diesem Zusammenhang wurden bestehende Empfehlungen hinsichtlich der Bedeutung guter landwirtschaftlicher Praxis sowie guter Produktions- und Hygienepraktiken bekräftigt, wie sie in international anerkannten Richtlinien festgelegt sind.

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