EFSA veröffentlicht Ergebnisse einer Untersuchung zu Campylobacter- und Salmonella-Bakterien bei Hühnern in der EU

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die Ergebnisse einer Erhebung über Campylobacter- und Salmonella-Bakterien bei Hühnern in Schlachthäusern in der Europäischen Union veröffentlicht. In den meisten EU-Mitgliedstaaten wurde eine hohe Prävalenz von Campylobacter-Bakterien in Hühnern beobachtet, während man Salmonellen weniger häufig feststellte.Diese Zoonosen sind die Ursache der beiden häufigsten durch Lebensmittel übertragenen Krankheiten bei Menschen in der EU: Campylobacteriose und Salmonellose. Bei dieser Erhebung handelt es sich um die sechste Grundlagenstudie der EFSA zu durch Lebensmittel übertragbaren Bakterien, die auf EU-Ebene durchgeführt wurde, und die erste, in der direkt das Vorkommen von Campylobacter- und Salmonella-Bakterien in Hühnern bei der Schlachtung untersucht wurde.

Alle Mitgliedstaaten[1], die sich an der im Jahr 2008 durchgeführten Erhebung beteiligten, meldeten den Nachweis von Campylobacter-Bakterien in den Hühnern, die sie untersucht hatten. Die Untersuchungsproben wurden am Anfang und am Ende der Schlachtlinie genommen, d. h. wenn die Hühner im Schlachthof ankommen bzw. wenn ihre Schlachtkörper nach dem Schlachten abgekühlt werden. Im Durchschnitt wurde das Bakterium in den Eingeweiden von71 % der Hühner festgestellt, was darauf hindeutet, dass sie bereits lebend infiziert waren. Der Nachweis des Bakteriums auf 76 % der untersuchten Schlachtkörper deutet auf eine zusätzliche Kontamination während des Schlachtens hin. Der Erhebung zufolge schwankten diese Zahlen sehr stark zwischen den Mitgliedstaaten. Der Erhebung ging ein vor kurzem veröffentlichtes Gutachten des EFSA-Gremiums für Biologische Gefahren (BIOHAZ-Gremium) voraus, in welchem bestätigt wird, dass Geflügelfleisch eine wesentliche Quelle — wenn nicht sogar die Hauptquelle — für Campylobacter-Infektionen bei Menschen zu sein scheint[2].

Aus der Erhebung geht auch hervor, dass 22 Mitgliedstaaten Salmonellenin den untersuchten Hühnerschlachtkörpern feststellten. Durchschnittlich erwiesen sich 15,7 % der untersuchten Schlachtkörper als kontaminiert, wobei die Zahlen jedoch zwischen den Mitgliedstaaten schwankten. Was die verschiedenen Arten von Salmonella-Bakterien betrifft, so meldeten 17 Mitgliedstaaten die Typen Enteritidis und Typhimurium, die für die meisten Salmonelleninfektionen bei Menschen verantwortlich sind.

Das Ziel der Erhebung war die Ermittlung von Vergleichszahlen für alle beteiligten Mitgliedstaaten, um einen Überblick über die Prävalenz von Campylobacter-Bakterien in Hühnern bei der Schlachtung und von Campylobacter- und Salmonella-Bakterien in Hühnerschlachtkörpern zu erhalten[3]. Der Bericht über die Erhebung enthält außerdem Empfehlungen, insbesondere für die weitere Erforschung von Faktoren, welche die Ausbreitung von Campylobacter-Bakterien in der Hühnerfleischerzeugung beeinflussen, sowie Empfehlungen für die besten Methoden zur Überwachung und Bekämpfung von Campylobacter-Bakterien[4].

Notes to editors

In der Europäischen Union sind die Campylobacteriose und die Salmonellose die beiden häufigsten durch Lebensmittel übertragenen Krankheiten bei Menschen. Hühnerfleisch gilt als eine wichtige lebensmittelbedingte Ursache für diese beiden Krankheiten bei Menschen. Das Risiko für die menschliche Gesundheit geht vom Verzehr von nicht durchgegartem Fleisch oder der Kreuzkontamination zwischen Lebensmitteln aus. Ein sorgfältiger Umgang mit rohem Fleisch, gründliches Durchgaren und gute Küchenhygiene können das Risiko verhindern oder senken, das von mit Campylobacter- oder Salmonella-Bakterien kontaminiertem Hühnerfleisch ausgeht.

Die Daten der Erhebung stammen von geschlachteten Hühnern und ihren Schlachtkörpern, die in jedem beteiligten Land nach dem Zufallsprinzip in den Schlachthäusern ausgewählt wurden. Die Probenahme erfolgte im Laufe des Jahres 2008. Insgesamt 10 132 Proben aus 561 Schlachthäusern in 26 EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen und der Schweiz wurden getestet.

Die EFSA unterstützt mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit die europäischen Risikomanager, politische Strategien festzulegen und Entscheidungen bei der Bekämpfung von Zoonosen in der EU zu treffen. Das BIOHAZ-Gremium der EFSA führt Risikobewertungen zu biologischen Fragen im Zusammenhang mit der Lebensmittelsicherheit und den durch Lebensmittel übertragenen Krankheiten durch. Das Gremium beurteilt die Risiken, die von gegebenen Problemen ausgehen, und erteilt Beratung zu möglichen Bekämpfungsmaßnahmen. Das mit der Datenerhebung zu Zoonosen befasste EFSA-Referat („Zoonosen-Referat“) überwacht und analysiert Daten zu zoonotischen Bakterien und Parasiten in der EU und koordiniert die Grundlagenstudien über die durch Lebensmittel übertragenen Zoonoseerreger in Lebensmitteln und Tieren. Diese Basiserhebungen werden von Risikobewertern wie dem BIOHAZ-Gremium verwendet, um Risikoschätzungen vorzunehmen, und helfen Risikomanagern, Zielgrößen festzulegen.

Neueste einschlägige Veröffentlichungen der EFSA:

[1] 26 Mitgliedstaaten sowie Norwegen und die Schweiz haben sich an der Erhebung beteiligt.
[2] In seinem Gutachen “Scientific Opinion on Quantification of the risk posed by broiler meat to human campylobacteriosis in the EU” gelangte das BIOHAZ-Gremium der EFSA zu dem Ergebnis, dass die Handhabung, Zubereitung und der Verzehr von Masthähnchenfleisch unmittelbar für 20 bis 30 % der menschlichen Fälle von Campylobacteriose in der EU verantwortlich sind.
[3] Die aktuelle Erhebung berücksichtigt nur das Vorkommen von Salmonella-Bakterien in Proben von Hühnerschlachtkörpern. Die EFSA hat bereits eine survey on Salmonella in live chicken flocks .
[4] Maßnahmen zur Bekämpfung von Salmonella-Bakterien werden in der EU bereits durchgeführt. Die EU-Mitgliedstaaten haben sich dazu verpflichtet, ein Salmonellen-Bekämpfungsprogramm für Hühner durchzuführen, und Salmonella-Kriterien wurden auch für Hühnerfleisch sowie Fleisch von anderen Tieren festgelegt. More information on the EU reduction programmes for Salmonella .

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