Berichte der EFSA empfehlen die Überwachung zweier lebensmittelbedingter Zoonosen zu harmonisieren

Die EFSA hat zwei neue Berichte veröffentlicht, deren Ziel es ist, die Überwachung zweier für das Auftreten von Zoonosen verantwortlicher Bakterien und auch die entsprechende Berichterstattung in der Europäischen Union zu verbessern. Durch diese Bakterien können zoonotische Erkrankungen von Tieren und aus Lebensmitteln auf den Menschen übertragen werden. Es handelt sich um Yersinia (Yersinia enterocolitica), Auslöser der am dritthäufigsten gemeldeten Zoonosen Europas, und VTEC (verotoxigene Escherichia coli), das zwar weniger verbreitet ist, aber zu tödlichen Krankheitsverläufen führen kann.

In den Berichten wird in technischer Hinsicht detailliert ausgeführt, wie Daten erfasst werden sollten und wie eine risikobasierte Strategie für die Untersuchung von Proben hinsichtlich der Häufigkeit und Methoden der Probenahmen und Laboranalysen aussehen sollte. Dies hilft den Mitgliedstaaten dabei, Daten von größerer Relevanz und besserer Vergleichbarkeit zu erheben, was wiederum die EFSA bei ihrer Aufgabe unterstützt, das Vorkommen dieser Zoonosen zu analysieren und die Infektionsquellen für den Menschen zu identifizieren. Durch die auf diese Weise vorgenommene Harmonisierung wird die Überwachung auch wirtschaftlicher gestaltet.

Yersinia enterocolitica ist ein Bakterium, als dessen Überträger Schweine und in geringerem Umfang auch andere Tiere fungieren. Wenn es in den Menschen gelangt, löst es eine Infektionskrankheit namens Yersiniose aus. Diese betrifft am häufigsten kleine Kinder und ruft Symptome wie Fieber, Bauchschmerzen und Durchfall hervor. In einem im Jahr 2007 veröffentlichten Gutachten zur Überwachung von Y. enterocolitica in Schweinen[1] empfehlen die Sachverständigen des EFSA-Gremiums für biologische Gefahren (BIOHAZ-Gremium) die Durchführung nationaler Erhebungen bei geschlachteten Schweinen in Abhängigkeit von der Prävalenz der Erkrankung in den einzelnen Mitgliedstaaten.

Infektionen mit VTEC können — obwohl weniger verbreitet — schwere gesundheitliche Schäden hervorrufen, wie zum Beispiel akutes Nierenversagen bei kleinen Kindern. Die EFSA empfiehlt die Überwachung und Untersuchung geschlachteter junger Rinder und Schafe auf VTEC mindestens alle drei Jahre. Die Erkenntnisse basieren auf einem Gutachten des BIOHAZ-Gremiums der EFSA aus dem Jahr 2007[2] zur Identifikation und Überwachung pathogener Stämme von VTEC beim Menschen.

Die in den Berichten enthaltenen Leitlinien wurden erstellt, nachdem die jüngst von der EFSA veröffentlichten Kurzberichte der Gemeinschaft ergeben hatten, dass nur ungenügende Daten zur Einschätzung der Ursache für Humaninfektionen mit den beiden Zoonosenerregern vorlagen. Der Zugang zu qualitativ guten Daten ist für die EFSA unverzichtbar, damit die Behörde die zuständigen Risikomanager bei deren Entscheidungen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit in der gesamten EU optimal zu wissenschaftlichen Fragestellungen beraten kann.

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