EFSA veröffentlicht Empfehlungen für die Sicherheitsbewertung pflanzlicher Materialien und Zubereitungen

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Empfehlungen veröffentlicht, die Lebensmittelbehörden bei der Bewertung der Sicherheit pflanzlicher Materialien und Zubereitungen helfen sollen, die für den Einsatz in Nahrungsergänzungsmitteln bestimmt sind. Darüber hinaus unterstützen diese Empfehlungen, die das Resultat von in eigener Initiative erfolgten Arbeiten der EFSA sind, auch die Lebensmittelhersteller, indem sie ihnen Informationen dazu an die Hand geben, wie sie die Sicherheit der Inhaltsstoffe in ihren Produkten bewerten können.

Das Gutachten des Wissenschaftlichen Ausschusses der EFSA gibt an, welche Daten für die Durchführung derartiger Sicherheitsbewertungen benötigt werden. Darüber hinaus schlägt es, abhängig vom bestehenden Wissensstand zum jeweiligen pflanzlichem Material bzw. zur jeweiligen pflanzlichen Zubereitung und der darin enthaltene(n) Substanz(en), eine zweistufige wissenschaftliche Herangehensweise vor. Damit findet ein fünfjähriges EFSA-Projekt seinen Abschluss, das u. a. auch eine öffentliche Konsultation beinhaltete, und das das Ziel verfolgte, die Grundlagen für eine Bewertung der Sicherheit von in großem Maßstab vermarkteten Produkten auf Pflanzenbasis zu verbessern.

Vittorio Silano, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Ausschusses, erläutert dazu: „Obwohl viele pflanzliche Materialien und Zubereitungen schon seit langer Zeit in Europa genutzt werden, können bei einigen von ihnen nicht alle Bedenken im Hinblick auf ihre Sicherheit ausgeschlossen werden. Risikobewerter aus den Mitgliedsstaaten der EU haben die Bedeutung dieses Themas für die öffentliche Gesundheit erkannt und zusammen mit EFSA-Experten diese wissenschaftlichen Rahmenempfehlungen erarbeitet, die eine systematische und effektive Bewertung der Sicherheit botanischer Inhaltsstoffe ermöglichen.“

Die Empfehlungen enthalten auch eine Zusammenstellung von Kriterien, die bei der Priorisierung der Sicherheitsbewertung bereits in Verwendung befindlicher botanischer Inhaltsstoffe helfen sollen. In einem zugehörigen Bericht — der von einer Ad-hoc-Arbeitsgruppe erarbeitet wurde, der neben von der EFSA bestimmten Experten auch Vertreter nationaler Behörden angehörten — wird eine Reihe von Beispielen aufgeführt, anhand derer gezeigt wird, wie die vorgeschlagene Herangehensweise unter unterschiedlichen Bedingungen umgesetzt werden kann.

In Zusammenarbeit mit den EU-Mitgliedsstaaten hat die EFSA außerdem die verfügbaren Informationen zu einer großen Zahl pflanzlicher Materialien und Zubereitungen zusammengestellt, von denen bekannt ist, dass sie Substanzen enthalten, die bei Verwendung in Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln gesundheitlich bedenklich sein könnten. Das Ziel dieses Kompendiums, das regelmäßig aktualisiert werden wird, ist es, Lebensmittelhersteller und -behörden über mögliche Sicherheitsprobleme aufzuklären, die einer weiteren Klärung und Berücksichtigung bedürfen. Die EFSA wird im November dieses Jahres in Athen eine Konferenz veranstalten, auf der die bisher zu diesem Thema erfolgten Arbeiten präsentiert und mit den EU-Mitgliedsstaaten und anderen Interessengruppen mögliche zukünftige Entwicklungen besprochen werden sollen.

[1] Pflanzliche Materialien umfassen sowohl ganze als auch zerkleinerte oder geschnittene Pflanzen, Algen und Pilze.
[2] Pflanzliche Zubereitungen sind Substanzen, die z. B. durch Pressen, Destillieren oder Fermentieren aus diesen Materialien gewonnen wurden.

Medienkontakte

Medienstelle der EFSA
Tel. +39 0521 036 149
E-mail: Press@efsa.europa.eu