EFSA-ECDC-Bericht für das Jahr 2007: Salmonella-Bakterien nach wie vor häufigste Ursache für lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) haben ihren Kurzbericht der Gemeinschaft über lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche in der EU 2007 veröffentlicht. Aus dem Bericht geht hervor, dass Salmonella-Bakterien nach wie vor die häufigste Ursache lebensmittelbedingter Krankheitsausbrüche sind, gefolgt von Lebensmittelviren und Campylobacter-Bakterien. Für das Jahr 2007 wurden insgesamt 5 609 Ausbrüche gemeldet, von denen fast 40 000 Menschen betroffen waren und die in 19 Fällen zum Tode führten. Der Bericht beruft sich auf ein neues robustes Meldesystem, das zwischen möglichen und nachgewiesenen Krankheitsausbrüchen unterscheidet. Ungeachtet der erheblichen Datenschwankungen zwischen Mitgliedstaaten ist eine hohe Anzahl gemeldeter Ausbrüche nicht zwingend ein Anzeichen für eine besondere Lebensmittelsicherheitsgefährdung, sondern könnte vielmehr darauf hinweisen, dass ein wirksames nationales Kontrollsystem implementiert ist.

Aus dem Bericht geht hervor, dass Salmonella-Bakterien nach wie vor die häufigste Ursache von lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen darstellen und für vier von zehn gemeldeten Ausbrüchen verantwortlich sind. Von den 2 201 gemeldeten Salmonellosen wurden 590 durch Laborbestimmung oder im Wege analytischer epidemiologischer Erkenntnisse nachgewiesen. Bei den übrigen Fällen dürfte es sich gleichfalls um lebensmittelbedingte Ausbrüche gehandelt haben, wenngleich keine schlüssigen Beweise vorhanden waren. Diese Ausbrüche betrafen 8 922 Menschen und führten in zehn Fällen zum Tode. Hühnereier oder Hühnereier enthaltende Erzeugnisse waren die am häufigsten an den Salmonellosen beteiligten Lebensmittel.

Wie im Vorjahr waren Viren die zweithäufigste Ursache lebensmittelbedingter Krankheitsausbrüche. Insgesamt waren 668 gemeldete Ausbrüche (von denen 111 bestätigt wurden) auf Lebensmittelviren zurückführbar. Sie betrafen 3 700 Menschen, verursachten aber keine Todesfälle. Als Quelle für virale Ausbrüche werden Schalen- und Krustentiere, Weichtiere sowie Büfettmahlzeiten angegeben. An nächster Stelle in der Liste der häufigsten Ursachen für lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche folgen die Campylobacter-Bakterien mit 461 Ausbrüchen bei 244 Menschen, von denen 29 (ausgenommen ein großer wasserbedingter Ausbruch) bestätigt wurden. Nach wie vor sind Hähnchenfleisch und sonstige Fleischerzeugnisse die häufigste Lebensmittelquelle dieser Art von Krankheitsausbrüchen.

Bakterielle Toxine, wie die von Bacillus-, Clostridium- oder Staphylococcus-Bakterien gebildeten, wurden bei 458 Krankheitsausbrüchen in der EU und bei 4 Todesfällen als Ursache gemeldet. Die Mitgliedstaaten meldeten außerdem Ausbrüche, die von anderen Bakterien wie etwa E. coli, Yersinia und Listeria verursacht wurden, sowie ferner von Parasiten verursachte Ausbrüche. Darüber hinaus wurden 17 wasserbedingte Krankheitsausbrüche bei insgesamt 10 912 Menschen gemeldet.

2007 meldeten die EU-Mitgliedstaaten insgesamt 5 609 lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche und damit etwas mehr als im Jahr 2006. Von der Gesamtzahl der Ausbrüche wurden 36 % (mehr als 2 000) mittels Laborbestimmung des Pathogens in Lebensmitteln oder durch epidemiologische Daten nachgewiesen, die eine Verbindung zwischen den menschlichen Infektionsfällen und der Lebensmittelquelle belegen. Für fünf der 19 durch lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche verursachten Todesfälle konnte die genaue Ursache nicht festgestellt werden.

In der Mehrzahl der lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüche im Jahr 2007 war mehr als nur ein Haushalt betroffen. Die kontaminierten Lebensmittel wurden üblicherweise zu Hause oder in Restaurants, Cafés, Hotels oder anderen Gastronomiebetrieben verzehrt. Sonstige Orte, an denen Krankheitsausbrüche stattfanden, waren Schulen, Kantinen und Krankenhäuser bzw. medizinische Versorgungseinrichtungen.

Aufgrund der fehlenden Vereinheitlichung nationaler Untersuchungs- und Meldesysteme innerhalb der EU waren die von 22 EU-Mitgliedstaaten vorgelegten Daten zu lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen für das Jahr 2007 erheblichen Schwankungen unterworfen. Die Anzahl der von den Mitgliedstaaten gemeldeten nachgewiesenen Ausbrüche spiegelt nicht zwingend einen unterschiedlichen Grad an Lebensmittelsicherheit wider. Vielmehr ist davon auszugehen, dass eine hohe Zahl gemeldeter Ausbrüche die Wirksamkeit nationaler Kontrollsysteme belegt. Norwegen und die Schweiz haben ebenfalls Daten für den Bericht eingereicht.

Notes to editors

Der im Januar 2009 veröffentlichte Kurzbericht der Gemeinschaft zu Zoonosen in der EU für das Jahr 2007 hat das Auftreten von Zoonosen, d. h. von auf den Menschen übertragbaren Tierkrankheiten, und von Zoonoseerregern in Tieren, Lebensmitteln und Futtermitteln zum Gegenstand. Der Bericht zeigt, dass Campylobacter-Infektionen erneut die in der Europäischen Union am häufigsten gemeldeten zoonotischen Erkrankungen beim Menschen waren. Die Anzahl der Fälle von Salmonella-Infektionen beim Menschen ging im vierten Jahr in Folge zurück, während die Fälle von Listeria-Infektionen auf dem gleichen Stand wie im Jahr 2006 blieben. Dieser zweite Teil des Berichts befasst sich mit lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen, die von biologischen Erregern verursacht werden. Unter einem „Ausbruch“ ist in diesem Zusammenhang das unter gegebenen Umständen festgestellte Auftreten einer mit demselben Lebensmittel in Zusammenhang stehenden oder wahrscheinlich in Zusammenhang stehenden Krankheit und/oder Infektion in mindestens zwei Fällen beim Menschen zu verstehen.

Im Jahr 2007 wurde erstmals ein neues Meldesystem für Daten zu lebensmittelbedingten Ausbrüchen verwendet, um die Datenqualität auf Gemeinschaftsebene zu verbessern. Ausbrüche wurden in mögliche und nachgewiesene lebensmittelbedingte Ausbrüche unterteilt. Bei nachgewiesenen Ausbrüchen wird der Zusammenhang zwischen menschlichen Infektionen und der Lebensmittelquelle durch die Laborbestimmung des ursächlichen Erregers in dem mutmaßlichen Lebensmittel und/oder durch epidemiologische Analysedaten gestützt. Ausführliche Informationen wurden nur von nachgewiesenen Ausbrüchen gemeldet, bei denen der Zusammenhang zwischen menschlichen Infektionen und der Lebensmittelquelle schlüssig ist. Mögliche Ausbrüche sind definitionsgemäß solche, bei denen Daten über einen Zusammenhang zwischen den erkrankten Personen und einem möglichen gängigen Lebensmittelträger vorliegen, die Beweislage jedoch nicht schlüssig ist.

Das von einer Taskforce aus Experten der Mitgliedstaaten unterstützte EFSA-Referat für die Datenerhebung zu Zoonosen überwacht EU-weit die Daten zu zoonotischen Bakterien und Parasiten. Die EFSA erteilt ausgehend von den jährlichen Kurzberichten der Gemeinschaft Empfehlungen für Maßnahmen zur Prävention und Eindämmung von auf den Menschen übertragbaren Tierkrankheiten.