Vorläufige Empfehlung der EFSA bezüglich der Gesundheitsrisiken von Ziegenmilch und daraus hergestellten Produkten im Hinblick auf BSE/TSE

Die Arbeitsgruppe wissenschaftlicher Sachverständiger für BSE/TSE der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit veröffentlichte heute eine Stellungnahme über die Sicherheit von Ziegenmilch und -milchprodukten im Hinblick auf mögliche BSE-Risiken. Erstellt wurde diese Stellungnahme im Anschluss an eine Untersuchung, die eine Forschungsgruppe in Frankreich aufgrund des Verdachts einer BSE-Infektion (Bovine Spongiforme Enzephalopathie) bei einer Ziege durchgeführt hatte. Die EFSA wurde in der Folge von der Europäischen Kommission um eine Empfehlung zur Sicherheit von Milch und Fleisch in Bezug auf TSE (Transmissible Spongiforme Enzephalopathie) bei Ziegen und Schafen ersucht. Die wissenschaftlichen Sachverständigen der EFSA gelangten zu dem Schluss, dass in Anbetracht der gegenwärtigen wissenschaftlichen Erkenntnisse Milch und Milchprodukte von gesunden Ziegen unabhängig von deren geographischer Herkunft wahrscheinlich keinerlei Risiko einer TSE-Kontamination bergen. Die Sachverständigen empfahlen, den Schwerpunkt weiterhin auf jene allgemeine Praxis zu legen, die darin besteht, Tiere mit Mastitis (Entzündung des Euters) bzw. anderen Euterstörungen als Milchquellen auszuschließen, da auf diese Weise mögliche Infektionen, einschließlich TSE, mit zusätzlicher Sicherheit ausgeschlossen werden können. Nach Ansicht der BSE/TSE-Arbeitsgruppe der EFSA sind mehr wissenschaftliche Forschungsdaten erforderlich, um mögliche Risiken im Zusammenhang mit dem Konsum von Ziegenmilch beurteilen und eine umfassende quantitative Bewertung des mit dem Konsum von Ziegenfleisch und -milch verbundenen Risikos durchführen zu können.

Nachdem eine Forschungsgruppe in Frankreich einen BSE-Verdachtsfall bei einer im Jahr 2002 geschlachteten Ziege meldete, gab die EFSA unverzüglich die Aktualisierung früherer wissenschaftlicher Gutachten bezüglich TSE bei Kleinwiederkäuern in Auftrag. ,2. Die EFSA startete eine Machbarkeitsstudie und konsultierte Mitgliedstaaten, um sich einen Überblick über vorhandene wissenschaftliche Erkenntnisse, neue Daten und laufende Forschungsprojekte zu verschaffen. Anhand dieser Studie wird die EFSA außerdem beurteilen, ob die aktuellen vorhandenen Informationen als Grundlage für eine quantitative Bewertung möglicher Risiken im Zusammenhang mit dem Konsum von Ziegenprodukten ausreichen.

Die Arbeitsgruppe wissenschaftlicher Sachverständiger für BSE/TSE gab eine vorläufige Empfehlung bezüglich der Sicherheit von Ziegenmilch und -milchprodukten im Hinblick auf mögliche BSE/TSE-Risiken ab. In Bezug auf Ziegenfleisch und andere Produkte konnten die Sachverständigen angesichts fehlender Daten zu diesem Zeitpunkt keine Empfehlung abgeben.

Auf der Grundlage der gegenwärtigen wissenschaftlichen Erkenntnisse gelangten die Sachverständigen zu dem Schluss, dass Milch und Milchprodukte von Kleinwiederkäuern wahrscheinlich keinerlei Risiko einer TSE-Kontamination bergen, vorausgesetzt, die Milch stammt von gesunden Tieren. Diese Schlussfolgerungen gelten für alle gesunden Tiere unabhängig von ihrer geographischen Herkunft. Um Risiken weiter zu verringern, empfehlen die Sachverständigen, den Schwerpunkt verstärkt auf jene allgemeine Praxis zu legen, die darin besteht, als Milchquellen Tiere auszuschließen, die Anzeichen einer Euterentzündung (Mastitis) bzw. andere Euterstörungen aufweisen. Dies ist deshalb wichtig, da eine Infiltration von potenziell infiziertem Blut in die Milch auftreten kann, wenn die Blut-/Milchbarriere nicht bzw. nur mehr teilweise wirksam ist, d. h. im Falle von Mastitis. Darüber hinaus stellten die Wissenschaftler fest, dass durch die Analyse von bestimmten Milchparametern (z. B. somatische Zellzahlen) ein praktischer und nützlicher Indikator für die zusätzliche Gewährleistung von gesunder Milch geschaffen werden kann.

Eine umfassende und quantitative Bewertung der mit dem Konsum von Ziegenfleisch, -milch und -milchprodukten verbundenen Risiken wird erst möglich sein, wenn mehr wissenschaftliche Forschungsdaten zu TSE bei Kleinwiederkäuern verfügbar sind. Eine derartige quantitative Bewertung wird, falls sie machbar ist, erheblich mehr Zeit in Anspruch nehmen.

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