EFSA-Gutachten zu neuem GV-Mais: NK 603-Mais genauso sicher wie konventioneller Mais

Das Wissenschaftliche Gremium für veränderte genetisch Organismen (GVO) der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat heute zwei Gutachten über die genetisch veränderte (GV) Maissorte NK 603 veröffentlicht. Das Gremium gelangte zu der Auffassung, dass der herbizidtolerante GV-Mais NK 603 genauso sicher sei wie konventioneller Mais und es daher unwahrscheinlich ist, dass sein Inverkehrbringen für die Einfuhr zur Weiterverarbeitung und zu Lebensmittel- oder Futtermittelzwecken negative Auswirkungen auf die menschliche oder tierische Gesundheit oder in diesem Zusammenhang auf die Umwelt habe.

Diese Gutachten sind die ersten einer Reihe von Risikobewertungen, die für verschiedene GV-Pflanzensorten angefordert wurden“, sagte Dr. Harry Kuiper, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Gremiums für genetisch veränderte Organismen (GVO). „Unser Wissenschaftliches Gremium wurde kürzlich ersucht, die für GV-Mais NK 603 vorgelegten Ergebnisse zu prüfen und dessen Sicherheit zu beurteilen. Eine umfassende Bewertung der Umweltverträglichkeit wurde nicht durchgeführt, da sich die Anträge für die GV-Maissorte NK 603 lediglich auf die Einfuhr und Weiterverarbeitung, nicht jedoch auf den Anbau dieses Maistyps bezogen. Das Verfahren der Risikobewertung umfasste die Prüfung der in NK 603 eingefügten DNA, der Beschaffenheit und Sicherheit der durch das transgene Ereignis entstandenen Proteine sowie die Möglichkeit eines Einflusses der gentechnischen Veränderung auf die Sicherheit, die Allergenität und den Nährwert des Maistyps NK 603 im Vergleich zu konventionellem Mais.“ Nach Prüfung aller vorgelegten Unterlagen kam das Gremium zu der Schlussfolgerung, dass die Maissorte NK 603 genauso sicher sei wie konventioneller Mais und es daher unwahrscheinlich ist, dass sein Inverkehrbringen für die Einfuhr zur Weiterverarbeitung und zu Lebensmittel- oder Futtermittelzwecken negative Auswirkungen auf die menschliche oder tierische Gesundheit oder in diesem Zusammenhang auf die Umwelt habe. Im Anschluss an die wissenschaftliche Risikobewertung der EFSA, wird die Kommission Vorschläge für eine mögliche Zulassung der Maissorte NK 603 ausarbeiten und diese den Mitgliedstaaten in einem Regelungsausschuss zur Beratung vorlegen.

Hintergrund

Diese Gutachten betreffen die Risikobewertung eines neuen Maistyps (NK 603 „Roundup Ready“-Mais) sowie seiner Lebens- und Futtermittelfolgeprodukte. Dieser Maistyp wurde gentechnisch verändert, um ihn tolerant gegen das Herbizid Glyphosat (allgemein als „Roundup“ bezeichnet) zu machen. Durch diese Veränderung soll den Landwirten die Möglichkeit gegeben werden, das Unkrautproblem auf den Maisfeldern während des Anbaus besser in den Griff zu bekommen.

Die Risikobewertung basiert auf zwei Anfragen der Kommission in Bezug auf die von der Firma Monsanto gestellten Anträge auf Inverkehrbringen dieser Maissorte gemäß Verordnung (EG) Nr. 258/97 über neuartige Lebensmittel und neuartige Lebensmittelzutaten und Richtlinie 2001/18/EG über die absichtliche Freisetzung genetisch veränderter Organismen (GVO) in die Umwelt.

Mit der ersten Frage wurde das EFSA-Gremium für genetisch veränderte Organismen ersucht, die Sicherheit der von NK 603-Mais abgeleiteten Lebensmittel und Lebensmittelzutaten zu beurteilen; mit der zweiten Anfrage wurde das Gremium ersucht zu beurteilen, ob es einen wissenschaftlichen Grund für die Annahme gebe, das ein Inverkehrbringen dieses Maistyps für Import- und Weiterverarbeitungszwecke eventuell negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und in diesem Zusammenhang auf die Umwelt haben könne. Diese Anfragen folgten auf zwei getrennte wissenschaftliche Bewertungen, die anfangs durch die zuständigen Behörden der Niederlande und Spaniens durchgeführt und später von allen anderen Mitgliedstaaten evaluiert worden waren. Die Kommission ersuchte eine Bewertung durch die EFSA aufgrund der zusätzlichen Anfragen, die sie von den Mitgliedstaaten infolge der durchgeführten Evaluierungen erhalten hatte. Die EU-Rechtsvorschriften schreiben vor, dass in diesen Fällen die EFSA eine weitere Bewertung vornehmen und ein Gutachten abgeben muss.

Bei der Abfassung dieser Gutachten berücksichtigte das Gremium die vom Antragsteller eingereichten Anträge und zusätzlichen Informationen sowie die von den Mitgliedstaaten vorgebrachten spezifischen Fragen und Bedenken. Auf Ersuchen der Kommission hat das Gremium zwei getrennte Gutachten vorgelegt. Da jedoch beide Dossiers größtenteils die gleichen Themen behandeln, wurde für beide Gutachten eine einzige Risikobewertung abgegeben.

NK 603-Mais wurde im Hinblick auf seine Resistenz gegen das „Roundup“-Herbizid entwickelt, indem ein glyphosattolerantes Gen eingeführt wurde. Die Risikobewertung wurde unter Verwendung des von der EU im März 2003 herausgegebenen wissenschaftlichen Leitliniendokuments für die Risikobewertung von gentechnisch veränderten Pflanzen und Lebens- und Futtermittel-Folgeprodukten1 durchgeführt.

1 EC, 2003. Guidance document for the risk assessment of genetically modified plants and derived food and feed (Leitliniendokument für die Risikobewertung von genetisch veränderten Pflanzen und Lebens-und Futtermittel-Folgeprodukten), das von der Joint Working Group on Novel Food an GMOs (Gemeinsame Arbeitsgruppe “GVO und neuartige Lebensmittel”) der Europäischen Kommission am 6./7. März 2003 erarbeitet wurde.