Salmonella häufigste Ursache lebensmittelbedingter Krankheitsausbrüche in der Europäischen Union

Fast jeder dritte lebensmittelbedingte Krankheitsausbruch wurde 2018 durch Salmonella hervorgerufen. Dies ist eines der Hauptergebnisse des Jahresberichts zu Tendenzen und Ursachen von Zoonosen, den die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) heute veröffentlicht haben.

2018 meldeten die EU-Mitgliedstaaten 5 146 Krankheitsausbrüche, die 48 365 Menschen betrafen. Von einem lebensmittelbedingten Krankheitsausbruch spricht man, wenn mindestens zwei Personen an ein und demselben kontaminierten Lebensmittel oder Getränk erkranken.

Auf die Slowakei, Spanien und Polen entfielen 67 % der 1 581 Ausbrüche von Salmonella. Diese Ausbrüche waren hauptsächlich auf Eier zurückzuführen.

„Die Ergebnisse unserer jüngsten Eurobarometer-Umfrage zeigen, dass weniger als ein Drittel der europäischen Bürger Lebensmittelvergiftungen durch Bakterien zu den fünf wichtigsten Besorgnissen in Bezug auf die Lebensmittelsicherheit zählt. Die Zahl der gemeldeten Ausbrüche deutet darauf hin, dass Verbraucher durchaus noch stärker sensibilisiert werden können, da viele lebensmittelbedingte Krankheiten durch eine Verbesserung der Hygienemaßnahmen beim Umgang mit und bei der Zubereitung von Lebensmitteln vermieden werden können“, erklärte die leitende Wissenschaftlerin der EFSA, Marta Hugas.

Salmonellose war die am zweithäufigsten gemeldete gastrointestinale Infektion beim Menschen in der EU (91 857 gemeldete Fälle) nach Campylobacteriose (246 571).

West-Nil-Virus- und STEC-Infektionen auf ungewöhnlich hohem Niveau

Der bei weitem stärkste Anstieg im Jahr 2018 war bei der Zahl der West-Nil-Virusinfektionen zu verzeichnen.

Die Fälle dieses West-Nil-Virus, bei dem es sich um eine durch Stechmücken übertragene Zoonose handelt, waren siebenmal höher als 2017 (1 605 gegenüber 212) und überstiegen alle zwischen 2011 und 2017 gemeldeten Fälle.

„Die Gründe für den Höhepunkt im Jahr 2018 sind noch nicht vollständig bekannt. Faktoren wie Temperatur, Feuchtigkeit oder Niederschläge haben nachweislich die saisonale Aktivität von Stechmücken beeinflusst und können eine Rolle gespielt haben. Auch wenn wir nicht vorhersagen können, wie intensiv die nächsten Übertragungszeiträume sein werden, wissen wir, dass das West-Nil-Virus in vielen Ländern der EU aktiv zirkuliert, was Menschen, Pferde und Vögel betrifft. Das ECDC verstärkt seine Unterstützung für Länder in den Bereichen Überwachung, Abwehrbereitschaft, Kommunikation und Vektorkontrolle“, erklärte der Chefwissenschaftler des ECDC, Mike Catchpole.

Die meisten lokal erworbenen West-Nil-Virusinfektionen wurden von Italien (610), Griechenland (315) und Rumänien (277) gemeldet. Tschechien und Slowenien meldeten ihre ersten Fälle seit 2013.

Italien und Ungarn verzeichneten in den letzten Jahren ebenfalls eine zunehmende Zahl von Ausbrüchen des West-Nil-Virus bei Pferden und anderen Equiden.

Shigatoxin-bildende E. coli (STEC) sind mit 8 161 gemeldeten Fällen zur dritthäufigsten Ursache lebensmittelbedingter Zoonosen geworden – und traten mit einer Zunahme um 37 % gegenüber 2017 an die Stelle von Yersiniose. Dies lässt sich zum Teil durch den zunehmenden Einsatz neuer Labortechnologien erklären, wodurch sporadische Fälle leichter erkannt werden können.

Die Zahl der 2018 von Listeriose betroffenen Personen ist ähnlich hoch wie 2017 (2 549 im Jahr 2018 gegenüber 2 480 im Jahr zuvor). Allerdings ist die Tendenz seit zehn Jahren steigend.

Von den Zoonosen, auf die sich der Bericht bezieht, entfällt auf die Listeriose der höchste Anteil an Krankenhausfällen (97 %) und die höchste Zahl an Todesfällen (229), wodurch sie zu den schwerwiegendsten lebensmittelbedingten Erkrankungen zählt.

Der Bericht enthält ebenfalls Daten zu Mycobacterium bovis, Brucella, Yersinia, Trichinella, Echinococcus, Toxoplasma, Tollwut, Coxiella burnetii (Q-Fieber) und Tularämie.

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