Häufig gestellte Fragen zum Klonen
Was versteht man unter Klonen von Tieren?
Klonen ist eine Form der Reproduktion. Die am häufigsten verwendete Methode ist der so genannte somatische Zellkerntransfer. Dabei wird eine genetische Kopie eines Tiers durch Ersetzen des Kerns einer unbefruchteten Eizelle durch einen Zellkern einer Körperzelle (somatischen Zelle) des Tiers erzeugt, um einen Embryo zu erhalten. Der Embryo wird dann in ein Ersatzmuttertier verpflanzt, in dessen Gebärmutter er sich bis zur Geburt entwickelt.
Welche Rolle spielt die EFSA in diesem Zusammenhang?
Je weiter sich die Technologie des Klonens entwickelt, desto realistischer erscheint die Möglichkeit, dass Lebensmittelprodukte von geklonten Tieren oder ihren Nachkommen auf den Markt gebracht werden. Daher hat die Europäische Kommission die EFSA um wissenschaftliche Beratung zu den Auswirkungen des Klonens von Tieren auf die Lebensmittelsicherheit, auf die Tiergesundheit, auf den Tierschutz sowie auf die Umwelt ersucht. Die EFSA liefert der Europäischen Kommission und anderen Europäischen Risikomanagern, welche die Entscheidungsträger für alle zukünftigen Maßnahmen der Europäischen Union in Bezug auf geklonte Tiere und Lebensmittelprodukte auf der Basis von geklonten Tieren und deren Nachkommen sind, wissenschaftliche Empfehlungen.
Wer ist sonst noch involviert?
Die Kommission hat ferner von der Europäischen Gruppe für Ethik der Naturwissenschaften und der neuen Technologien (European Group on ethics in Science and New Technologies — EGE) ein Expertengutachten erhalten. Dadurch wird die Arbeit der EFSA ergänzt, da sie selbst kein Mandat hat, über ihren wissenschaftlichen Aufgabenbereich hinaus auch ethische, moralische oder andere gesellschaftliche Fragen zu untersuchen. Die Kommission wird anschließend entscheiden, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind. In anderen Ländern wird derzeit dieselbe Thematik untersucht, beispielsweise in den Vereinigten Staaten, wo die US-amerikanische Bundesbehörde für die Überwachung der Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit (Food and Drug Administration — FDA) ebenfalls eine Risikobewertung erstellt hat.
Befinden sich Lebensmittelprodukte von geklonten Tieren heute bereits im Handel?
Klonen ist zurzeit in Europa keine kommerzielle Praxis. Es liegen keine Informationen vor, die darauf hindeuten würden, dass sich Produkte von geklonten Tieren bereits in anderen Teilen der Welt auf dem Markt befinden. In den Vereinigten Staaten besteht seit Juli 2001 ein freiwilliges Moratorium in Bezug auf den Verkauf von solchen Produkten.
Welche Meinung vertritt die EFSA in Bezug auf das Klonen von Tieren?
Das Gutachten der EFSA aus dem Jahr 2008 von enthält folgende wesentlichen Schlussfolgerungen:
- Unsicherheiten in der Risikobewertung entstehen durch die begrenzte Anzahl verfügbarer Studien, den geringen Umfang untersuchter Stichproben und allgemein das Fehlen eines einheitlichen Ansatzes, mit dem alle für dieses Gutachten wichtigen Punkte und Fragen zufriedenstellender behandelt werden könnten. Dieses Gutachten betrifft ausschließlich Schweine und Rinder, da zu diesen beiden Tierarten in ausreichendem Ausmaß Datenmaterial vorlag.
- Es zeigte sich, dass die Gesundheit und das Wohlergehen eines signifikanten Anteils der geklonten Tiere, hauptsächlich in der juvenilen Phase von Rindern und in der perinatalen Phase von Schweinen, nachteilig (oft schwer und mit tödlichem Verlauf) beeinflusst waren.
- Somatischer Zellkerntransfer (das am häufigsten verwendete Verfahren, um Tiere zu klonen) führte jedoch auch zu gesunden Rinder- und Schweineklonen und gesunden Nachkommen, die bezüglich einer Reihe von Parametern wie physiologische Merkmale, Verhalten und klinischer Status entsprechend konventionell erzeugten Tieren vergleichbar sind.
- Es gibt keine Anzeichen, dass im Hinblick auf die Lebensmittelsicherheit Unterschiede zwischen dem Fleisch und der Milch von Klonen und ihren Nachkommen und dem Fleisch und der Milch von konventionell erzeugten Tieren bestehen. Eine solche Schlussfolgerung basiert auf der Annahme, dass Fleisch und Milch von gesunden Tieren stammen, auf die die einschlägigen Lebensmittelkontrollen angewendet werden.
- Es wurden keine Auswirkungen auf die Umwelt vorausgesehen, allerdings stehen hierzu nur in begrenztem Umfang Daten zur Verfügung.
In einer im Juni 2009 angenommenen Stellungnahme hat die EFSA bestätigt, dass die Schlussfolgerungen und Empfehlungen aus ihrem Gutachten von 2008 weiterhin Geltung haben. Ferner erklärte die EFSA, dass zum Zeitpunkt der Ausarbeitung der Stellungnahme nicht in ausreichendem Maße Datenmaterial vorlag, um die Frage zu beantworten, ob die gegenwärtigen Erkenntnisse über das Klonen von Rindern und Schweinen auch auf Schafe, Ziegen und Hühner angewendet werden können.
Was passiert als nächstes?
Die wissenschaftliche Beratungsleistungen der EFSA sowie diejenige der EGE werden als Informationsgrundlage für alle möglichen künftigen Maßnahmen dienen, die von der Europäischen Kommission, den Mitgliedstaaten sowie dem Europäischen Parlament in Bezug auf geklonte Tiere und auf der Grundlage dieser Tiere hergestellten Nahrungserzeugnisse getroffen werden.
