69. Verwaltungsratssitzung: Verwaltungsrat beschließt neuen Stakeholder-Ansatz, zieht Zwischenbilanz über Fortschritte bei Transparenz und erörtert Weiterentwicklung der Unabhängigkeitsrichtlinien

Parma
15. Juni 2016

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Der Verwaltungsrat verabschiedete den Ansatz der EFSA zur Einbeziehung von Interessengruppen, mit dem neue und transparente Wege geschaffen werden, um eine noch breitere Beteiligung der Interessengruppen bei der Arbeit der Behörde zu ermöglichen. Der Verwaltungsrat befasste sich auch mit der Umsetzung des EFSA-Projekts für Transparenz und Einbeziehung bei der Risikobewertung (TERA) und erörterte Vorschläge zur Weiterentwicklung der Unabhängigkeitsrichtlinien der Behörde.

Während des Treffens dankte der Geschäftsführende Direktor der EFSA, Bernhard Url, den fünf scheidenden Mitgliedern des Verwaltungrates – der aktuellen Vorsitzenden Sue Davies, dem stellvertretenden Vorsitzenden Piergiuseppe Facelli, Radu Roatiş-Chetan, Jiri Ruprich und Tadeusz M. Wijaszka – für ihre Bemühungen um eine verantwortungsvolle Führung und strategische Beratung der EFSA während ihrer Amtszeit. Der Rat der Europäischen Union wird ihre Nachfolger in Kürze bekannt geben.

Breitere Einbeziehung der Interessengruppen

Die Kernelemente des neuen Rahmens zur Einbeziehung von Interessengruppen sind das Stakeholder-Forum und das Stakeholder-Büro. Diese Strukturen werden auf der soliden Grundlage aufbauen, die durch die Konsultationsplattform für Interessengruppen geschaffen wurde, und sollen eine möglichst breite und ausgewogene Vertretung von Interessengruppen gewährleisten, einschließlich Verbrauchergruppen, Umwelt- und Gesundheits-NGOs, Landwirtschafts-, Industrie- und Vertriebsverbänden sowie Vertretern aus Wissenschaft und Praxis.

Die Überarbeitung des Ansatzes erfolgte im Einklang mit den in der EFSA-Strategie 2020 dargelegten Zielen, wie mehr Transparenz und Einbeziehung der Öffentlichkeit in den wissenschaftlichen Bewertungsprozess. Im Zentrum stehen drei Hauptinitiativen, welche die Einbeziehung der Interessengruppen effektiver und sinnvoller gestalten sollen:

  • ein Verfahren zur Erweiterung des Spektrums der vertretenen Interessen, Perspektiven und Fachkenntnisse, das zugleich gewährleistet, dass das vorrangige Ziel der EFSA der Schutz der Verbrauchergesundheit bleibt;
  • die Schaffung gezielter Mechanismen zur Verbesserung der Möglichkeiten von Interessengruppen, in ausgewogener Weise zur wissenschaftlichen Risikobewertung beizutragen, bei gleichzeitiger Wahrung von Unabhängigkeit und Transparenz des Verfahrens; sowie
  • der Einsatz moderner Kommunikationsmittel zur Förderung innovativer Wege der Interessengruppenbeteiligung (Stakeholder-Engagement).

Sue Davies, Vorsitzende des Verwaltungsrats, erklärte: „Die verstärkte Einbeziehung von Interessengruppen und die weitergehenden Überlegungen im Hinblick auf eine transparente Arbeitsweise der EFSA spiegeln die feste Entschlossenheit der Behörde, auf den jüngsten Maßnahmen aufzubauen, die es Interessengruppen ermöglichen, Input zu liefern und klar nachzuvollziehen, wie die EFSA zu ihren Entscheidungen gelangt. Diese Initiativen, zusammen mit der Weiterentwicklung der Unabhängigkeitsrichtlinien der EFSA, haben zum Ziel, die Exzellenz ihrer wissenschaftlichen Arbeit sowie das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Arbeitsweise der Behörde zu wahren.“

„Open EFSA“ fest im Blick

Die Mitglieder des Verwaltungsrats betrachteten und begrüßten die Fortschritte der EFSA bei der Umsetzung des Projekts für Transparenz und Einbeziehung bei der Risikobewertung (TERA). Dank einer Folgenabschätzung von 35 Maßnahmen zur Stärkung von Transparenz und Einbeziehung in allen Phasen des Risikobewertungsprozesses der EFSA konnte die Behörde den TERA-Umsetzungsplan fertigstellen.

Die Maßnahmen, die auf früheren EFSA-Initiativen aufbauen werden, umfassen: eine verstärkte Konsultation von Interessengruppen während des gesamten Risikobewertungsprozesses; noch mehr Transparenz bei der Besetzung von wissenschaftlichen Gremien und Arbeitsgruppen; einen zunehmend offenen Zugang zu Daten; sowie Transparenz im Hinblick auf die Nutzung von wissenschaftlichen Methoden und Evidenz bei den Risikobewertungen der EFSA. Ein Drittel der Maßnahmen ist bereits im Gange; die übrigen Maßnahmen will die EFSA in den nächsten drei Jahren umzusetzen.

Weiterentwicklung der Unabhängigkeitsrichtlinien der EFSA

Der Verwaltungsrat führte erste Gespräche über die bevorstehende Überarbeitung der Unabhängigkeitsrichtlinien der EFSA von 2011. Das Thema Unabhängigkeit hat nach wie vor höchste Priorität für die Behörde, die derzeit überlegt, wie ihr diesbezüglicher Ansatz im Hinblick auf die jüngst verabschiedete EFSA-Strategie 2020 weiterenwickelt werden kann.

Die EFSA wird über die Rückmeldungen des Verwaltungsrats nachdenken und bei dessen Sitzung im Oktober 2016 ein Konzeptpapier vorlegen, das voraussichtlich im späteren Jahresverlauf zur öffentlichen Konsultation gestellt werden soll. 

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Audiocast and documents

  1. Welcome by the Chair
  2. Adoption of the agenda
  3. Board members’ Declaration of Interests
  4. EFSA progress report
  5. Accounts 2015 financial year
  6. New Stakeholder engagement approach
  7. Update on the TERA project
  8. EFSA independence policy
  9. Revision of the Rules of Procedure of the Advisory Forum
  10. Composition of the CONTAM and GMO Scientific Panels
  11. Implementing Rules of Staff Regulations
  12. Amendments to Art. 36 list of organisations
  13. Feedback from the Audit Committee
  14. 2016 budget execution and transfers
  15. AOB