Risikobewertung

Das Hauptmandat der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ist es, Risiken im Zusammenhang mit der Lebensmittelkette zu bewerten. Die Arbeit der EFSA im Bereich Risikobewertung trägt dazu bei, die Lebensmittelsicherheit in Europa zu verbessern und in der Öffentlichkeit Vertrauen in die Art der Risikobewertung zu schaffen. Die Risikobewertung ist ein Fachgebiet der angewandten Wissenschaften, bei dem wissenschaftliche Daten und Studien ausgewertet werden, um mit bestimmten Gefährdungen zusammenhängende Risiken zu bewerten.

In den ersten fünf Jahren ihres Bestehens hat die EFSA über 450 wissenschaftliche Gutachten zu einer ganzen Reihe von Risikothemen abgegeben. Dazu gehören die Spongiforme Rinderenzephalopathie (BSE) und die Transmissible Spongiforme Enzephalopathie (TSE), die Unbedenklichkeit von Lebensmittelzusatzstoffen wie Aspartam, allergieerzeugende Lebensmittelzutaten, Gentechnisch Veränderte Organismen (GVO), Wild- und Zuchtfische, Pestizide sowie Themen aus dem Bereich Tiergesundheit, beispielsweise die aviäre Influenza („Vogelgrippe").

Die EFSA führt auch auf eigene Initiative wissenschaftliche Arbeitsaufgaben (sog. „self-tasking“) durch, vor allem im Bereich der neu auftretenden Risiken, bei denen sich wissenschaftliche Erkenntnisse und Ansätze ständig weiterentwickeln. Zur Arbeit der EFSA gehört auch die Harmonisierung der Methodiken zur Risikobewertung. Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung eines harmonisierten Ansatzes zum Vergleich der Risiken potenziell krebsverursachender Stoffe oder die zur biologischen Sicherheit von antibiotikaresistenten Markergenen ausgesprochenen Empfehlungen.

Die Behörde spielt außerdem eine wichtige Rolle bei der Erhebung und Auswertung wissenschaftlicher Daten. Dadurch ist gewährleistet, dass sich die europäische Risikobewertung auf möglichst alle verfügbaren wissenschaftlichen Informationen stützt. Die Behörde erfüllt diese Aufgabe durch Zusammenarbeit mit den EU-Mitgliedstaaten in den Bereichen Erhebung, Austausch und Auswertung EU-weiter Daten sowie durch die Einleitung öffentlicher Anhörungen und durch Aufrufe zur Einreichung von Daten.

Die Kommunikation von Risiken im Zusammenhang mit der Lebensmittelkette auf Grundlage der eigenen wissenschaftlichen Empfehlungen ist auch ein wesentlicher Teil des Auftrags der EFSA.