Gutachten des Wissenschaftlichen Gremiums für Kontaminanten in der Lebensmittelkette CONTAM auf Ersuchen der Kommission bezüglich Zearalenon als unerwünschte Substanz in Tierfuttermitteln.
Jan Alexander, Herman Autrup, Denis Bard, Angelo Carere, Lucio Guido Costa; Jean-Pierre
Cravedi, Alessandro Di Domenico, Roberto Fanelli, Johanna Fink-Gremmels, John Gilbert,
Philippe Grandjean, Niklas Johansson, Agneta Oskarsson, Andrew Renwick, Jirí Ruprich, Josef
Schlatter, Greet Schoeters, Dieter Schrenk, Rolaf van Leeuwen, Philippe Verger.
Acknowledgment
The Scientific Panel on Contaminants in the Food Chain wishes to thank Sven Dänicke, Hans
van Egmond, Johanna Fink-Gremmels, John Gilbert, Jürgen Gropp, John Christian Larsen, Josef
Leibetseder, Monica Olsen, Hans Pettersson and Ron Walker for the contributions to the draft
opinion.
No abstract available
Zusammenfassung
Zearalenon ist ein Mykotoxin, das von verschiedenen Feldschimmeln, einschließlich Fusarium graminaerum and Fusarium culmorum produziert wird. Das Toxin wird häufig in Mais und Maisprodukten nachgewiesen, es kann jedoch auch in Sojabohnen, verschiedenen Getreidearten und Körnerfrüchten sowie deren Nebenprodukten gefunden werden. Darüber hinaus scheint Zearalenon in Gras, Heu und Stroh vorzukommen, was zu einer zusätzlichen Exposition der Tiere bedingt durch Grundfuttermittel und Einstreu führen kann. Häufig werden in diesen Futtermitteln nicht nur Zearalenon, sondern auch andere Fusarium-Toxine, insbesondere Deoxynivalenol, Nivalenol und Fumonisine, nachgewiesen. Bei landwirtschaftlichen Nutztieren (wie bei allen bisher untersuchten Tierarten) interagiert Zearalenon mit Östrogenrezeptoren und induziert einen sichtbaren Hyperöstrogenismus einschließlich verminderter Fertilität. Weibliche Schweine aller Altersgruppen gelten als besonders empfindlich, jedoch sind die östrogenen Wirkungen in ihrer Intensität je nach Alter und Reproduktionszyklus unterschiedlich ausgeprägt. Wiederkäuer und Geflügel sind offensichtlich weniger empfindlich gegenüber den Wirkungen des Zearalenons. Für eine zuverlässige Bewertung der Expositionshäufigkeit gegenüber sind jedoch zusätzliche, regelmäßige Analysen von Futtermittel erforderlich. Gleichzeitig ist die Durchführung von Dosis-Wirkungsstudien unerlässlich, um Höchstmengen für Zearalenon in Futtermitteln für jede einzelne landwirtschaftliche Nutztierart, einschließlich der weniger bedeutenden Tierarten wie Kaninchen und kleine Wiederkäuer, festlegen zu können. Aufgrund der schnellen Biotransformation und Ausscheidung von Zearalenon bei allen bisher untersuchten Tierarten, ist nicht zu erwarten, dass die sekundäre Exposition durch Rückstände des Toxins in Lebensmitteln tierischen Ursprungs (Fleisch, Milch und Eier) einen wesentlichen Beitrag zur Gesamtexposition des Verbrauchers liefert.
Zearalenone, animal feeds, toxicity, estrogenic effects, tissue accumulation

