Tierisches Eiweiß und Knochenwachstum - Wissenschaftliche Absicherung einer gesundheitsbezogenen Angabe über tierisches Eiweiß und Knochenwachstum im Sinne von Artikel 14 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006[1] - Wissenschaftliches Gutachten des Gremiums für diätetische Produkte, Ernährung und Allergien
Jean-Louis Bresson, Albert Flynn, Marina Heinonen, Karin Hulshof, Hannu Korhonen, Pagona
Lagiou, Martinus Løvik, Rosangela Marchelli, Ambroise Martin, Bevan Moseley, Andreu
Palou, Hildegard Przyrembel, Seppo Salminen, Sean (J.J.) Strain, Stephan Strobel, Inge Tetens,
Henk van den Berg, Hendrik van Loveren and Hans Verhagen.
Acknowledgment
The European Food Safety Authority wishes to thank the members of the Working Group for
the preparation of this opinion: Jean-Louis Bresson, Albert Flynn, Marina Heinonen, Hannu
Korhonen, Ambroise Martin, Andreu Palou, Hildegard Przyrembel, Seppo Salminen, Sean
(J.J.) Strain, Inge Tetens, Henk van den Berg, Hendrik van Loveren and Hans Verhagen.
No abstract available
Zusammenfassung
Aufgrund eines Antrags, den der französische Verband der Milchindustrie (Association de la Transformation Laitière, ATLA) gemäß Artikel 14 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über die zuständige französische Behörde eingereicht hatte, wurde das Gremium für diätetische Produkte, Ernährung und Allergien ersucht, ein Gutachten zur wissenschaftlichen Absicherung einer gesundheitsbezogenen Angabe über Eiweiß tierischen Ursprungs und Knochenwachstum zu erstellen.
Es wurde vorgeschlagen, dass der Antrag in den Geltungsbereich der gesundheitsbezogenen Angaben mit Bezug auf die Entwicklung und Gesundheit von Kindern fällt.
Die gesundheitsbezogene Angabe bezieht sich auf Nahrungsmittel, in denen Proteine tierischen Ursprungs enthalten sind. Der Antragsteller schlägt vor, dass die Angabe für alle Lebensmittel gültig sein soll, die mindestens 12 % ihres Energiegehaltes in Form von Proteinen enthalten. Ob sich dieser Mindestwert ausschließlich auf Eiweiß tierischen Ursprungs beziehen soll, wird nicht angegeben. Das Gremium vertritt die Auffassung, dass der Nahrungsmittelbestandteil (tierisches Eiweiß), auf den sich die zu bewertende Angabe bezieht, ausreichend charakterisiert ist.
Die behauptete Wirkung ist „ein Beitrag zum gesunden Knochenwachstum bei Kindern“. Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 18 Jahren. Das Gremium vertritt die Auffassung, dass normales Knochenwachstum und -entwicklung von Nutzen für die kindliche Gesundheit sind.
Die wissenschaftliche Literatur (Konsensus-Stellungnahmen bzw. Berichte maßgeblicher Körperschaften sowie Übersichtsarbeiten zum Thema) zeigt, dass weitgehende Übereinstimmung über die Bedeutung von Proteinen für Wachstum und Entwicklung des Knochens besteht. Dass die Versorgung des Körpers mit Eiweiß sowohl für das Wachstum als auch für die Erhaltung der Knochensubstanz wesentlich ist, ist gut belegt. Der Eiweißbedarf von älteren Säuglingen, Kindern und Jugendlichen wurde kürzlich mithilfe der faktoriellen Methode auf der Grundlage von Schätzwerten für den Erhaltungsbedarf und die Zunahme der Proteinmasse in Wachstumsphasen, korrigiert für die interindividuelle Variabilität und die Verwertungseffizienz neu bestimmt. Es gibt keine Hinweise darauf, dass eine zusätzliche Eiweißzufuhr über die in einer ansonsten vollwertigen Kost enthaltenen Mengen hinaus irgendwelche Vorteile bietet. Es wurden keine Belege für eine unzureichende Eiweißaufnahme bei europäischen Kindern vorgelegt. Sofern der Bedarf an Gesamtstickstoff und essenziellen Aminosäuren gedeckt wird, besteht keine besondere Notwendigkeit für den Verzehr tierischer Eiweiße für ein normales Knochenwachstum und eine ungestörte Knochenentwicklung.
Sieben Beobachtungsstudien wurden vorgelegt, die sich mit dem Zusammenhang zwischen der Eiweißzufuhr und der Knochenmasse (gemessen als Knochendichte, Knochenmineralgehalt oder Knochenfläche) beschäftigten. Sechs Beobachtungsstudien an Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahren zeigen eine positive Assoziation zwischen der Eiweißzufuhr mit der Nahrung und verschiedenen Markern für den Knochenbau. In einigen dieser Studien wurden die statistischen Korrelationen getrennt für Proteine tierischen Ursprungs berechnet, doch die positive Assoziation mit der Gesamteiweißzufuhr war deutlicher. Eine Beobachtungsstudie an Kindern zeigte, dass Knochenwachstum und Körpergröße durch eine Eiweiß-Energie-Mangelernährung negativ beeinflusst werden.
Der Antragsteller präsentierte daneben noch eine nicht kontrollierte siebentägige Interventionsstudie an 28 präpubertären Jungen, in der die Auswirkungen einer hohen Eiweißzufuhr auf Marker der Knochenbildung und -resorption untersucht wurden. Diese Studie zeigt, dass eine hohe Eiweißzufuhr den Knochenumsatz beeinflussen kann, bringt jedoch keine Erkenntnisse, mit denen ein spezifischer Effekt tierischer Eiweiße im Gegensatz zu Eiweißen pflanzlichen Ursprungs belegt werden kann.
Auf der Grundlage der vorgelegten Daten gelangte das Gremium zu dem Schluss, dass eine Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen der Gesamtproteinzufuhr und einem normalen Knochenwachstum/-entwicklung bei Kindern hergestellt werden kann. Werte für die empfohlene Eiweißzufuhr zur Bedarfsdeckung für Wachstum und Entwicklung im Kindesalter (einschließlich normales Wachstum und Entwicklung des Knochens) sind etabliert. Die entsprechende Eiweißzufuhr kann aus verschiedenen Quellen erfolgen, einschließlich tierischen Eiweißen. Sofern der Bedarf an Gesamtstickstoff und essenziellen Aminosäuren gedeckt ist, besteht keine besondere Notwendigkeit für den Verzehr tierischer Eiweiße. Es wurden keine Belege für eine unzureichende Eiweißaufnahme bei europäischen Kindern vorgelegt.
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