Analyse der Grundlagenstudie zur Erhebung der Prävalenz methicillinresistenter Staphylococcus aureus-Bakterien (MRSA) in Haltungsbetrieben mit Zuchtschweinebeständen in der EU im Jahre 2008 [1] - Teil A: Schätzungen der MRSA-Prävalenz
EFSA wishes to thank the members of the Task Force on Zoonoses Data Collection that endorsed this report: Andrea Ammon, Alenka Babusek, Lisa Barco, Marta Bedriova, Susan Chircop, Marianne Chriel, Georgi Chobanov, Ingrid Dan, Jürg Danuser, Noel Demicoli, Kris De Smet, Sylvie Francart, Matthias Hartung, Birgitte Helwigh, Merete Hofshagen, Patrícia Inácio, Sarolta Idei, Elina Lahti, Lesley Larkin, Peter Much, Edith Nagy, Lisa O’Connor, Rob Van Oosterom, Jacek Osek, José Luis Paramio Lucas, Antonio Petrini, Melanie Picherot, Christodoulos Pipis, Saara Raulo, Petr Šatrán, Joseph Schon, Jelena Sõgel, Snieguole Sceponaviciene, Ana María Troncoso González, Kilian Unger, Luc Vanholme, Dimitris Vourvidis, Nicole Werner-Keišs. The contribution of the members of the working group that prepared this scientific report is gratefully acknowledged: Hanne-Dorthe Emborg, Concepción Porrero, Pascal Sanders, Gertraud Schuepbach, Christopher Teale, Bernd-Alois Tenhagen, and Jaap Wagenaar; and that of EFSA’s contractors: Hendriek Boshuizen from National Institute for Public Health and Environment (RIVM); Frank Aarestrup and Henrik Hasman from Danish Technical University, National Food Institute, as well as EFSA’s staff members: Pierre-Alexandre Belœil, Giusi Amore, Francesca Riolo, and Frank Boelaert for the support provided to this EFSA scientific output.
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Methicillinresistente Staphylococcus aureus-Bakterien (MRSA) gelten seit mehreren Jahrzehnten als eine wichtige Ursache für im Krankenhaus erworbene Infektionen bei Menschen. MRSA sind gegenüber den meisten üblicherweise verwendeten Antibiotika resistent. MRSA der Linie ST398 (MRSA ST398) wurden vor kurzem als Ursache für Infektionen bei Menschen beschrieben, die beruflich direkt oder indirekt mit Schweinen in Berührung kommen. MRSA ST398 kann gelegentlich auch durch ambulant erworbene (community-acquired) Humaninfektionen in Krankenhäuser eingeschleppt werden. Zur Bewertung des Auftretens und der Verschiedenartigkeit von MRSA in der Urproduktion von Schweinen erfolgte parallel zu einer Grundlagenstudie zur Erhebung der Prävalenz von Salmonella spp. die Durchführung einer EU-weiten ersten Studie in Haltungsbetrieben mit Zuchtschweinebeständen zur Erhebung der Prävalenz von Haltungsbetrieben, die MRSA- und MRSA ST398-positiv sind.
© European Food Safety Authority, 2009
Zusammenfassung
Methicillinresistente Staphylococcus aureus-Bakterien (MRSA) gelten seit mehreren Jahrzehnten als eine wichtige Ursache für im Krankenhaus erworbene Infektionen bei Menschen. MRSA sind gegenüber den meisten üblicherweise verwendeten Antibiotika resistent. MRSA der Linie ST398 (MRSA ST398) wurden vor kurzem als Ursache für Infektionen bei Menschen beschrieben, die beruflich direkt oder indirekt mit Schweinen in Berührung kommen. MRSA ST398 kann gelegentlich auch durch ambulant erworbene (community-acquired) Humaninfektionen in Krankenhäuser eingeschleppt werden. Zur Bewertung des Auftretens und der Verschiedenartigkeit von MRSA in der Urproduktion von Schweinen erfolgte parallel zu einer Grundlagenstudie zur Erhebung der Prävalenz von Salmonella spp. die Durchführung einer EU-weiten ersten Studie in Haltungsbetrieben mit Zuchtschweinebeständen zur Erhebung der Prävalenz von Haltungsbetrieben, die MRSA- und MRSA ST398-positiv sind.
Die Probenahme fand von Januar 2008 bis Dezember 2008 statt. Fünf Staubproben wurden in der unmittelbaren Umgebung von Zuchtschweinen in den Haltungsbetrieben genommen. Die Mischprobe jedes Haltungsbetriebes wurde auf das Vorhandensein von MRSA getestet, und alle Isolate wurden durch spa-Typisierung und erforderlichenfalls Multi-Locus-Sequenz-Typisierung (MLST) subtypisiert. Anhand der Typisierungsergebnisse wurden die Isolate entweder MRSA ST398 oder anderen Sequenztypen zugeordnet. Die Studie wurde in insgesamt 1 421 Haltungsbetrieben, die Zuchtschweine halten und hauptsächlich verkaufen (Zuchtbetriebe), und 3 176 Haltungsbetrieben, die Zuchtschweine halten und hauptsächlich Schweine zur Mast oder zur Schlachtung verkaufen (Produktionsbetriebe), aus 24 EU-Mitgliedstaaten durchgeführt. Auch zwei Länder, die nicht der EU angehören (Nicht-Mitgliedstaaten), beteiligten sich an der Studie. 17 Mitgliedstaaten wiesen MRSA in ihren Zucht- oder Produktionsbetrieben nach, während sieben Mitgliedstaaten keine MRSA in den untersuchten Betrieben feststellten. MRSA wurden häufiger in Produktionsbetrieben als in Zuchtbetrieben gefunden. Auf der Grundlage der Schätzungen anhand der Ergebnisse aus den 24 beteiligten Mitgliedstaaten betrug die Prävalenz MRSA-positiver Haltungsbetriebe mit Zuchtschweinebeständen in der Europäischen Union 22,8 %. MRSA ST398 war der vorherrschende MRSA-Stamm, der in den Haltungsbetrieben mit Zuchtschweinebeständen in der Europäischen Union identifiziert wurde und 92,5 % der MRSA-Isolate ausmachte.
Die Ergebnisse wurden für Zucht- und Produktionsbetriebe getrennt analysiert, da bei diesen Arten von Haltungsbetrieben mit Unterschieden im Hinblick auf das Vorkommen von MRSA gerechnet wurde. Zwölf der 24 Mitgliedstaaten isolierten MRSA in Zuchtbetrieben. Daraus ergab sich für MRSA- und MRSA ST398-positive Zuchtbetriebe in der EU eine Prävalenz von 14,0 % bzw. 13,1 %. Die Prävalenz variierte stark (von 0 % bis 46,0 %) zwischen den Mitgliedstaaten. Ein Mitgliedstaat berichtete MRSA-Isolate, die nicht der Linie ST398 (Nicht-ST398-MRSA) angehörten. Keiner der beiden Nicht-Mitgliedstaaten fand MRSA in seinen Zuchtbetrieben.
16 Mitgliedstaaten und ein Nicht-Mitgliedstaat wiesen MRSA in Produktionsbetrieben nach, während acht Mitgliedstaaten keine MRSA feststellten. Die Prävalenz MRSA- und MRSA ST398-positiver Produktionsbetriebe in der Europäischen Union betrug 26,9 % bzw. 25,5 %. Die Prävalenz MRSA- und MRSA ST398-positiver Produktionsbetriebe variierte ebenfalls stark von 0 % bis 51,2 % bzw. 0 % bis 50,2 % zwischen den Mitgliedstaaten. Nur sechs Mitgliedstaaten und ein Nicht-Mitgliedstaat berichteten Isolate von Nicht-ST398-MRSA. Daraus ergibt sich in der EU eine niedrige Prävalenz von 1,4 % (Bereich von 0 % bis 12,3 %) für Produktionsbetriebe, die positiv für Nicht-ST398-MRSA sind.
Bei der in dem Bericht angegebenen Prävalenz handelt es sich um beobachtete Prävalenz, und dies bedeutet, dass die Prävalenzschätzungen potenziellen unvollkommenen Testmerkmalen nicht Rechnung tragen. Die im Rahmen dieser ersten Studie vorgenommenen Schätzungen der MRSA-Prävalenz können aufgrund eines möglichen Sensitivitätsmangels der dem Umfeld entnommenen Mischproben die wahre Prävalenz unterschätzen.
Die in dieser Studie am häufigsten isolierten spa-Typen, die zu MRSA ST398 gehören, waren t011, t108 und t034. Darüber hinaus wurden spa-Typen, die zu Nicht-ST398-MRSA gehören, in Produktionsbetrieben und in geringerem Umfang auch in Zuchtbetrieben nachgewiesen. Insbesondere spa-Typen, die den Linien ST5, ST8 und ST132 angehören (dies sind spa-Typen, die auch in der Humanmedizin bekannt sind), wurden jeweils in verschiedenen Produktionsbetrieben isoliert. Die Kolonisierung von Schweinen mit MRSA ST398 wurde als berufliches Gesundheitsrisiko für Landwirte, Tierärzte und ihre Angehörigen identifiziert. Für Stämme der Nicht-ST398-MRSA, die im Rahmen dieser Studie aus Schweinehaltungsbetrieben isoliert und ebenfalls bei Menschen nachgewiesen wurden, sind derartige Informationen nicht verfügbar.
Es wird empfohlen, die aus dieser ersten Studie gewonnenen Informationen durch die Überwachung von MRSA bei Zucht- und Mastschweinen sowie bei anderen Tieren, die zur Lebensmittelerzeugung bestimmt sind (wie Geflügel und Rinder), zu vervollständigen. Außerdem sollte weitere Forschung erfolgen, um die Gründe für die Unterschiede in der Prävalenz von MRSA in den verschiedenen Mitgliedstaaten, die Bedeutung der Erkenntnisse über Nicht-ST398-MRSA bei Schweinen für die menschliche Gesundheit und die Rolle des Menschen als potenzielle Quelle für diese Stämme festzustellen.
MRSA, spa-typing, MLST, pigs, breeding pigs, prevalence, EU.

