Gutachten des Wissenschaftlichen Gremiums BIOHAZ über die mikrobiologischen Risiken in Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung*.

doi:10.2903/j.efsa.2004.113
  EFSA Panel on Biological Hazards Panel Members Herbert Budka, Sava Buncic, Pierre Colin, John D. Collins, Christian Ducrot, James Hope, Mac Johnston, Günter Klein, Hilde Kruse, Ernst Lücker, Simone Magnino, Antonio Martinez López, Riitta Liisa Maijala, Christophe Nguyen-Thé, Birgit Noerrung, Servé Notermans, George-John Nychas, Maurice Pensaert, Terence Roberts, Ivar Vågsholm, Emmanuel Vanopdenbosch Acknowledgment The Scientific Panel on Biological Hazards wishes to acknowledge the contribution of the working group that prepared the draft opinion: Terry Roberts (chair), Birgit Noerrung (rapporteur), Antonio Martinez, Georges Nychas, and Alexandre Leclercq. Special thanks for Hildegard Przyembel member of the Scientific Panel on dietetic products, nutrition and allergies for revising the opinion.
Type: Opinion of the Scientific Committee/Scientific Panel Question number: EFSA-Q-2003-111 Adopted: 09 September 2004 Published: 17 November 2004 Last updated: 17 March 2006. This version replaces the previous one/s.
Abstract

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Summary

Salmonella und Enterobacter sakazakii sind die Mikroorganismen in Säuglingsanfangsnahrung, die die größten Bedenken bereiten. Dieses Gutachten konzentriert sich auf Säuglingsanfangsnahrung und E. sakazakii und nicht so sehr auf Salmonella, für die an anderer Stelle umfangreiche Informationen vorliegen (z.B. SCVPH-Gutachten über Salmonellen in Lebensmitteln, angenommen am 14.-15. April 2003). Die Verunreinigung von Säuglingsanfangsnahrung in Pulverform mit E. sakazakii und mit Salmonellen hat bereits zu Infektionen bei Säuglingen, mitunter mit gravierenden Folgen bis hin zu Todesfällen, geführt. E. sakazakii hat zwar Erkrankungen in allen Altersgruppen von Neugeborenen (bis zum Alter von etwa 4-6 Wochen) verursacht, doch frühgeborene Säuglinge und Säuglinge mit niedrigem Geburtsgewicht sowie immungeschwächte Säuglinge sind am stärksten gefährdet. Es gibt keine experimentellen oder epidemiologischen Studien über die spezifischen Dosis-Wirkungs-Beziehungen von E. sakazakii -Infektionen beim Menschen. Wie im Falle anderer Mikroorganismen kann die Dosis-Wirkungs-Beziehung je nach den Merkmalen und dem physiologischen Zustand des Keims, dem Zustand des Wirts sowie der Lebensmittelmatrix schwanken. Die weite Verbreitung von E. sakazakii legt nahe, dass die Aufnahme von geringen Keimzahlen in Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung durch gesunde Säuglinge und Kinder nicht zu Erkrankungen führt. Salmonella und E. sakazakii überleben die während der Herstellung verwendeten Pasteurisierungsverfahren nicht, doch bei der Handhabung und Abfüllung kann es zu einer Rekontamination des Säuglingsnahrungspulvers kommen. Da E. sakazakii überall vorkommt, dürfte der Keim in der Verarbeitungsumgebung schwieriger zu bekämpfen sein als Salmonella. Vorsorgemaßnahmen in Bezug auf E. sakazakii im Herstellungsprozess schließen Folgendes ein: die mikrobiologische Qualität der Zutaten, die Verringerung der Konzentration von Enterobacteriaceae in der Produktionsumgebung sowie die Vermeidung der Rekontamination des Endproduktes. Das Vorhandensein von E. sakazakii in der Verarbeitungsumgebung kann durch strenge Hygienemaßnahmen einschließlich der Zutrittskontrolle des Personals, der Trennung von Nass- und Trockenverfahren sowie der Vermeidung der Kondensation und des Eindringens von Wasser in Trockenbereiche auf ein Mindestmaß verringert werden. Mikrobiologische Umgebungskontrollen im Verarbeitungsbereich sind notwendig, um die Wirksamkeit der Hygienemaßnahmen zu überwachen. Tests in der Verarbeitungsumgebung auf Enterobacteriaceae sind die wirksamste Methode zur Überwachung der Wirksamkeit von Verarbeitung und Hygiene, da Enterobacteriaceae häufiger als Salmonella und E. sakazakii vorhanden sind. Salmonella und E. sakazakii können im zubereiteten Produkt wachsen, wenn es lange genug bei über 5 ºC gelagert wird, und sich bei Raumtemperaturen sehr schnell vermehren. Eine gute Hygienepraxis beim Zubereiten, Lagern und Füttern ist entscheidend, um eine Rekontamination und/oder Vermehrung der Krankheitserreger in der zubereiteten Säuglingsnahrung zu vermeiden. Die wirksamste Vorbeugemaßnahme zur Minimierung der Gefährdung durch Salmonella und E. sakazakii bei Risikokindern (frühgeborenen, untergewichtigen, immungeschwächten Säuglingen) wäre die Verwendung von handelsüblichen sterilen Flüssignahrungen. Es wird empfohlen, ein Güteziel (Performance Objective, PO) für Säuglingsanfangsnahrung in Pulverform und Folgenahrung mit angestrebten sehr niedrigen Konzentrationen von Salmonella und E. sakazakii (z.B. Nichtvorhandensein in 1, 10 oder 100 kg) einzuführen und die Überprüfung der Einhaltung des PO durch Tests auf Enterobacteriaceae in der Umgebung und im Produkt zu bestätigen. Außerdem wird die Ausarbeitung von Leitlinien für die Herstellung, Handhabung, Lagerung und Anwendung von Säuglingsanfangsnahrung zu Hause und in Krankenhäusern empfohlen. *Zitierweise: Opinion of the Scientific Panel on Biological Hazards on a request from the Commission related to the microbiological risks in infant formulae and follow-on formulae. (Gutachten des Wissenschaftlichen Gremiums für Biologische Gefahren auf Ersuchen der Kommission über die mikrobiologischen Risiken in Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung.) The EFSA Journal (2004)113, 1-35

Keywords

Opinions of the Scientific Panel on biological hazards (BIOHAZ) related to the microbiological risks in infant formulae and follow-on formulae